Simon Schmidt, Gründer von Teaballs, liebt Tee
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Teaballs sollen Teeliebhaber begeistern

Teaballs

Tee aus der Hosentasche

  • Paul Siethoff
    vonPaul Siethoff
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In der kalten Jahreszeit ist Tee wieder en vogue: Teaballs-Gründer Simon Schmidt produziert Tee-Tabletten, die gleich mehrere Probleme von Teetrinkern lösen sollen

Wasser kochen, ein Beutel schwarzen Tee in die Tasse, Wasser dazu kippen, warten. Während des Wartens mit irgendetwas ablenken, den Tee vergessen. Sich 20 Minuten später wieder an den Tee erinnern – Mist, der ist mittlerweile extrem bitter und ungenießbar. Das Problem des „Tee-vergessens-und-zu-lange-ziehen-lassens“ kennt jede Teetrinkerin.

Simon Schmidt hat eine Idee, die das ändern soll. Der aus dem hessischen Gründau stammende 37-Jährige hat dafür die „Teaballs“ erfunden. Teaballs bestehen aus in Tablettenform gepresstem Teeextrakt und werden genauso wie herkömmlicher Tee zubereitet. Sie haben aber einen entscheidenden Vorteil: „Das Ziehzeitdrama hat ein Ende“, sagt Schmidt. Denn: „Die Teaballs lösen sich auf und ziehen im Tee nicht nach.“

Die Teaballs benötigen keine Beutel

Genau dieses „Ziehzeitproblem“ hat Schmidt zu der Gründung seines Startups geführt. 2017 suchte der passionierte Teetrinker nach einer Möglichkeit, hochwertigen Tee ohne Beutel oder Teeblätter herzustellen. Mit Unterstützung seiner Schwester, die Lebensmitteltechnikerin ist, fand er die Lösung in Form von Pflanzenextrakten.

ZUKUNFT HAT EINE STIMME

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Um aus den Blättern und der Blüte der Teepflanze die komprimierten Teaballs herzustellen, entwickelte Schmidt ein eigenes Verfahren: Zu Beginn werden die Pflanzenteile schockgefrostet und zerkleinert. Daraus wird ein Tee aufgegossen. Danach wird dem Tee das Wasser wieder entzogen, zurück bleibt ein Pulver. Dieses Pulver wird dann in Tablettenform gepresst, fertig sind die Teaballs. Zu Beginn stellte Schmidt die Tabletten noch von Hand mit einer Apothekerpresse her, später optimierte und automatisierte er den Prozess.

Die Teaballs lösen sich auch in kaltem Wasser auf - etwa für Eistee

Für ihn bieten die Teaballs noch weitere Vorteile: Zum einen entsteht außer der Verpackung kein Müll, da sich die Teaballs vollständig auflösen. Zum anderen ist laut Schmidt in seinem Produkt „nur das Beste aus der Pflanze“ enthalten. Also keine Zusatzstoffe, wie sie sich häufig im Supermarkt-Tee finden. Und: Die Teaballs lösen sich auch in kaltem Wasser auf, eignen sich also auch für Sommergetränke wie Eistee.

Sein Unternehmen bietet die Teaballs bisher in einer begrenzten Palette Sorten an, die von Klassikern wie „Early Grey“ bis zu Saisonware wie „Winterzauber“ reicht. Um sich einen Tee zuzubereiten, benötigt man zwei bis vier der Tabletten – laut Schmidt sind die Teaballs damit in etwa so teuer wie der Tee bekannter Hersteller. Erste Händler haben die Teaballs bereits in ihr Sortiment aufgenommen.

Verpackt ist das Produkt in einem Plastikspender, wie man sie beispielsweise auch von Süßstoff kennt. Da der Spender gut in die Hosentasche passen soll, spricht Schmidt damit eine Zielgruppe besonders an: Die Teaballs seien gerade für die To-Go-Generation interessant. Mit Blick auf die Zukunft hat Schmidt zwei Ziele: International expandieren und: „Die Marke für unkomplizierten, leckeren Teegenuss werden“.