Es gibt viel, für das sich das Leben lohnt
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Der Sommer 2022 hat viel verändert im Leben von Felix Mack – Dank der Schlappekicker-Hilfe kann er in seiner Freizeit Handbike fahren.
Aufgeben ist keine Option. Das war es im vielfältigen Sportlerleben von Felix Mack und auch im Leben neben dem Sport nie. Dafür ist er nicht der Typ. Fußball, Tennis, Tischtennis, Kraftsport, auch einmal ein Halbmarathon, vor allem aber Fußball. Nach jedem Bänderriss ging es weiter, seinen Mut hat er nie verloren, seinen sportlichen Ehrgeiz nie aufgegeben. Den Master in Sportmanagement hat er in Köln gemacht.
Und dann kam ein Crash im Sommer 2022: Es war eine Zäsur, aber nicht das Ende. Seitdem sitzt Felix Mack im Rollstuhl, querschnittsgelähmt nach Bruch der Halswirbelsäule. Ein blöder Unfall, ein unglücklicher Sturz bei einer Hochzeitsfeier hatte fatale Folgen. Er wird nie wieder Fußball spielen oder eine andere Sportart ausüben können. Das war eigentlich schon am nächsten Tag nach dieser Nacht von Samstag auf Sonntag mit der Not-OP in der Frankfurter Uni-Klinik klar. Die schnelle Überführung mit dem Hubschrauber drei Tage später in eine Spezial-Reha-Klinik in Heidelberg mit Querschnitts-Zentrum war enorm wichtig für die Genesung. Aber schon da war klar, dass die Lähmung bleiben wird und es nur noch geringe Fortschritte geben kann. „Ungewissheit im „absoluten Schockzustand“, wie es Felix heute beschreibt. „Man begreift gar nichts, man weiß auch nicht, wie es wird.“
Felix Mack ist nach dem Crash fest entschlossen, die Herausforderung zu akzeptieren. „Es ist hart, aber es gibt die Möglichkeit zu kämpfen.“ Wie nach einem Rückstand im Spiel. Felix war bei der SG Oberliederbach, seinem Herzensverein, meist Innenverteidiger. Kreisliga A, eher Breitensport, aber immer mit Herzblut dabei. Dann wollte er sich als Trainer für den Verein engagieren. Am Tag vor dem Unfall hat er seine erste Trainingseinheit geleitet, als Coach der „Zweiten“. Mit 32 Jahren und einigen Bänderrissen im Gepäck wollte er an die Seitenlinie wechseln, hatte sich „richtig darauf gefreut“. Zumal er sein Hobby auch zum Beruf gemacht hatte, als er drei Jahre zuvor nach seinem Studium beim DFB anfing.
Die wichtigste Stütze
Für den Weg zurück ins Leben braucht Felix neun Monate. Von der Erstversorgung über die Reha-Programme mit Physio- und Ergo-Therapie in verschiedenen Kliniken bis zur Rückkehr nach Hause. Sein Sport-Fokus, geprägt von Ehrgeiz und manchmal Schmerz-Resistenz, helfen ihm bei den harten Einheiten. Den Leuten in den Kliniken geht er schon fast auf die Nerven, weil er immer mehr will, als im Programm steht. Die fanden das aber auch gut, das hat er schon bemerkt. „Mir wurde wahnsinnig viel geboten an Unterstützung“, dafür ist Felix noch heute dankbar.
Die Rückkehr in das alte Umfeld ist dennoch brutal, es wird ein Kampf zurück ins Leben. Im Sitzen, die Beine funktionieren nicht mehr, die Muskeln sind weg, ein bisschen Schulterzucken und Armheben geht. Eine Sehnenverkürzung in den Fingern hilft, die Hände geschickt zu benutzen. „Man lernt den eigenen Körper auf neue Art und Weise kennen“, sagt Felix nachdenklich. „Felix hat sich keinen Tag hängenlassen“, bestätigt Patricia, die wichtigste Stütze in seinem Leben. Kurz vor dem Unfall haben sie sich verlobt, im vergangenen Sommer geheiratet. Um Weihnachten herum werden nun Felix und Patricia mit einem Baby zu dritt sein.
Die Rückkehr in den Beruf gelingt Felix nach eineinhalb Jahren. Der DFB unterstützt ihn sofort nach dem Unfall. Anfangs mit einer großen Spendenaktion der Mitarbeitenden. Bei der „Wiedereingliederung in das Berufsleben“ bietet der Arbeitgeber später Teilzeit-Tätigkeit und Flexibilität mit Homeoffice, Präsenz und Veranstaltungen. Felix arbeitet in der Direktion Amateurfußball und Fußball-Entwicklung in unterschiedlichen Projekten und ist voll integriert. Sein Kopf funktioniert ja, den Rest kann man mit Technologie wie Spracheingabe für E-Mails gut abfangen.
Viele Unterstützer
Zum Campus in Niederrad kommt Felix Mack von seinem Wohnort Kriftel noch mit dem Fahrdienst. Nächstes Jahr vielleicht mit dem Auto, das noch für viel Geld umgebaut werden muss. Den speziellen Führerschein hat er schon, die Leistung zur beruflichen Teilhabe übernimmt die Agentur für Arbeit. Für die Kosten für den Umbau in der Wohnung, etwa bei Küche und Bad, machen das andere. Viel Hilfe kommt aus der Familie und von Freunden. Die Schlappekicker-Aktion ist auch dabei, ihn durch monatliche Überweisungen mit gezielter Hilfe zu unterstützen. So konnte er sich davon etwa ein Handbike kaufen, um in seiner Freizeit sportlich aktiv zu sein.