Die Gründerinnen Carolin Stotz und Lara Heß (vorne).
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Die Gründerinnen Carolin Stotz und Lara Heß (vorne).

Jugend gründet

Mit einer App CO2 einsparen: Schülerinnen ziehen mit „Need of World“ in „Jugend gründet“-Finale ein

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Mit einer App wollen zwei Schülerinnen dem Planeten Gutes tun. Ihr Konzept hat die beiden 16-Jährigen ins Finale von „Jugend gründet“ geführt.

Wer nachhaltig leben will, hat es nicht leicht. Aus dem Internet und dem Bekanntenkreis gibt es viele Ratschläge: Tu dies, verzichte auf jenes. Aber was nutzt der Umwelt wirklich? „Da verliert man schnell den Überblick“, sagt Carolin Stotz. Gemeinsam mit Lara Heß will sie das ändern. Die beiden 16 Jahre alten Schülerinnen haben Need of World (NoW) gegründet. Die App soll Menschen zum nachhaltigen Leben motivieren, ohne Druck oder erhobenen Zeigefinger.

Das Start-up aus dem hessischen Geisenheim, wo Heß und Stotz die Schule besuchen, setzt auf Gamification, also auf den Spieltrieb. Nutzerinnen und Nutzer sammeln Punkte, schalten neue Level frei und können Awards gewinnen. Der Verzicht auf Plastikflaschen, die Fahrt mit dem Rad statt der Bahn, das vegetarische Mittagessen in der Kantine – all das erhöht den Punktestand und senkt den ökologischen Fußabdruck. „Auch das kleine Handeln hilft der Umwelt“, sagt Lara Heß, „aber im Alltag fehlt die Rückmeldung: ‚Das war gut und hat CO2 eingespart.‘ Das soll sich mit unserer App ändern.“

Neben spielerischen Elementen bietet die App Hintergrundinformationen zu einem umweltfreundlichen Leben; Nutzerinnen und Nutzer können ihre Erfahrungen mit der Community teilen.

Eine gute Idee, fand auch die Jury von Jugend gründet. Stotz und Heß sind ins Finale des Wettbewerbs eingezogen, der vom Bundesbildungsministerium gefördert wird. Dabei setzten sie sich gegen mehr als 3700 andere Schülerinnen und Schüler durch. Zuvor mussten sie im Rahmen des Wettbewerbs spielerisch auf typische Herausforderungen reagieren, mit denen Gründerinnen und Gründer konfrontiert werden: Sie suchten nach Geschäftsideen, entwickelten Businesspläne und verwarfen sie wieder und erlebten die Höhen und Tiefen der Konjunktur.

Nun präsentieren die zehn Finalteams noch bis Mittwoch ihre Geschäftsideen – etwa einen energieautarken Leitpfosten, einen Brandmelder für Waldbesitzer oder eine kompostierbare Obstschale. Pandemiebedingt finden die Pitches online statt. Die Teams mussten Videos drehen, Texte schreiben und Fotos machen. Das Ziel wie bei jedem Pitch: die Jury und das Online-Publikum überzeugen – von sich, der eigenen Idee, dem Produkt. Setzen sich Stotz und Heß im Finale durch, könnte es für die beiden jungen Gründerinnen ins Mekka der Start-up-Kultur gehen: Der Hauptpreis ist eine Reise ins Silicon Valley, die Heimat von Facebook, Google und Tesla.

Reich werden wollen die beiden Schülerinnen mit der App nicht, auf sicheren Füßen soll das junge Unternehmen aber stehen. „Die App soll kostenlos sein und sich mit Werbung finanzieren“, sagt Heß. Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern: Für Jugend gründet haben Stotz und Heß einen Prototyp entwickelt. Nach dem Wettbewerb soll es an die praktische Umsetzung gehen.