Louisa Wenkemann und Sebastian Seibert (beide in der Mitte) mit ihrem Team.
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Louisa Wenkemann und Sebastian Seiber (beide in der Mitte) mit ihrem Team.

Abschminktücher

Schmink es Dir einfach – und nachhaltig – ab

Tagtäglich verschwinden Make-up-Reste in Bergen von Wattebäuschen. Ein Müllproblem. Louisa Wenkemann und Sebastian Seiber wollen das mit ihrem Start-up Nakt ändern.

Louisa Wenkemann und Sebastian Seiber haben Architektur studiert. Ihr erster großer Entwurf ist allerdings ziemlich klein: ein 15 mal 15 Zentimeter großes Abschminktuch, das sich mehrfach verwenden lässt. Damit wollen die Gründerin und der Gründer von Nakt Schluss machen mit dem Müll, der beim Abschminken entsteht. Eineinhalb Jahre haben sie an dem Textil geforscht. Im Zukunftsfragebogen berichten sie über Träume, Erfolge und Tränen.

Welches Problem löst ihr Unternehmen?

Unser Ziel: Das nachhaltigste Abschminktuch der Welt. Unser Abschminktuch entfernt Mascara, verschmierten Lippenstift und Alltagsdreck. Alles was man dafür braucht, ist Wasser. Damit das Tuch lange wiederverwendbar bleibt, kann es in der Waschmaschine einfach mitgewaschen werden. Aber auch nach der täglichen Reinigung trocknet es schnell und bietet Bakterien keine Wachstumsgrundlage. Das macht unser Tuch besonders hygienisch. Vor allem im Vergleich zu Baumwolle oder anderen Fasern.

Zukunft hat eine Stimme

Das Projekt: Mit „Zukunft hat eine Stimme“ gibt die Frankfurter Rundschau Gründerinnen, Fortschrittmachern, Aktivistinnen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern Öffentlichkeit.

Die Gründer: Mehr über das Darmstädter Start-up Nakt erfahren Sie auf der Website des Unternehmens.

Warum haben Sie gegründet?

Für uns war es schon immer ein Traum, einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Nachdem wir dann auch so viel unserer Zeit in Entwicklung und Prototyping gesteckt hatten, haben wir uns natürlich auch gewünscht, unser Ergebnis und unsere Idee in die Welt tragen zu können. Zudem macht es auch einfach Spaß, ein Produkt so genau zu kennen und wirklich so nachhaltig wie möglich entwickeln zu können, auch wenn viel Schweiß und Tränen auf dem Weg dazugehört haben.

Was war das emotionalste Erlebnis?

Der Moment, als wir einsehen mussten: die erste Lieferung nach ewiger Entwicklung ist komplett unbrauchbar. Da glaubten wir: Jetzt ist Schluss. Aber wir rappeln uns immer wieder auf, man darf einfach nie aufgeben! Man kommt halt mal an den Punkt, an dem man sich überlegen muss: „Kann ich meine Miete noch zahlen oder nicht?“ Das gehört eben dazu. Genauso auch die Freudentränen, als dann endlich alles lief.

Was war unterwegs die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung für uns war natürlich, das Textil so hinzubekommen, dass es unseren und auch den Ansprüchen der Zielgruppe gerecht wird: Super weich, nachhaltig in allen möglichen Produktionsschritten, super effizient – und dann, das auch in die Herstellung so zu integrieren, wie sie jetzt ist. Ein langer Weg, aber wir können ein kleines bisschen stolz darauf sein.