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Bei der Weihnachtsfeier begeisterte die Kindergarde der "Krätscher" das Publikum.

FR-Verein "Not gemeinsam lindern"

FR-Altenhilfe knackt wieder Millionengrenze

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Ein Großteil der Spenden wird für die Oster- und Weihnachtsbeihilfen der bedürftigen alten Menschen ausgegeben, um die sich die Altenhilfe kümmert.

In dem kleinen Büro der FR-Altenhilfe klingelt unentwegt das Telefon: Zum Glück kann an diesem Vormittag Aushilfskraft Christoph Wieland die Anrufe entgegennehmen. Susanne Richter-Madison, hauptberuflich bei der DAK als Gesundheitsberaterin tätig, hat sich zuletzt an zwei Tagen in der Woche für die Altenhilfe loseisen können. Aber das langt hinten und vorne nicht, um die erkrankte Geschäftsführerin Gina Lülves zu ersetzen.

„Wir schaffen nur das Nötigste“ bedauert Richter-Madison. Während also vieles liegen bleiben muss, haben die FR-Leserinnen und -Leser der Altenhilfe die Treue gehalten: Die Eine-Million-Euro-Marke bei den Spenden wurde bereits geknackt. Eine detaillierte Bilanz wird es – hoffentlich – zum Jahresende geben. Im vergangenen Jahr kamen genau 1.130.728,34 Euro zusammen.

Ein Großteil der Spenden wird für die Oster- und Weihnachtsbeihilfen der bedürftigen alten Menschen ausgegeben, um die sich die Altenhilfe kümmert. Wegen des personellen Engpasses wird dieses Geld 2018 erst mit Verspätung ankommen. Und so war der Hauptgrund für die vielen Anrufe die Nachfrage, wann endlich die Beihilfe eintreffen wird – in der Vergangenheit war das immer bis Mitte Dezember der Fall.

Gina Lülves und Susanne Richter-Madison (re.).

Christoph Wieland muss an diesem Vormittag die Anruferinnen und Anrufer noch ein wenig vertrösten. Viele würden gern eine Kleinigkeit zu Weihnachten für den Enkel besorgen oder sich selbst etwas gönnen. Die frohe Botschaft, die Wieland verbreiten kann: Das Geld ist unterwegs. Er und Richter-Madison wissen, dass nicht nur das Geld zählt: „Die Einsamkeit ist das Schlimmste.“

Einige FR-Leserinnen und -Leser werden die sonst üblichen Spendenlisten vermissen. Sie mussten dieses Jahr erst einmal hinter der Hilfe für die Bedürftigen zurückstehen, und auch die Spendenquittungen müssen noch geschrieben werden.

Kaum vorstellbar, wie viel Papierkram bei der Altenhilfe anfällt. Voraussetzung für jede Zuwendung ist ein Alter von mindestens 65 Jahren und ein aktueller Nachweis, Grundsicherung oder Wohngeld zu beziehen. „Viele bedürftige Menschen schicken uns die Bescheinigung aber erst kurz vor Weihnachten“, sagt Richter-Madison, die mit dem Einpflegen der Daten alle Hände voll zu tun hat.

In einem anderen Aktenordner stapeln sich die Anträge jener Bürgerinnen und Bürger, die gern in die Altenhilfe-Liste aufgenommen werden möchten. Sie müssen sich in Geduld üben, sagt Richter-Madison. Immerhin ist es ihr gelungen, „die wichtigsten“ Angelegenheiten über die Bühne zu bringen: Das sind außer den Zuwendungen für die Bedürftigen das Benefizkonzert mit den FR-All-Stars und ihren Gästen in der Katharinenkirche und die Weihnachtsfeier im Bürgerhaus Titusforum im Nordwestzentrum.

Seit 1984 ist Richter-Madison dem Verein verbunden – damals sammelte sie auf der Straße Spenden. Diese Straßensammlungen gibt es nun schon seit einigen Jahren nicht mehr. „Die Altenhilfe, das ist mein Herzblut“, sagt sie. Die Gespräche mit den alten Leuten, ihre Freude über die Zuwendungen und den einen oder anderen Ausflug – „das gibt einem so viel zurück“. Die Dankbarkeit der knapp 700 Seniorinnen und Senioren ist groß: Im Büro hängen unzählige Karten an der Wand, und immer wieder heißt es: „Danke“.

Als FR-Fotograf Christoph Boeckheler im Altenhilfe-Büro ihr das Werbeschild aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren mit dem historischen Charme in die Hände drückt, muss sie lächeln. Auch Richter-Madison ist eine begeisterte Fotografin. Landschaften sind ihr Motiv – oder Wendeltreppen. „Ich liebe Wendeltreppen“, sagt sie. Die Altenhilfe ist offenbar nicht ihre einzige Leidenschaft.

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