Schlappekicker-Benefizspiel: Traumwetter, flotter Fußball, beste Laune, viele Spenden
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Das Benefizspiel in Marxheim wird zum Familienfest. Rund 1200 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgen für gute Stimmung und eine Rekordeinnahme.
Das Flutlicht rund um den Kunstrasenplatz im Sportpark Heide hat bis zum Schluss durchgehalten. Und die letzten Sprints von Dutzenden jungen Kickern an diesem schönen Fußballtag auf dem idyllisch gelegenen Gelände des FC 1957 Marxheim ordentlich in Szene gesetzt. Das Gewusel auf dem Rasen und drumherum – mit dem Ziel, viele Selfies von den Eintracht-Stars von einst machen zu können – bietet ein wunderbares Bild. Fußball als Familienfest mit Kind und Kegel und ganz viel Leichtigkeit. Ein Abend, der belegt, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt sein kann.

Der FC Marxheim, die „Erste“ spielt in der Kreisoberliga, zehn Jugendteams sind im Einsatz, hatte für den Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit mit vielen Helfer:innen ein Fußballfest vorbereitet, bei dem Bier und Cola nie ausgingen, sich der Duft von Pommes und Bratwurst mit sommerlichen Waldgeruch mischte und es auch in der dritten Halbzeit reichlich Gesprächsthemen gab. Mit dabei Schiedsrichter-Legende Lutz Wagner, DFB-Lehrwart und TV-Experte. Souverän hat er die Partie geleitet und den Daumen sogar hochgereckt, als die Gastgeber zur Feier des Abends außerhalb des Sportgeländes ein paar Pyros zündeten.
Schlappekicker-Benefizspiele sind immer ein Treffen der Altstars
Die Schlappekicker-Benefizspiele sind immer wieder ein Treffen der Altstars, die früher mit dem Adler auf der Brust ins Waldstadion eingelaufen sind. Mit Leitwolf Karl-Heinz „Charly“ Körbel, Rekordmann mit 602 Bundesliga-Einsätzen für die Adlerträger, der die Eintracht-Traditionsmannschaft 2007 ins Leben rief und seitdem ihr Frontmann ist.
Die „Alten Herren“ wissen, was sie ihrem Publikum schuldig sind, Schlappekicker sind sie wahrlich nicht. Aber sie taten sich schwer gegen die Marxheimer Soma, die keineswegs nur Kanonenfutter sein wollte. Vor den Augen von Eintracht-Präsident Mathias Beck und dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Sparmann, der als Hofheimer Lokalmatador durch sein Engagement in vielen Details zum Gelingen des Abends beitrug, verteidigten die Gastgeber nicht zuletzt dank der Paraden ihres Torwarts bis in die 16. Minute das 0:0, ehe Alexander Schur das 1:0 für die Eintracht erzielte. Wiederum Schur und Uwe Bindewald erhöhten im Licht der letzten Abendsonne auf 3:0.

Auch Frankfurts OB Mike Josef schnürt die Fußballstiefel
In der ersten Elf der ersten Halbzeit hatte Kapitän Körbel neben anderen Cracks wie Rudi Bommer, Slobodan Komljenovic und Thomas Zampach auch Mike Josef auf den Kunstrasen geschickt. Mit der Nummer 10 auf dem Rücken trat der Frankfurter Oberbürgermeister auf und fügte sich bestens in das Team der Ex-Profis ein.
Im Interview mit FFH-Moderator Daniel Granitzny verriet er vor dem Anpfiff sein Ziel: „Länger als 25 Minuten durchhalten“. Mit Schur und Bommer an seiner Seite im Mittelfeld ging die Taktik auf, die Leistung des OB wurde allgemein wohlwollend beurteilt. Am Ende verließ das Eintracht-Traditeam mit Gastspieler Josef als 4:2-Sieger den Platz. Adrian Bartha und Nico Roth verkürzten für Marxheims Soma noch auf 2:4.

1200 Zuschauer:innen verfolgten das packende Spiel bis zum Ende. Dass so viele kamen war u. a. ein Verdienst der Main-Taunus-Verkehrs-Gesellschaft, die für das Benefizspiel einen kostenlosen Bus-Shuttler-Service von der Hofheimer Innenstadt in den Stadtpark Heide anbot.
Fußballabend in Marxheim: 12.000 Euro für den guten Zweck
Der größte Gewinner des flotten Abends mit viel Programm von der Trainingseinheit für Kids mit der Eintracht-Fußballschule über Torwandschießen und Speedkick bis zum Fotoshooting mit dem einst gewonnenen DFB-Pokal der Eintracht war wie erhofft die Schlappekicker-Aktion. Hochzufrieden zeigten sich Schlappekicker-Vorsitzender Arnd Festerling und sein Stellvertreter Harald Stenger über das Spenden-Ergebnis. Mehr als 12.000 Euro klingelten in der Kasse und bescherten damit eine Rekordeinnahme.

Neben dem Erlös aus dem Ticket-Verkauf und einer großzügigen Spende des Rhein-Main-Verkehrsverbunds war die Versteigerung von Eintracht-Trikots mit Autogrammen der Stars eine weitere Einnahme-Quelle. 1940 Euro klingelten dank dieser auch von den Business Eagles des Vereins unterstützte Aktion in der Schlappekicker-Kasse.

Ein wahrer „Versteigerungskrimi“ war das Finale, in dem es um das erste Eintracht-Trikot einer neuen Serie mit „Legendenbeflockung“ ging – in diesem Fall um Karl-Heinz Körbel mit dem einst gewonnenen Uefa‑Cup. Es ging hin und her, bis der Zuschlag für 800 Euro an eine Eintracht-Anhängerin erteilt wurde. Im Endspurt legte Körbel, der das packende Versteigerungs-Treiben aus nächster Nähe verfolgte, noch ein von ihm getragenes Paar Fußballschuhe zum Trikot drauf.