So berichtet die FR aus dem Ausland
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Aus fremden Ländern aus eigener Anschauung zu schreiben, gehört zum Kern der Frankfurter Rundschau. Wir stellen unser Team vor.
Ein Freitagmorgen in der FR-Redaktion am Frankfurter Südbahnhof. Im Politikressort werden die Themen des Tages sortiert, man schaut, was von den geplanten Beiträgen laufen kann und was zwecks Aktualität weichen muss. Ein paar Stücke sind früh gesetzt. Im Ausland etwa: Die UN schlagen Alarm wegen des Hungers in Gaza. Im Inland etwa: Die Berliner Mohrenstraße wird doch noch nicht umbenannt.
In beiden Fällen liefern die Nachrichtenagenturen schnell gutes Material. Eine Kollegin kommentiert die absurde Verzögerung der Straßenumbenennung. Und zu der Frage, ob Julia Klöckner als Bundestagspräsidentin geeignet ist, liefert das Redaktionsnetzwerk Deutschland, mit dem die FR zusammenarbeitet, ein analytisches Stück. So weit, so routiniert.
Doch eine Meldung aus der Nacht fällt auf. „Kolumbien, Cali: Sicherheitskräfte inspizieren den Ort einer Bombenexplosion vor einem Luftwaffenstützpunkt“, meldet die Deutsche Presse-Agentur zunächst nur kurz. Wo gibt es jetzt schnell mehr Informationen? Und vor allem: Wie ist das einzuschätzen?
Ein Glück, dass wir trotz fieser Zeitverschiebung – neun Uhr morgens in Frankfurt bedeutet ein Uhr nachts in Mexiko-Stadt – unseren dort ansässigen Lateinamerika-Korrespondenten Klaus Ehringfeld erreichen können. Ihm ist schnell klar, welche Dimension die Anschläge haben. Und wir in Frankfurt planen für das Thema am nächsten Tag den Großteil einer Zeitungsseite ein.
Klaus Ehringfeld schreibt einen längeren Beitrag samt Kommentar – und schickt die Stücke, als in Mexiko gerade der Morgen dämmert. Wer zu dieser Zeit auf fr.de schaut, etwas später ins E-Paper oder am Morgen in die gedruckte Zeitung, liest dann zwischen Fakten und Hintergründen: „Neun Monate vor der Präsidentenwahl in Kolumbien (...) entgleitet Linkspräsident Gustavo Petro immer mehr die Kontrolle über sein Land.“ Gut, dass wir nicht nur eine Agenturmeldung gemacht haben.
Unser Team im Ausland
Korrespondentinnen und Korrespondenten, die regelmäßig für die Frankfurter Rundschau berichten.
Frankreich: Stefan Brändle und Birgit Holzer
Britische Inseln: Sebastian Borger und Susanne Ebner
Skandinavien: Thomas Borchert
Belgien, Niederlande und Luxemburg: Peter Riesbeck
Österreich: Patrick Guyton
Schweiz und UN: Jan Dirk Herbermann
Italien: Dominik Straub
Spanien und Portugal: Martin Dahms
Russland: Stefan Scholl
Ukraine: Dmytro Durnjew und Till Mayer
Osteuropa: Thomas Roser und Markus Schönherr
Griechenland und Türkei: Gerd Höhler
Nahost: Maria Sterkl
Libanon und Syrien: Philippe Pernot
China, Taiwan und Südkorea: Fabian Kretschmer
Ost- und Südostasien: Felix Lill
Ozeanien: Barbara Barkhausen
USA: Karl Doemens und Sebastian Moll
Kanada: Gerd Braune
Lateinamerika: Klaus Ehringfeld
Nördliches Afrika: Sarah Mersch
Östliches und westliches Afrika: Bettina Rühl
Südliches Afrika: Leonie March
Der Welt Platz geben
Die Auslandsberichterstattung ist einer der Grundpfeiler der Frankfurter Rundschau – und zieht sich quer durch die Ressorts. An jenem Freitag machen wir ein Thema aus Kenia zum Titel: Die Reportage eines freien Autors, der im Magazin berichtet, wie krass sich Trumps Kürzungsorgie in der Entwicklungshilfe auf die Leben so vieler Menschen in Nairobi auswirkt. Solche Texte, solche Bilder: Sie helfen nicht nur, die vielen oft asymmetrischen Entwicklungen auf der Welt zu verstehen – sie zeigen auch, wo Handlungsbedarf ist.
Wir wollen, dass solche Berichte aufrütteln. Dass sie Argumente für Diskussionen an die Hand geben. Uns empört es, wenn wir, wenn unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten auf Unrecht und Missstände treffen; deshalb räumen wir ihnen Platz ein – denn ohne Öffentlichkeit keine Aufklärung. Und keine Besserung. Gleichzeitig wollen wir klugen Ideen Raum geben, Menschen, die inspirieren und zeigen, wie es besser gehen könnte.
Noch an so einigen Orten auf der Welt haben wir Korrespondentinnen und Korrespondenten, die – meist unter anderem – für die Leserinnen und Leser der FR berichten. Zum Beispiel in Moskau, wo Stefan Scholl nah dran ist an einem der wichtigsten Machtzentren der Welt. Oder in Paris, wo Stefan Brändle feinsinnig die Anatomie des französischen Staates analysiert. Oder in Jerusalem, von wo aus Maria Sterkl ebenso kritische wie hintergründige Berichte liefert. Oder in Washington, D. C., wo Karl Doemens einem anderen Despoten auf die Finger schaut. Um hier nur ein paar Namen zu nennen.
Fakt ist aber auch, dass es schwierig ist, der ganzen Welt gerecht zu werden. Die Bedingungen, unter denen viele unserer Auslandskolleginnen und -kollegen arbeiten, sind oft sehr herausfordernd. Schauen wir mal auf unseren Nachbarkontinent mit seinen 54 anerkannten Staaten: Seit unser langjähriger und vielgereister Afrika-Korrespondent Johannes Dieterich im Ruhestand ist, bauen wir ein Netz mit Freien aus, die uns mal aus Südafrika, mal aus dem Ostkongo, aus Tunesien oder der somalischen Region Puntland Texte schicken, die helfen, die Entwicklungen auf diesem so diversen Kontinent zu verstehen. Doch einen Text aus einem so übel umkämpften Land wie dem Sudan zu bekommen, ist schwierig. Oder aus Afghanistan. Oder dem Iran ... Auf jeden Fall versprechen wir Ihnen: Wir bleiben für Sie dran.
80 Jahre Frankfurter Rundschau
Am 1. August 1945 erschein die erste Ausgabe unserer Zeitung. Unser Onlinedossier FR80 blickt zurück auf die Geschichte, beschreibt die aktuelle Lage der Zeitung – und stellt das Programm unserer politischen Geburtstagsfeier am 20. September vor, zu der Sie herzlich eingeladen sind.
Die vier Folgen unserer Historie:
Teil 1: Holpriger Start im August 1945 - die erste Frankfurter Rundschau entstand in den Trümmern des Frankfurter Zeitungsviertels. Zunächst zweimal die Woche. Und in einer streitenden Redaktion.
Teil 2: Pflichtlektüre für die 68er - Nähe und Distanz prägen das Verhältnis der FR-Redaktion zur außerparlamentarischen Opposition.
Teil 3: Eine Zeitung in Not - die FR wird mehrfach spektakulär gerettet.
Teil 4: Die Ippen-Jahre seit 2018 - Eigenständigkeit wird großgeschrieben, auch in Zeiten zahlreicher Kooperationen.
Weitere Inhalte im Dossier (Auszug):
Die FR und ihr Grundgesetz: Die Leitlinien aus der Ära von Karl Gerold lesen sich wie geschrieben für die Gegenwart. Die Frankfurter Rundschau ist nicht neutral – sondern antifaschistisch, linksliberal und zuweilen zornig. Ein Essay von Karin Dalka und Michael Bayer.
Im August 1945 war mehr los, als in die Zeitung passte. Ein Blick in die Erstausgabe der Frankfurter Rundschau von Richard Meng.
Zudem: 80 aufregende Jahre - die wichtigsten Stationen der Frankfurter Rundschau in unserer prägnanten Chronik.