Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schlappekicker-Freunde: Jürgen Grabowski, Holger Obermann, Helmut Schön, Fritz Walter.
+
Stelldichein der Stars: Jürgen Grabowski, Holger Obermann, Helmut Schön, Fritz Walter (von links).

Schlappekicker wird 70

Fürsorge mit langer Tradition

Der FR-Schlappekicker wird 70 Jahre alt - das Engagement aber bleibt ungebrochen.

Das Gründungsdatum der Schlappekicker-Aktion ist nicht mehr genau festzustellen. Klar ist nur: Es war irgendwann 1951. Und daher feiern wir im nächsten Jahr das 70-jährige Bestehen und freuen uns in diesen Tagen über die 70. Sammlung – ein stolzes Jubiläum!

Der Gründer dieser Aktion, die zu einer Zeit, da es noch keine pompösen TV-Spenden-Galas gab, beispielhaftes gesellschaftliches Engagement dokumentierte, war FR-Sportchef Erich Wick. Danach trieb sein Nachfolger Bert Merz fast drei Jahrzehnte die Schlappekicker-Anliegen voran. Ehe in den 90er-Jahren das Triumvirat Sylvia Schenk, Erich Reiter und Harald Stenger neue Akzente setzte.

Die Erinnerungen an den Start in der Nachkriegszeit sind davon geprägt, dass aktive Sportler:innen oft nicht (mehr) so richtig Tritt im Alltag fassten oder Ehrenamtliche sich in Vereinen vorbildlich engagierten, was in dieser Zeit keineswegs selbstverständlich war. Eine Spende zur Aufstockung des geringen Gehalts oder der bescheidenen Rente für die Schlappekicker-Betreuten, so hieß das damals, war für alle ein willkommenes Weihnachtsgeschenk. Und im Sommer gab es bei Bedarf oft auch einen Heizkostenzuschuss. Parallel dazu wurde zu Theaterbesuchen oder Busausflügen und Schiffsfahrten eingeladen.

In den 60er-Jahren wurde die jährliche Weihnachtsfeier im seinerzeit neu erbauten, heute quasi alten Henninger Turm, mit 119,5 Metern lange das höchste Bauwerk der Stadt, zu einem Treffpunkt für gemütliche und unbeschwerte Stunden, an deren Ende Weihnachtspäckchen und darin auch Schecks an die Betreuten verteilt wurden. Im Drehrestaurant und damit hoch über den Dächern der Stadt kam es zudem zum Stelldichein prominenter Gäste.

Frankfurter Mundartkünstler, angeführt von Liesel Christ, Lia Wöhr, Reno Nonsens, Karl Oertl, Frank Lehmann und Benny Maro, gestalteten stets ein unterhaltsames Programm. Und es kamen erfolgreiche Sportler und bekannte Politiker – die Gästeliste las sich bis in die 90er-Jahren, als der Umzug ins Bürgerhaus Nordweststadt notwendig wurde, wie das Who is Who des mainischen Sports. Dazu gesellten sich als Repräsentanten aus dem Römer die Oberbürgermeister Rudi Arndt, Walter Wallmann und Petra Roth.

Institution in Frankfurt

Besonders der Fußball war immer stark vertreten. Zunächst durch Sepp Herberger, Helmut Schön, Fritz Walter und Uwe Seeler. Später durch Franz Beckenbauer, Jupp Derwall, Erich Ribbeck und Rudi Völler. Für die Eintracht waren anfangs die Aushängeschilder der 59er-Meistermannschaft dabei: Trainer Paul Oswald, Alfred Pfaff, Richard Kress, Dieter Lindner und Dieter Stinka. Natürlich auch Kickers-Idol Hermann Nuber. Nach der Bundesligagründung waren die Eintracht-Trainer Dietrich Weise, Lothar Buchmann, Udo Klug, Felix Magath, Jörg Berger und Dragoslav Stepanovic zu Besuch oder Stars wie Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Bernd Nickel und Karl-Heinz Körbel, der nach dem Tod von Fritz Walter dessen Nachfolge als Schlappekicker-Schirmherr antrat.

Aus der Phalanx der Olympiasieger:innen und Weltmeister:innen, die einst bei der Schlappekicker-Weihnachtsfeier zu Gast waren, ragen Eiskunstlauf-Prinzessin Marika Kilius, 100-Meter-Weltrekordhalter Armin Hary, der spätere Sporthilfe-Chef Josef Neckermann, Radsport-Ikone Rudi Altig und Schwimm-Albatros Michael Groß heraus. Längst sind die Schlappekicker-Weihnachtsfeiern Historie, letztmals wurde dazu 2002 eingeladen.

Heute hat die Schlappekicker-Aktion andere attraktive Angebote. Ob das alljährliche Benefizspiel mit der Eintracht-Traditionsmannschaft, den Schlappekicker-Abend im Eintracht-Museum, bei dem zuletzt Fredi Bobic und Axel Hellmann als prominente Interviewpartner dabei waren, die Verleihung der Schlappekicker-Integrations-Preise an engagierte Vereine, ein Pilotprojekt für Jung-Schiedsrichter:innen der Fußballbezirke Frankfurt und Offenbach und, last but not least, die alljährliche Verleihung des Schlappekicker-Preises im Kaisersaal des Römers.

Die Schlappekicker-Aktion ist auch im bevorstehenden Jubiläumsjahr und damit im 70. Jahr ihres Bestehens eine Institution des Frankfurter Sports. (FR)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare