Maschinenraum der Götter: Wie unsere Zukunft erfunden wurde - Liebieghaus Skulpturensammlung
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Die Liebieghaus Skulpturensammlung widmet sich in diesem Jahr einer der aufregendsten Verbindungen in der Geschichte der Menschheit – jener zwischen Kunst und Technik. Es ist eine globale Erzählung voller Mythen und Visionen, geheimnisvoller Fabeln, fiktiver und realer Innovationen und herausragender Meisterwerke. Die Ausstellung mit dem Titel „Maschinenraum der Götter. Wie unsere Zukunft erfunden wurde“ berichtet von der Geschichte der Wissenschaften in den antiken, arabischen und asiatischen Kulturen und ihrem Einfluss auf die Entwicklung der Kunst.
„techne“ steht für alle Künste
In der Antike sind Technologie und Kunst eng miteinander verwoben. Der griechische Begriff techne steht für alle „Künste“ – ob Ingenieurs- oder Baukunst. Es geht vornehmlich um das Wissen und das Forschen des menschlichen Geistes. Wissenschaftliche Forschung wird gefördert, um den Menschen zivilisatorisch und kulturell weiterzubringen. Ob die Pyramiden des altägyptischen Masterminds Imhotep, die vom griechischen Autor Heron beschriebenen mechanischen Automaten und animierten Skulpturen oder Experimente mit der ersten Camera obscura durch den arabischen Mathematiker Alhazen, sie alle stehen beispielhaft dafür, wie wissenschaftliches und künstlerisches Arbeiten zusammengehen.
Werke aus aller Welt
In Frankfurt werden 97 bedeutende Werke aus internationalen Museumssammlungen wie etwa dem Benaki Museum in Athen, dem Museo Archeologico Nazionale in Neapel, dem Metropolitan Museum of Art in New York, den Musei Capitolini in Rom, dem Kunsthistorischen Museum in Wien sowie aus dem Bestand der Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert – darunter etwa die Statuette des Imhotep (Ägypten, 332–30 v. Chr.), die Statue der Athena (römisch, 1. Jh. n. Chr.), die Statue des Atlas (sog. Atlas Farnese) (römisch, 2. Jh. n. Chr. mit neuzeitlichen Ergänzungen), der Kopf eines Buddha (Kambodscha, Angkhor Wat, Ende 12. – Anfang 13. Jh.), ein Universalastrolabium (von Ahmad Ibn as-Sarrag, Syrien, 1328–1329), die Maria Immaculata (von Matthias Steinl, Wien, 1688) oder der Apollo Kithara (von Jeff Koons, 2019–2022). Eine multimediale Ausstellungsarchitektur verwandelt das gesamte Liebieghaus in ein Museum, in dem Kunst und Wissenschaft aus über fünf Jahrtausenden lebendig werden.

Bedeutende Leihgaben
„Die Ausstellung im Frankfurter Liebieghaus wirft einen unverstellten Blick auf die antike Wissenschaft und ihren kulturgeschichtlichen Einfluss. In der Antike können wir das Phänomen beobachten, wie aus der Wissenschaft die Vorstellung einer zukünftigen fantastischen Technologie entwickelt wurde, in etwa so, wie wir es heute aus dem Genre der Science-Fiction kennen. Mit Hauptwerken der Sammlung des Liebieghauses und bedeutenden Leihgaben zeigen wir kaleidoskopartig die aufregende Verbindung zwischen Kunst und Technik in über fünf Jahrtausenden. Das Liebieghaus feiert zugleich auch eine Weltpremiere, die Entschlüsselung des sensationellen Mechanismus von Antikythera – eines der ersten Computer, mit dem Planetenkonstellationen berechnet wurden und die Menschen in die Zukunft blickten“, sagt Dr. Philipp Demandt, Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung, über die Ausstellung.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Art Mentor Foundation Lucerne, Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH und die Freunde der Tat des Städelschen Museums-Vereins e. V.

Technik und Ästhetik
Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann, Kurator der Ausstellung und Leiter der Antikensammlung des Liebieghauses, erläutert: „Die Bedeutung von Naturwissenschaften und Technologie für die Kunst war den Menschen offensichtlich zu allen Zeiten bewusst, außer im 20. Jahrhundert. Bis dahin störte sich niemand an der Engführung von Technik und Ästhetik, die in den antiken, arabischen und asiatischen Kulturräumen als selbstverständlich galt. Im 20. Jahrhundert wurde diese Einheit von Kunst und Technik irrtümlich aufgespalten. Diesen Graben gilt es nun wieder zu schließen, um der Kunst und ihrer Geschichte gerecht zu werden. Ein Beitrag ist unsere Ausstellung, die dafür ein Netzwerk aus Künstlern und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zusammenführt, um ihre neuesten Forschungen und Leistungen im Bereich der Wissenschaftsgeschichte vorzustellen.“
Die Ausstellung erstreckt sich über die gesamte Sammlungspräsentation der Liebieghaus Skulpturensammlung und bietet beeindruckende Dialoge zwischen den Werken des Liebieghauses und Leihgaben aus internationalen Museumssammlungen. Der Rundgang umfasst eine Zeitspanne von mehr als fünf Jahrtausenden.
Auf einen Blick
Ort: Liebieghaus Skulpturensammlung, Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt
Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch 12 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Information: www.liebieghaus.de
Besucherservice und Führungen: info@liebieghaus.de, buchungen@liebieghaus.de
Telefon: (0 69) 60 50 98-2 00 | Fax: (0 69) 60 50 98-1 12
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren, Tickets sind auch im Online-Shop unter shop.liebieghaus.de erhältlich.
Überblicksführungen: Tickets für die Tour zur Ausstellung jeweils freitags und samstags zum Preis von 15 Euro (Eintritt und Führung) gibt’s im Online-Shop unter shop.liebieghaus.de.
Online-Tour: Die Online-Tour ermöglicht es, die zum Teil technisch aufwendigen Ausstellungsstücke in einer einzigartigen Nahsicht zu erleben. Jeweils mittwochs, 12 Uhr; Tickets zum Preis von 5 Euro sind im Online-Shop unter shop.liebieghaus.de erhältlich.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein Katalog (296 Seiten, deutsche und englische Sprachausgabe) mit 18 Beiträgen von Lis Brack-Bernsen, Vinzenz Brinkmann, Tony Freeth, Ulrike Koch Brinkmann, Adrienne Mayor, Martina Müller-Wiener, Effie Photos-Jones, Oliver Primavesi, Roshdi Rashed, Jakob Salzmann, Shiyanthi Thavapalan und Françoise Villedieu. Der Verkaufspreis der deutschen Museumsausgabe liegt bei 35 Euro; die englische Buchhandelsausgabe kostet 45 Euro.
Audioguide-App: Die App in deutscher Sprache beinhaltet Audiotracks und Abbildungen zu rund 20 Stationen und hat eine Dauer von etwa 60 Minuten. Die Tour ist als kostenlose App für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich und kann entweder bequem von zu Hause oder im Liebieghaus WiFi auf das Smartphone geladen werden. Vor Ort im Museum kann der Audioguide zu einem Preis von 5 Euro (8 Euro für zwei Audioguides) ausgeliehen werden.
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