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Geld vom Schlappekicker: Der zweite Vorsitzende Harald Stenger (Mitte) überreicht Denis Bambusek (links) von der Frankfurter Bolzplatzliga den Scheck über 2000 Euro.

Hilfe für Sportler*innen

Spielend Respekt lernen

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Die Schlappekicker-Aktion unterstützt die Frankfurter Bolzplatzliga.

Es gibt Situationen, die Emotionen auf fast jedem Fußballplatz hochkochen lassen: Eine rüde Grätsche des Gegners, ein Aufschrei des Gefoulten – da ist die Rudelbildung programmiert, ob in der Bundesliga oder ein paar Etagen tiefer in der Frankfurter Bolzplatzliga „F43+“. So ist das auch beim Finale der Bolzplatzliga auf den Trainingsplätzen vor der WM-Arena im Stadtwald. Doch die Zuschauer staunen: Das Foul ist geschehen und nichts passiert, zumindest nichts Aggressives. Denn sofort – und das ist eine Devise dieses Turniers für die jugendlichen Hobbyfußballer – tun alle alles, um den schwelenden Konflikt nicht eskalieren zu lassen, es wird weitgehend besonnen reagiert, klärende Worte beruhigen Gemüter, und nach einem kurzen Handschlag geht das Spiel normal und fair weiter.

Zum siebten Mal hatten sich in diesem Jahr die Mannschaften am Stadion der Frankfurter Eintracht versammelt, um die Sieger auszuspielen. Gegründet wurde die Bolzplatzliga 2013 vom Sportkreis Frankfurt, in vier Altersklasse treten seitdem Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren auf den Bolzplätzen der Stadt gegeneinander an. Die beeindruckende Erfolgsgeschichte der Liga wurde am Finaltag von der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau gewürdigt. Seit 68 Jahren fördert der gemeinnützige Verein unverschuldet in Not geratene Sportlerinnen und Sportler sowie Sportvereine und -initiativen, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren.

Raus aus dem Kiez

Der stellvertretende Vorsitzende der FR-Schlappekicker-Aktion, Harald Stenger, überreichte dem Projektleiter Denis Bambusek vom Gallus-Projektbüro des Sportkreises Frankfurt nach den Finalspielen einen Scheck über 2000 Euro. Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, freute sich über die Unterstützung: „Die Bolzplatzliga wird zu 80 Prozent durch private Sponsoren und Spenden finanziert. Darauf sind wir sehr stolz.“ Er schätzt vor allem die Selbstorganisation, welche die Jugendlichen durch das Projekt lernen. Auch beim Thema Integration leistet die Bolzplatzliga aus Sicht der Organisatoren sehr gute Arbeit. Der lockere Umgang in den Teams und unter den Teams ist ein echt positives Zeichen

Zwischen April und Oktober waren 37 Teams aus 14 Stadtteilen gegeneinander angetreten, darunter geschlechtergemischte Mannschaften, Mädchenteams und Kinder mit Handicap. Der Name der Liga „F43+“ ist an die 43 Frankfurter Stadtteile angelehnt. „Die Jugendlichen sollen aus ihrem Viertel rauskommen“, erklärt Bambusek, „zudem wollen wir die Bolzplatzkultur am Leben erhalten.“

Die meisten Spielerinnen und Spieler werden über die Kooperationen des Gallus-Projektbüros mit Kinder- und Jugendeinrichtungen aus der ganzen Stadt erreicht. „Einrichtungen, die einmal mitgemacht haben, bleiben zu 90 Prozent dabei“, freut sich Bambusek. Organisiert werden die Spiele von den Jugendlichen selbst, gespielt wird auf dem Aschenplatz an der Nidda in Hausen, auf Asphaltbelag unter der Friedensbrücke am Main oder auf Gummi im Nordpark Bonames. Das Herz der Frankfurter Bolzplatzliga bildet der Ligarat, der Konflikte jedweder Art im Spieltrieb lösen soll und sich zusammensetzt aus den Mannschaftssprechern, die auch freiwillig als Schiedsrichter bei den Turnieren zusätzlich Verantwortung übernehmen. Für den 18 Jahre alten Filmon, Kapitän vom Team V.L. Nied, ist das Finale im Eintracht-Stadion der „Höhepunkt der Saison, vor allem auch, weil der Untergrund angenehmer ist. „Der Kunstrasenplatz hier ist sehr schön, ganz anders als die anderen Plätze.“ An der Bolzplatzliga gefällt ihm vor allem der multikulturelle Aspekt. „Es ist völlig egal, wo jemand herkommt. Durch den Fußball sprechen wir alle eine Sprache.“ Im Team des V.L. Nied tummeln sich Jugendliche aus der Türkei, Afghanistan und Eritrea.

Zum Team gereift

Auch die Betreuer sind begeistert. „Wir sind im Laufe der Saison zu einem echten Team geworden“, sagt Nathalie Dorendorf, Einrichtungsleiterin des Jugendklubs Georgskeller. Ihr U15-Team trat in diesem Jahr erstmals in der Bolzplatzliga an und wurde direkt Dritter. Dorendorf freut’s: „Die Jungs hat der sportliche Ehrgeiz gepackt. Nächstes Jahr wollen wir wieder dabei sein“ - um die Frankfurter Bolzplätze im Zeichen von Fair Play, Toleranz und Respekt aufs Neue zu beleben.

Schlappekicker

Der Schlappekicker hilft seit mehr als 65 Jahren Sportlerinnen und Sportlern, die unverschuldet in Not geraten sind. Zudem fördert die FR-Aktion Sportvereine und -initiativen, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren.

Wenn Sie mehr über die aktuellen Projekte der Schlappekicker-Aktion, deren Historie, prominente Förderer und die Satzung wissen wollen, finden Sie uns im Internet unter folgendem Link: fr.de/schlappekicker

Spendenkonto: Schlappekicker-Aktion Frankfurter Volksbank IBAN: DE64 5019 0000 6700 9870 25 BIC: FFVBDEFF

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