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Tolles Krisenmanagement

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Von: Jürgen Streicher

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Preisübergabe: Ralph Gotta (v.l.), Tanja Finken, Andreas Gerigk und der Schlappekicker-Vizevorsitzende Harald Stenger.
Preisübergabe: Ralph Gotta (v.l.), Tanja Finken, Andreas Gerigk und der stellvertretende Schlappekicker-Vorsitzende Harald Stenger. © Monika Müller

Die Homburger Turngemeinde nimmt die Corona-Hürden mit viel Elan und erhält einen „Schlappekicker-Förderpreis“.

Sie haben es kommen sehen. Und waren vorbereitet. Als die Bundesregierung im Frühjahr 2020 den ersten Lockdown verfügte und alle Sportanlagen und Fitnessstudios schließen mussten, stand die Homburger Turngemeinde (HTG) in den Startlöchern, noch ehe der Wettbewerb ausgerufen wurde. Wie umgehen mit dem schweren Schlag, dass alle Aktivitäten eines Sportvereins abrupt gestoppt werden können?

Ganz einfach und doch so schwer. „Wenn die Mitglieder nicht zu uns kommen können, kommen wir zu ihnen.“ So hat es Andreas Gerigk, 23 Jahre alt, Dualer Student Sportbusiness Management und bei der HTG als Trainer sowie in der Geschäftsstelle der Mann für alle Fälle, damals formuliert. So wurden der Corona-Ausbruch und seine vielen Folgen für Gerigk eben „Krisenmanagement“.

Es dauert nur wenige Stunden nach dem Schließen der Sportstätten, da lädt die HTG ein erstes Video auf Youtube hoch: „Nachturnen vor dem Bildschirm“ heißt die neue Disziplin. Andreas Gerigk und die für Turnen verantwortliche Vizepräsidentin Tanja Finken werden zu treibenden Kräften im Verein, fast täglich werden neue Videos aus den Abteilungen produziert. Gymnastik für Senioren, Rope Skipping, Basketball, Tennis, Turnen, Ballschule, Group Fitness – die Aktion bekommt den Namen „Mitglieder helfen Mitgliedern“.

Dann wird das Programm „Offene Turnhalle“ erfunden und angeboten, es wird für viele Vereinsmitglieder zum „Highlight der Woche“, erzählt Tanja Finken im Rückblick. Fast täglich kommen neue Aufgaben auf sie zu. Sie wird von der Winter-Akademie des Hessischen Turnverbandes (HTV) zu Online-Schulungen angefragt, übernimmt Aufgaben bei Online-Sport-Kongressen, die 60-Stunden-Woche ist für sie schnell erreicht.

Finken und Gerigk waren überall gefragt und ihr Rat ist bis heute für viele wichtig. Die HTG zählt in zahlreichen Abteilungen rund 4000 Mitglieder. Dass der Verein sein Verhalten der Zeit angepasst und unbeirrt seine Ziele verfolgt hat, dass er es geschafft hat, ein hohes Maß an Gemeinsamkeit zu erzeugen, wo Abstand gefragt war, war der Grund für den Schlappekicker-Vorstand, die Bad Homburger Tausendsassasas mit einem der „Schlappekicker-Förderpreise 2021“ auszuzeichnen.

„Wir s freuen uns sehr darüber, dass wir als Nicht-Fußballer beim Schlappekicker angekommen sind, das ist eine große Ehre für den Verein“, sagte HTG-Präsident Ralph Gotta bei der Übergabe des mit 2000 Euro dotierten Preises durch den stellvertretenden Schlappekicker-Vorsitzenden Harald Stenger in einer Sporthalle auf dem HTG-Gelände.

Die Unterstützung kommt gerade recht bei den vielen neuen Projekten, die in der Corona-Zeit initiiert wurden, um den Übungsbetrieb am Laufen und die Mitglieder bei Laune zu halten. „Wir wollten unseren Mitgliedern mehr bieten als nur Online-Kurse“, sagt Andreas Gerigk in einer ruhigen Art, während bei Tanja Finken die Begeisterung spürbar ist, die schnell auf Eltern und Kinder überspringt.

Die „Offene Turnhalle“ wird in der schwierigen Corona-Zeit der absolute Renner. Interessenten aus dem Verein können sich für eine halbe Stunde online einbuchen, werden einzeln in den Hallen von den Coaches trainiert. Eltern-Kind-Turnen, die Ninja Warriors, in der Halle sind Bewegungslandschaften aufgebaut, es gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Erst nach einer Pause samt Lüftung und Desinfektion darf das nächste Kind zum Sport. Finken äußert sich zufrieden:: „Die Eltern waren unendlich dankbar.“

Jetzt hat eine neue Etappe begonnen: Das große Vereinsgelände am Niederstedter Weg hilft bei der aktuellen Erweiterung des Outdoor-Programmes. Ein eigener Trimm-Dich-Pfad wird gebaut, die Ballschule trifft sich auf dem Bolzplatz, die Tänzer an der Tennishütte, Karate wird an der Ballwand geübt. Der jüngste Coup: An die Rückseite des Parkhauses wird eine Boulder- und Kletterwand montiert, 500 Löcher sind bereits gebohrt. „Da wollen wir die 2000 Euro vom Schlappekicker investieren“, freut sich Vereinspräsident Ralph Gotta.

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