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FR-Stadtredaktion gewinnt Ippen.Media-Preis für Wahlberichterstattung

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FR-Stadtredaktion erhält Ippen.Media-Preis für Lokaljournalismus in München. Baha Kirlidokme, Monika Gemmer, Sandra Busch, Florian Leclerc, Georg Leppert, Michael Bayer.
FR-Chefredakteur Michael Bayer (rechts) mit dem Team der FR in München. © Baha Kirlidokme

Die Frankfurter Rundschau hat den dritten Platz beim Ippen.Media-Preis für Lokaljournalismus gewonnen. Herzstück der Berichterstattung zur Kommunalwahl war ein Tool, das es selten auf Stadt-Ebene gibt.

Wochenlang Thesen formulieren, Wahllisten hinterhertelefonieren, Antworten auswerten – und am Ende den Frankfurterinnen und Frankfurtern eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl bieten: Für diesen Einsatz ist die Stadtredaktion der Frankfurter Rundschau am Mittwoch mit dem dritten Platz beim „Ippen.Media-Preis“ für Lokaljournalismus ausgezeichnet worden. Die Redaktion habe die Wahlberichterstattung „auf ein neues Level“ gehoben, lobte die Jury bei der Preisverleihung im Münchner Pressehaus.

Ippen.Media-Preisverleihung: Michael Bayer mit Florian Leclerc, Monika Gemmer, Baha Kirlidokme, Sandra Busch, Georg Leppert und Juror Martin Krigar.
FR-Chefredakteur Michael Bayer (links) mit dem Team der FR und Juror Martin Krigar (rechts). © Marcus Schlaf

Die Redaktion habe „die Wahl nicht nur beobachtet, sondern aktiv begleitet“, erläuterte die Jury. Es handle sich um „das umfangreichste, aufwendigste und beste“ Wahlprojekt, würdigte Juror Martin Krigar die Arbeit des Teams um Ressortleiter Georg Leppert und Stellvertreterin Sandra Busch. Herzstück der Berichterstattung war der „FR-Wahlhelfer“, ein Tool mit 28 selbst formulierten Thesen zur Frankfurter Stadtpolitik. Anhand der Antworten der Wahllisten konnten die Nutzer:innen herausfinden, welche politischen Positionen ihren eigenen am nächsten kamen.

Bei Wahlen auf Bundes- und Landesebene kennt man solche Angebote nach dem Prinzip des „Wahl-o-Maten“ etwa von der Bundeszentrale für politische Bildung; auf kommunaler Ebene sind solche Wahlhilfen selten. Die FR hat sie exklusiv für Frankfurt umgesetzt.

Dabei hat die Redaktion Open Source Software und datenschutzfreundliche Analyse-Tools eingesetzt. Viele Tausend Wahlberechtigte haben rund um die Kommunalwahl von dem Angebot Gebrauch gemacht und konnten sich darauf verlassen, dass ihre Eingaben nicht gespeichert werden, weil der Wahlhelfer komplett im eigenen Browser durchgespielt wird.

Hinzu kamen Wahlprüfsteine, Stadtgespräche und Livestreams. Die Stadtredaktion habe komplexe Kommunalpolitik nahbar gemacht und echtes Bürgerengagement gefördert, hieß es in der Begründung von „Ippen.Media“. „Die FR hat über die Wahl nicht nur berichtet, sondern moderiert“, brachte es Laudator Krigar auf den Punkt.

„Wir wollen Menschen befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wir wollen Demokratie nicht nur beobachten, sondern die Voraussetzungen für eine informierte demokratische Debatte schaffen“, sagte FR-Chefredakteur Michael Bayer in seiner Rede zur Preisverleihung. „Die Zukunft des Journalismus entscheidet sich auch im Lokalen. Dort, wo politische Entscheidungen das Leben der Menschen unmittelbar verändern.“

Wie wichtig Lokaljournalismus ist, betonte bei der Preisverleihung auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er sei „die beste Form des Journalismus, die man hat“, sagte Söder. Lokaljournalismus schaffe Vertrauen und Orientierung für die Menschen vor Ort. „Lokal und regional sind Ankerpunkte.“

Den Preis nahmen neben Chefredaktion und Ressortleitung die FR-Redaktionsmanagerin Monika Gemmer sowie die Stadtredakteure Florian Leclerc und Baha Kirlidokme entgegen.

Platz zwei ging an Andreas Thieme und Nadja Hoffmann von der Mediengruppe Münchner Merkur/tz für den Podcast und die Veranstaltungsreihe „True Crime München“. Für sein Videoprojekt „Playoffs“ erhielt Marko Aleksic von den OVB-Heimatzeitungen in Rosenheim den ersten Preis. Er begleitete Nachwuchsspieler des Eishockeyprofiklubs Starbulls Rosenheim in den Halbfinalspielen um die Juniorenmeisterschaft. Frank Lahme, Leiter der Lokalredaktion des „Westfälischen Anzeigers“ in Hamm, erhielt den Dr.-Dirk-Ippen-Sonderpreis für Lokaljournalismus.