Ärger über niedrige Zinsen
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Ein Schülerteam vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach (Vogelsbergkreis) analysiert die Politik der Europäischen Zentralbank und gewinnt Wettbewerb.
Mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es schon ein Ärgernis. Vor allem für jene, die etwas Geld auf dem Sparbuch haben – dafür aber so gut wie keine Zinsen mehr bekommen. Für jene allerdings, die sich Geld leihen wollen, etwa um ein Haus zu kaufen, ist das niedrige Zinsniveau erfreulich.
So weit die Verbraucherperspektive. Vinzent Narz, Andreas Silmann und Till Trier haben noch viel genauer hingeschaut. Die drei Schüler vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach (Vogelsbergkreis) haben das Handeln der EZB daraufhin untersucht, welche Folgen es für ganze Staaten und Staatengemeinschaften hat.
Dazu haben sie beispielsweise die wirtschaftliche Entwicklung Portugals mit der Deutschlands verglichen, 25 Unternehmen befragt, mit Wissenschaftlern gesprochen und Ausstiegsszenarien aus dieser Politik des billigen Geldes entwickelt.
Der Beitrag der drei Jugendlichen zum Wettbewerb „präsentieren & gewinnen“ hat die Jury derart beeindruckt, dass sie dem Team vom Humboldt-Gymnasium und dessen betreuendem Lehrer Karsten Krämer den Sonderpreis für die umfassendste und tiefgründigste Arbeit in der aktuellen Wettbewerbsrunde zuerkannt haben.
„Anlass für unsere Arbeit war, dass sich in den Familien viele über die niedrigen Zinsen aufregen“, erklärte Vinzent. „Uns ging es dann darum, die verschiedenen Ebenen zu beleuchten, die das Thema hat“, ergänzte Till. Dass dies gelungen ist, machte VhU-Geschäftsführer Jörg Feuchthofen deutlich. „Das, was Sie abgeliefert haben, würde auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen“, sagte er.
Seinen Preis hat das Team aus Lauterbach nun eingelöst. Zusammen mit Jörg Feuchthofen und dem Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, Matthias Rust, besuchten die vier das Druckzentrum der Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf, in dem auch die Frankfurter Rundschau gedruckt wird. Zuvor hatten die Schüler und ihr Lehrer bei einem Besuch der FR-Redaktion Gelegenheit, sich im Gespräch mit FR-Redakteur Peter Hanack über die Produktion einer Tageszeitung in all ihren gedruckten und digitalen Erscheinungsformen zu informieren.
Zum Ende der 90-minütigen Tour durch das Druckzentrum konnten die Gäste aus Lauterbach dann gleich noch ein Stück Informationsvorsprung mitnehmen: die frisch aus den Maschinen gezogene Frankfurter Rundschau vom nächsten Tag.