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Zweite Marsmission verschoben

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Von: Pamela Dörhöfer

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Der Marsrover Curiosity ist bereits auf dem roten Planeten.
Der Marsrover Curiosity ist bereits auf dem roten Planeten. © NASA/dpa

Der Start des europäisch-russischen Mars-Rovers sollte eigentlich bereits 2018 stattfinden. Jetzt verschiebt sich der Start jedoch um zwei jahre - erst 2020 soll es losgehen.

Der eigentlich für 2018 vorgesehene Start des zweiten Teils der ExoMars-Mission zum roten Planeten wird auf 2020 verschoben. Das gab die europäische Weltraumorganisation Esa gestern bekannt. Gemeinsam mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos will die Esa auf dem Mars nach Spuren von früherem oder noch existierendem primitiven Leben suchen.

Die Mission besteht aus zwei Teilen: Am 14. März dieses Jahres brachte eine russische Proton-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur aus einen Orbiter und das Landegerät Schiaparelli ins All. Der Orbiter soll in der Atmosphäre des Mars nach dem Spurengas Methan suchen – das auf der Erde überwiegend organischen Ursprungs ist, aber auch von Vulkanismus herrühren kann. Schiaparelli soll die Landung auf dem Mars testen und auf der Oberfläche die Umgebung der Landestelle untersuchen. Orbiter und Landegerät sollen den Mars im Oktober erreichen.

Beim zweiten Teil der ExoMars-Mission sollen eine Oberflächenplattform der Russen und ein Rover unter europäischer Federführung zum roten Planeten geschickt werden. Beide sollen ebenfalls an Bord einer Proton-Rakete von Baikonur aus starten. Der Start war für das Jahr 2018 vorgesehen. Doch offenbar gab es Verzögerungen bei den an dem Projekt beteiligten Firmen. Russische und europäische Experten hätten sich „nach Kräften bemüht“, den Termin einzuhalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Esa: „Ende 2015 hat ein eigens von der Esa und Roskosmos eingesetztes Tiger-Team mit Beteiligung russischer und europäischer Unternehmen eine Analyse aller Lösungsmöglichkeiten zum Ausgleich von Verzögerungen und zum Einbau von Zeitplanreserven eingeleitet.“

Dieses Team hat nun seinen Abschlussbericht dem gemeinsamen Lenkungsausschuss für ExoMars in Moskau präsentiert: Dort sei man „nach Bewertung der Möglichkeiten zur Gewährleistung der erfolgreichen Durchführung der Mission“ zu dem Schluss gekommen, dass ein Start im Jahr 2020 die „beste Lösung“ wäre. Als Grund werden „Verzögerungen bei den Industriearbeiten in Europa und Russland sowie bei der Auslieferung der wissenschaftlichen Nutzlast“ genannt.

Esa-Generaldirektor Jan Wörner und sein Roskosmos-Kollege Igor Komarow haben ihre Teams nun beauftragt, zusammen mit den Auftragnehmern aus der Industrie einen neuen Zeitplan zu erarbeiten, der auf den Termin im Jahr 2020 abzielt. Weil Erde und Mars beim Start in einer bestimmten Konstellation zueinander stehen müssen, ist ein Start nur in eingeschränkten Zeitfenstern möglich.

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