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Klimakrise: Weizen-Alternative - Französische Landwirte müssen umstellen

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Von: Nadja Austel

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Der Klimawandel zwingt die Landwirtschaft in Frankreich Alternativen zu Weizen ins Auge zu fassen. Hirse und Soja kommen in Frage.

Paris – Frankreich, der größte Weizen-Exporteur der EU, steht vor enormen Problemen. Die Trockenheit und die Hitze, die durch den Klimawandel zunehmen, machen den Getreideanbau immer schwieriger. Das Wachstum der Pflanzen liege bereits 20 bis 25 Zentimeter hinter der zu diesem Zeitpunkt erwarteten Größe zurück, erläutert ein Landwirt in Frankreich gegenüber der ARD. Der Klimawandel werde ihn bald dazu zwingen, etwas anderes anbauen zu müssen. Weniger Wasser bräuchten etwa Hirse oder Sojabohnen.

Die Expertin für Wasserversorgung, Emma Haziza, warnt vor Spannungen zwischen Landwirten, Endverbrauchern und Industrie. Man erlebe in Frankreich gerade etwas, das man zuvor im Lande nicht kannte: Konflikte um Wasser. „Angesichts der steigenden Temperaturen und der Trockenheit (…) müssen wir mit einer völlig neuen Situation in Frankreich umgehen“, sagt sie gegenüber der ARD.

Weizen in Frankreich – Mehr Wasser ist nötig

Getreideernte in Brandenburg
Getreide wird weltweit immer knapper. Neben dem Krieg im Weizen-Exportland Ukraine ist die Trockenheit, die durch den Klimawandel bedingt wird, ein Grund dafür. © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Dass die Weizenproduktion zurückgehen werde, sei bereits bekannt, so die Vorsitzende der größten Bauerngewerkschaft in Frankreich (FNSEA), Christiane Lambert. Eine stärkere Bewässerung sei in einigen Regionen notwendig, um zu verhindern, dass die geringere Getreideproduktion zu höheren Preisen führe.

„Eine solche Trockenheit haben wir seit vier Jahren nicht gehabt“, bedauert auch Heike Bach. Die Gründerin und Chefin der BayWa-Tochter Vista beobachtet per Satellit unter anderem, wie es um die Weizenernte in der Ukraine bestellt ist. 22,5 Millionen Tonnen Brotweizen stünden dort aktuell auf den Feldern. „Es wachsen damit zehn Millionen Tonnen weniger als voriges Jahr“, so BayWa-Agrarexperte Jörg Migende. 

Frankreich: Alternativen für Weizen oder Genmanipulation als Ausweg

Und selbst diese schlechte Ernte kann kriegsbedingt nicht komplett eingeholt und exportiert werden. „Es werden insgesamt 20 Millionen Tonnen Weizen fehlen“, schätzt Klaus Josef Lutz, Vorstandschef des Münchner Agrarhandelskonzerns BayWa. Umso wichtiger wäre eine gute Ernte in Frankreich. Entspannt war die globale Weizenversorgung schon vor dem Krieg in der Ukraine nicht. Laut Migende übersteigt der Verbrauch an Getreide schon seit Jahren weltweit dessen Produktion.

Die Landwirtschaft muss in den nächsten Jahren unweigerlich neue Lösungen für die neuen Probleme finden, die der Klimawandel mit sich bringt. Genom-Modifikationen, also eine neue Art der Pflanzenzüchtung, ist im Gespräch. Ihre Zulassung wird innerhalb der EU-Kommission bereits diskutiert. Der Umstieg auf Pflanzen, die weniger Wasser benötigen, ist ebenfalls eine Möglichkeit. (na)

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