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Rudi Völler und Harald Stenger (v.r.). Foto: imago images
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Rudi Völler und Harald Stenger (v.r.).

Zwei Weggefährten im Gespräch

„Die Schlappekicker-Aktion ist eine Institution des Frankfurter Sports“

  • vonHarald Stenger
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Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler äußerte sich vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München über die Bundesliga, Kai Havertz, die Eintracht und warum er den FR-Schlappekicker unterstützt.

Erstmals begegneten sich die beiden bei einem Interview für die Frankfurter Rundschau - irgendwann 1977 auf dem Bieberer Berg: Harald Stenger, FR-Redakteur, und der damals 17 Jahre junge Rudi Völler. Geboren in Hanau, hatte der spätere Weltstar eine Ausbildung als Industrie-Kaufmann bei der IHK Offenbach begonnen, den praktischen Teil als Lehrling absolvierte er auf der Geschäftsstelle von Kickers Offenbach. Gleichzeitig machte er im OFC-Trikot seine ersten Schritte auf dem Weg zu einer erfolgreichen Profikarriere (Kickers, 1860 München, Werder Bremen, AS Rom, Olympique Marseille, Bayer Leverkusen).

In bester Erinnerung sind auch die Jahre 2001 bis 2004, als der Bundestrainer Rudi Völler mit dem Nationalmannschafts-Pressesprecher Harald Stenger zusammen für den DFB arbeitete - Höhepunkt war sicherlich der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 2002. Im folgenden Gespräch unter langjährigen Weggefährten beantwortet Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler, 60, aktuelle Fragen zu Bayer Leverkusen und zur Fußballbundesliga, zur Frankfurter Eintracht und natürlich zur Schlappekicker-Aktion.

Rudi, wie schaut man auf die Lage der Liga von der Tabellenspitze aus?

Wir haben zuletzt vieles gut und richtig gemacht. Gleichzeitig können wir alles realistisch einschätzen. In Köln haben wir ein Topp-Spiel gemacht. Und jetzt kommen eben die Bayern zu Bayer 04.

Wie ist die Erwartungshaltung vor diesem Gipfeltreffen?

Durch unsere Erfolgsserie haben wir großes Selbstbewusstsein. Wir wissen aber auch, dass wir auf die beste Mannschaft Europas, vermutlich der Welt treffen, die bis vor kurzem noch alle Gegner in ihre Einzelteile zerlegt hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir im Bundesliga-Spitzenspiel chancenlos sind. Wir wollen in der Tabelle vorne bleiben.

Was sind die Gründe, dass trotz des Verlusts von Stars, zuletzt erst Julian Brandt, dann Kai Havertz und Kevin Volland, die Leverkusener immer wieder ein starkes Team präsentieren?

Ganz bewusst wollten wir in dieser Saison den Spielern, die bei uns nicht so im Blickpunkt standen, eine Chance geben. Sie zahlen uns nun toll zurück, dass wir an sie geglaubt haben. Und bei Florian Wirtz war uns klar, dass er ein ganz großes Talent ist. Noch ein Gedanke zu Kai Havertz. Sein Transfer bescherte uns nicht nur die größte Einnahme in der Vereinsgeschichte, er ist auch der beste Spieler, den wir je hatten. Selbst wenn es in Chelsea derzeit besser laufen könnte für ihn: Er ist ein Weltklasse-Spieler, der in Zukunft überragende Leistungen bringen wird.

Wie kommt es, dass Bayer Leverkusen im Gegensatz zu früher konstant spielt und in dieser Bundesliga-Saison ungeschlagen ist?

Die Mentalität stimmt bei uns. Deshalb läuft es super und wir erzwingen auch manchmal das Glück, wenn ein Spiel eng wird. Den Erfolg haben wir uns hart erarbeitet. Wichtig ist, dass wir uns durch Druck von außen nicht beeinflussen lassen. Und wir haben einen Top-Trainer, der attraktiven Offensivfußball spielen lässt und in der Defensive auf hohe Stabilität achtet.

Wie fällt das aktuelle Urteil über Hansi Flick aus?

Als er die Mannschaft übernahm, war schnell zu sehen, dass das Bayern-Spiel seine Handschrift trägt. Er hat das nicht nur taktisch super gemacht. Die große Stärke von Hansi ist von jeher, dass er immer authentisch ist. Fünf Titel mit den Bayern zu gewinnen, ist ein überragendes Ergebnis.

Wer wird deutscher Meister?

Bayern München ist und bleibt der Topfavorit. Unser Ziel ist es, uns wieder für die Champions League zu qualifizieren. Es wird eine spannende Saison, denn auch Leipzig und der BVB sind stark. Und Wolfsburg, Gladbach oder andere Verfolger, die derzeit vielleicht noch ein bisschen unter dem Radar sind, darf man ebenfalls nicht abschreiben.

Aktuell herrscht bei den Bayern große Freude darüber, dass Robert Lewandowski zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde. Sind solche Titel heute wirklich noch wichtig?

Natürlich. Das ist eine große Ehre und Anerkennung. Zugleich eine hochverdiente Wahl, ebenso wie die von Manuel Neuer als Welt-Torhüter. Lewandowski hat nicht nur gewonnen, weil er Torschützenkönig in der Champions League und Bundesliga geworden ist. Er war in einer perfekten Bayern-Saison auch als eine der Führungsfiguren auf dem Platz enorm wichtig für das Team. Dass er Ronaldo und Messi geschlagen hat, spricht nicht nur für ihn, sondern außerdem für die Bundesliga und ihren internationalen Stellenwert. Das freut mich.

Anfang Januar stehen für Leverkusen in Bundesliga und DFB-Pokal zwei Spiele gegen Eintracht Frankfurt binnen zehn Tagen an ...

Das sind 50:50-Spiele. Wir lassen uns nicht blenden davon, dass die Eintracht einige Punkte liegen hat lassen. Wir lassen uns nicht von ihrem Tabellenplatz irritieren. Sie hat eine starke Mannschaft, die am Saisonende weiter oben stehen wird. Dankbar sind wir, dass Fredi Bobic und Axel Hellmann uns unterstützt haben bei der Verlegung des Pokals-Spiels. Das war gelebtes Fairplay.

Themenwechsel: Derzeit läuft die 70. Schlappekicker-Sammlung der FR und einer der prominenten Unterstützer heißt Rudi Völler. Woher kommt die Schlappekicker-Wertschätzung?

Schon früh wusste ich, dass es die Schlappekicker-Sammlung gibt und sie überall einen guten Ruf genießt. Ich hörte das erstmals, als ich bei den Kickers als 17jähriger mit der ersten Mannschaft trainierte. Da staunten viele, wer alles zur Schlappekicker-Weihnachtsfeier kommt. Das war stets ein Stelldichein der Fußball-Prominenz, vom Bundestrainer bis zu den großen Spielern der wichtigen Klubs aus dem Rhein-Main-Gebiet. Als ich erstmals eingeladen wurde, habe ich natürlich sofort zugesagt. Heute freue ich mich, wenn ich bekannte Namen ehemaliger Spieler in der Spendenliste lese. Etwa Kickers-Legende Hermann Nuber, der am Bieberer Berg mein großer Förderer war, und Dieter Stinka, Mitglied der 59-er-Meistermannschaft der Eintracht. Oder bekannte Gesichter aus späteren Zeiten, beispielsweise Jürgen Grabowski, Andreas Möller oder Manfred Binz.

Welche persönlichen Erinnerungen an die Schlappekicker-Aktion sind geblieben?

Ich war im Kreis der Schlappekicker-Mitglieder und –Freunde letztmals als Gast bei der Jubiläums-Feier zum 60jährigen Bestehen dabei. Da habe ich mich über viele Begegnungen mit Weggefährten aus vielen Jahren gefreut. Es waren sich an diesem Abend alle einig, dass die Schlappekicker-Aktion eine Institution des Frankfurter Sports ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass Eintracht Frankfurt als Bundesligist der Stadt nicht nur finanziell ein großer Förderer der Aktion ist, sondern auch bei Veranstaltungen dabei ist. Die Besuche von Fredi Bobic und Axel Hellmann in den beiden vergangenen Jahren beim Schlappekicker-Abend im Eintracht-Museum und ihre Berichte über ihre Arbeit sind von großem Wert für das Standing der Aktion.

Was fasziniert am meisten an der Idee der Schlappekicker-Aktion?

Ich finde es gut, dass man ganz bewusst darauf setzt, als regional orientierte Advents- und Weihnachtssammlung bekannte und unbekannte Spenderinnen und Spender anzusprechen. Und dass man im Laufe der Jahre einerseits die Tradition hochgehalten und gleichzeitig moderne Ideen initiiert hat. Früher lag das Hauptaugenmerk allein auf der Unterstützung unverschuldet in Not geratener Sportler. Heute werden zusätzlich Sportvereine und –institutionen unterstützt, die sich in ihrem Alltag gesellschaftlich engagieren oder gezielt was für die Integration von behinderten Sportlern tun. Dazu haben wir als Bayer 04 Leverkusen in diesem Jahr mit einer kleinen Spende auch einen Beitrag geleistet.

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