Schlappekicker-Abend im Museum: Krösche bleibt cool
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Mit dem Schlappekicker im Eintracht-Museum: Geschichten und Anekdoten rund um König Fußball.
Wenn sich Schlappekicker treffen, dann werden immer Geschichten wach. Einer kennt die Geschichte, wenig später ist sie in vielen Köpfen, aus manchen werden Legenden. Eine Geschichte ist die vom zweifachen Welt-Schiedsrichter Felix Brych, die sich ausgerechnet in dem Spiel zutrug, das ihn zum Rekordmann seines Metiers in der Bundesliga machte. An jenem November-Samstag 2023 knickte der Schiri auf feuchtem Geläuf im Frankfurter Stadion um, schleppte sich mit Schmerzen in die Pause und stellte sich dann selbst vom Platz: wegen Kreuzbandriss! Nach dreihundertdreiundvierzigeinhalb Einsätzen in der Bundesliga.
Mit dieser Anekdote begrüßte Harald Stenger den ersten Ehrengast beim traditionellen Herbsttreffen der Schlappekicker-Mitglieder und -Freunde im Eintracht-Museum. Der stellvertretende Schlappekicker-Vorsitzende, früher Pressesprecher der Nationalmannschaft, und der Top-Schiedsrichter kennen und verstehen sich gut. Und so plaudern sie locker über den Tag nach dem Desaster im Stadion, als Felix Brych auf Krücken zum „Tag der Jungschiedsrichter:innen“ des HFV und der Schlappekicker-Aktion kommt. „Bin in zehn Minuten da“, schreibt Brych per WhatsApp an Stenger, als er gerade eine intensive Untersuchung in der Uni-Klinik beendet hat. „Die Einladung war abgesprochen, also bin ich gekommen“, sagt der Vorzeigeschiedsrichter mit der märchenhaften Vita. Stenger nimmt diese Story zum Anlass, um Brychs Zuverlässigkeit als Schiedsrichter und Mensch hervorzuheben – der Beifall ist groß.

Erinnerungen und Blick nach vorne
Das Museum im Erdgeschoss der Arena, die am Abend im oberen Bereich so schön schummrig rot leuchtet, ist der passende Ort für Erinnerungen und Träume, die sich auch nach vorne richten, wenn es sich um die Eintracht handelt. Matthias Thoma, der Museumsleiter, hat an historischer Stätte im Stadtwald die Erfolge und Leiden der Eintracht-Helden über mehr als 100 Jahre bis zum Triumph von Sevilla zusammengetragen. Da tut es gut, zusammenzusitzen in einer Zeit, in der Nüchternheit eingekehrt ist, in der viele von Krise sprechen, wenn es um die Eintracht geht.
Die ungewisse Zukunft der derzeit alles andere als stabilen Eintracht lässt sich beim lockeren Plausch mit Freunden bei Bier und Apfelwein leichter ertragen als allein zu Hause. Beim Schlappekicker-Abend treffen sich neben vielen Fußballern und Sportjournalisten auch Legenden anderer Sportarten wie Ex-Tischtennis-Nationalspieler Klaus Schmittinger, Leichtathletin Sylvia Schenk und Skilangläuferin Ulrike Spitz, die heute Mitglied im Schlappekicker-Vorstand ist, oder Frankfurter Originale wie Karl Oertl und Benny Maro.
Dankbar wird auch berichtet, dass beim kürzlich gefeierten 70. Geburtstag von Fußballmacher Klaus Gerster, der natürlich auch da ist, statt Geschenken für den Jubilar über 12.000 Euro für die Schlappekicker-Aktion auf deren Konto landeten und die Eintracht Business Eagles am Morgen des Museumsabends 5000 Euro gespendet haben. So ist das unter Freunden, die Schlappekicker laden ein, die 70 Besucher:innen sorgen für eine „volle Hütte“ im Museum und sind Gäste der Eintracht, ihre Verköstigung mit Bratwurst und Frikadelle, Kartoffelsalat und Grüner Soße geht aufs Haus.

In der Ruhe liegt die Kraft
Von der Eintracht ist Philipp Reschke vom Vorstand der Fußball-AG da, er hält sich dezent im Hintergrund. Im Mittelpunkt der zweiten Interviewrunde vor dem überlebensgroßen Schlappekicker-Männchen als Lichtprojektion steht passend zu den derzeitigen inneren und äußeren Konflikten Sportvorstand Markus Krösche. Der Mann, der seit Tagen im Gespräch ist, im Schlagabtausch der Medien ob seines Vorgehens im wichtigen finalen Fenster für Spielertransfers herbe Kritik einstecken muss.
Ob es jetzt bei ihm die Angst gibt, dass das Gebäude nach nationalen und internationalen Erfolgen in den 20er-Jahren urplötzlich einbrechen kann, fragt Stenger mit mehr Mitgefühl als Kritik. Und ergänzt: „Wie verkraftest du das, vom Transfer-Guru zum viel Gescholtenen, vom Glücksfall zum Buhmann?“ Der 45-jährige Krösche bleibt cool und gelassen, denn in Ruhe und Gelassenheit werde jetzt die Kraft liegen. „Wir werden da wieder rauskommen“, verspricht er. Im Eintracht-Museum gibt es dafür natürlich viel Beifall.
„Wir bleiben optimistisch“, das hat auch „Museumshausherr“ Matthias Thoma schon bei der einleitenden Begrüßung der Gäste klargestellt. So sei das halt mit der Eintracht und ihrem Umfeld, mal Euphorie, mal Kater, es sei nicht immer einfach. „Selbst ein 1:4 gegen Augsburg ist kein Untergang.“ Schaun mer mal, wie es weitergeht in dieser Saison ...