Ein besonderer Abend unter Kaisern und Königen
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75 Jahre Schlappekicker: Im Jubiläumsjahr wird der Boxclub KSC Bensheim mit dem Schlappekicker-Preis 2025 ausgezeichnet.
Es ist ein besonderer Moment, wenn der OB unter den Augen von Kaisern und Königen von der Erfüllung eines Kindheitstraums erzählt. Wenn Mike Josef im Kaisersaal des Römers, am vornehmsten Ort der bürgerlichen Tradition Frankfurts, mit leuchtenden Augen davon spricht, wie er sich das Eintracht-Trikot für die Traditionsmannschaft überstreifen durfte und mit Fußball-Legende „Charly“ Körbel auf dem Platz beim Schlappekicker-Benefizspiel in Walldorf stand. Es war ein Abend voll dieser Momente, die Menschen noch enger verbindet bei ihrem Einsatz für die gemeinsame Idee. „Macht weiter so für den Sport und die Menschen, das ist eine großartige Sache“, ruft der OB unter viel Beifall allen zu, die sich für die Schlappekicker-Aktion engagieren. „Ihr macht aufmerksam auf Vereine, die Großes leisten und Unterstützung verdienen: Danke für diese Bühne“. Von Jahr zu Jahr wächst auch der OB mehr hinein in diese illustre Gesellschaft. Und genießt den Beifall im Saal, als „Charly“ im Talk mit Moderator Florian Naß verrät, dass er „wie ein kleiner Junge bei uns in der Kabine saß. Danke Mike, dass du dabei bist.“
Es waren viele dabei am Abend, an dem das Jubiläum 75 Jahre Schlappekicker im Mittelpunkt stand. Manche, die schon zu Urzeiten dabei waren wie der Fastnachter Karl Oertl und Sänger Benny Maro, die früher bei keiner Schlappekicker-Veranstaltung fehlen durften. Das ewige Duo und Sylvia Schenk, Olympionikin und ehemalige Stadträtin für den Sport, wurden im Laufe des Abends zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für all das „Herzblut und die Zeit, die sie für den Schlappekicker gegeben haben“, so dessen Vorsitzender Arnd Festerling.

„...für den Rest schuf Gott den Fußball“
So viele wie nie sind gekommen, seit die Stadt zum Empfang in den Römer lädt, wenn der Schlappekicker-Preis Ende November an einen Verein vergeben wird, der sich in besonderer Weise in seiner täglichen Arbeit in vielfältigen Projekten sozial engagiert. „Jubiläum an historischer Stätte bei voller Hütte“, freute sich der stellvertretende Schlappekicker-Vorsitzende Harald Stenger.
Stenger warf den Blick zurück in die Zeit, als es beim Gründungs-Gedanken, unverschuldet in Not geratene Sportler:innen zu unterstützen, in den 50er Jahren Kohle im wahrsten Sinne des Wortes gab, später dann auch Weihnachtsfeiern mit Kaffee und Kuchen für Bedürftige. Zur Unterhaltung trugen damals Liesel Christ, Lia Wöhr, Reno Nonsens und Franz Lambert bei. Zu den sportlichen Stargästen gehörten einst Franz Beckenbauer und Rudi Völler, der heute beim Schlappekicker von einer „Institution des Frankfurter Sports“ spricht. Trotz dieses Lobs hob Stenger als Schlappekicker-Selbstverständnis hervor: „Klein, aber fein und immer bescheiden wollen wir bleiben.“
In diesem Jahr geht der mit Jubiläumszuschlag um 750 Euro und einer Sonderspende auf 6000 Euro erhöhte Schlappekicker-Preis 2025 an den Boxclub KSC Bensheim. Mit seinem Projekt „Starke Kinder, sicher zur Schule, sicher durchs Leben“, das neben Boxtraining ohne Kontaktsport auch ein Mentoren-Programm und psychologische Betreuung anbietet, hat sich der KSC unter 18 Bewerbern durchgesetzt. Die prominent besetzte Jury unter dem Vorsitz des Olympioniken Harald Schmid entschied sich einstimmig für die Bensheimer.
Die Laudatio übernahm Mike Josef, er stellte den Fokus des Vereins bei seiner Arbeit zur Prävention mit Blick auf körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt. Der Name des Projekts sei Programm, der KSC ein Vorbild dafür, dass Vereine hierbei Schutzzonen und sichere Orte für Kinder sein können und sie damit auch stark machen für das Leben außerhalb dieser Schutzzone. „Wir wollen auch andere Vereine motivieren, diesen Weg zu gehen“, sagte Cheftrainer Morrison Ostermaier in seinem Dankeswort. Sein mutiger Spruch zum Thema Boxen brachte ihm nicht nur viel Beifall ein, er hatte auch die Lacher auf seiner Seite mit dem lockeren Satz: „Als Gott klar wurde, dass nur die Besten boxen, schuf er für den Rest den Fußball.“

Klönen an Stehtischen und eine Überraschung
Im Saal hatte es davor schon gebrodelt, die Preisverleihung ist stets ein Wiedersehen von Menschen, die über den Sport und den Einsatz dafür verbunden sind. Hier treffen sich Gäste aus Sport, Politik, Kultur und Stadtgesellschaft. Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, Kult-Trainer im Eintracht-Kosmos, heutige Macher wie Präsident Mathias Beck und Phillipp Reschke, Weltmeisterin, DFB-Sportdirektorin und Schlappekicker-Vorstandsmitglied Nia Künzer, und last, but not least Schlappekicker-Schirmherr Karl-Heinz Körbel – viele Sportler:innen und Vorstandsmitglieder von Rang und Namen waren auch diesmal zu Gast beim Schlappekicker.
Nach dem Ende des offiziellen Teils im Kaisersaal steigt der Lautstärkepegel im Foyer. Es gibt viel zu erzählen beim Get-together mit Häppchen und kühlen Getränken, da klönen sie an den Stehtischen: Ann Kathrin Linsenhoff, Olympiasiegerin im Dressurreiten, heute Sportbeauftragte des Landes Hessen und Schlappekicker-Mitglied, oder alte und aktuelle Chefredakteure der FR, Hessen-Lotto-Chef Martin Blach ist da und selbstverständlich auch FR-Geschäftsführer Max Rempel. Und zum Abschied gibt es noch eine Überraschung: für jeden ein Päckchen Lebkuchen von Schlappekicker-Freund Eddy Hausmann in der extra designten Jubiläumsausgabe.