Körbel im Interview: „Ich freue mich stets aufs Neue über unsere tolle Gemeinschaft“
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Am 15. September trägt die Eintracht-Traditionsmannschaft in Oberliederbach ein Benefizspiel aus. Im Mittelpunkt steht Schlappekicker-Schirmherr Karl-Heinz Körbel.
Frankfurt - Die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht tritt am Freitag, 15. September, um 18.30 Uhr zum Benefizspiel zugunsten der Schlappekicker-Aktion in Oberliederbach auf dem Sportplatz an der Wachenheimer Straße an. Im Blickpunkt steht Karl-Heinz Körbel - als Chef des Teams der Frankfurter Ex-Profis und als Schirmherr der Schlappekicker-Aktion. Vor dem Spiel der Eintracht-Oldies gegen eine Schlappekicker-Auswahl unterhielt sich Harald Stenger mit ihm.
FR: Immer mehr Stars laufen inzwischen für die 2009 gegründete Eintracht-Traditionsmannschaft auf. Wie kommt es dazu?
Körbel: Nach der Corona-Pause haben wir die Serie „Eintracht in der Region“ gestartet. Dadurch sind unsere Auftritte für Zuschauer und Spieler äußerst reizvoll. Die attraktiven Bedingungen lockten zuletzt Prominente der jüngeren Generation wie Alex Meier, Lajos Detari, Anthony Yeboah, Ioannis Amanatidis und David Abraham. Und unsere ältere Garde mit Rudi Bommer, Manfred Binz, Alex Schur, Cezary Tobollik, Slobodan Komljenovic, Ervin Skela, Norbert Nachtweih und Uwe Müller sind ebenfalls mit viel Spaß dabei. Ich freue mich stets aufs Neue über unsere tolle Gemeinschaft.
Wer hat bei so viel Routiniers das Sagen, wenn der Ball rollt?
Die Aufstellung mache ich. Und auf dem Platz bringt sich dann jeder ein, auch unsere Teamchefs Ronny Borchers, Wolfgang Trapp und Ralf Falkenmayer, die auf der Trainerbank sitzen. Wir haben aktuell einen guten Namen in Deutschland. Viele Bundesligisten fragen an, wie es so läuft bei uns. Sie staunen dann, wenn sie hören, dass von den Trainingsanzügen bis zu den Autogrammkarten alles einen professionellen Rahmen hat.
In diesen Tagen wird das 60-jährige Bestehen der Bundesliga gefeiert? Welche Erinnerungen werden da wach?
Ich denke besonders gerne an meine Begegnungen mit Fritz Walter, Uwe Seeler und Gerd Müller zurück. Diese drei Fußball-Größen haben mich nicht nur von ihrer Leistung wahnsinnig beeindruckt, sondern außerdem durch ihr faires Auftreten, ihre Liebe zur Tradition und ihr persönliches Engagement für Werte in unserem alltäglichen Leben.
Da gab es mal eine Begegnung bei der Schlappekicker-Weihnachtsfeier, die früher auf dem Henninger Turm stattfand …
Da war ich als Jungspund eingeladen und Fritz Walter, viele Jahre Schirmherr der Schlappekicker-Aktion, kam gleich auf mich zu. Ich habe ihn mit großem Respekt begrüßt: „Guten Tag, Herr Walter“. Seine Antwort: „Du bist doch der Charly. Ich bin der Fritz.“
Ein unvergessliches Erlebnis war vorher auch das Bundesliga-Debüt am 14. Oktober 1972 gegen die Bayern …
Ich habe damals gegen Gerd Müller gespielt. Dabei stand ich gar nicht im Kader für das Abschlusstraining und bin daher donnerstags nach Hause nach Dossenheim gefahren. Dann riss sich Friedel Lutz im Abschlusstraining am Freitagmorgen die Achillessehne. Daraufhin hat Trainer Erich Ribbeck mich nachnominiert, aber im Zeitalter ohne Handy mich lange nicht erreicht. Sogar meine Mutter wusste nicht, wo ich mit Kumpels unterwegs war. Als sie mich gefunden haben, fuhr mich mein Vater sofort ins Trainingslager nach Heusenstamm.
Und dann?
Nach dem Abendessen fragte mich Ribbeck, ob ich mir zutraue, Gerd Müller zu bewachen. „Warum nicht?“, antwortete ich. Der Trainer zögerte nicht: „Dann spielst Du morgen!“ Das war alles.
Keine Spur von Nervosität?
Natürlich wurde es mir etwas mulmig, als ich Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Paul Breitner, Uli Hoeneß und Gerd Müller vor dem Anpfiff im Waldstadion sah. Früher hatte ich von ihnen Autogramme gesammelt.
Noch eine Frage zur aktuellen Eintracht-Situation? Was können die Fans in dieser Saison erwarten?
Der Saisonauftakt der Eintracht ist eine gute Basis für erfolgreiche Monate. Trainer Dino Toppmöller ist dafür ein Hoffnungsträger. Er hat trotz des unwürdigen Abgangs von Kolo Muani einen starken und entwicklungsfähigen Kader mit ehrgeizigen Talenten. Die Mentalität des Teams stimmt. In der Bundesliga kann die Eintracht um die internationalen Plätze mitspielen. In DFB-Pokal und Conference League ist alles möglich. Ich schaue optimistisch nach vorne.