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Das geplante Lunar Gateway soll um den Mond kreisen.

Planung

Zurück zum Mond: Welche Projekte derzeit geplant werden

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Die Raumfahrt hat den Mond wieder ins Visier genommen, aber auch der Mars ist nicht ganz abgeschrieben. Ein Blick auf aktuelle Projekte.

Wie geht es in der bemannten Raumfahrt weiter? Ein Blick auf Projekte, die geplant oder teilweise auch bereits begonnen sind:

Sprungbrett zum Mond: Der Lunar Orbital Platform-Gateway

Der Lunar Orbital Platform-Gateway (LOP-G) ist eine von mehreren Weltraumbehörden geplante Raumstation, die um den Mond kreisen und die Internationale Raumstation ISS ablösen soll. Wo genau die Bahn des LOP-G verlaufen soll, steht noch nicht fest, allerdings wird sie näher am Mond als an der Erde liegen. Vorgesehen ist, dass Raumfahrer dort künftig rund drei Monate lang arbeiten, anders als die ISS soll die Station nicht durchgängig besetzt sein. Federführend geplant wird der Gateway von der US-amerikanischen Nasa, eingebunden sind außerdem die europäische Weltraumorganisation Esa sowie Roskosmos (Russland), Jaxa (Japan) und CSA (Kanada). Der künftige Außenposten der Menschheit soll auch als Zwischenstation für astronautische Missionen zum Mond und später möglicherweise zum Mars dienen. Der LOP-G wird aus mehreren – vermutlich sechs – Modulen bestehen, der Aufbau soll voraussichtlich 2022 beginnen. Das gesamte Konzept ist bereits mehrfach geändert worden und immer noch im Wandel begriffen.

Nachfolger der Saturn-V-Rakete: Neue Raketen für den Flug zum Mond

Als Nachfolgerin der legendären Saturn V-Rakete des Apollo-Programms entwickelt die Nasa seit 2011 die Superschwerlastrakete SLS für den Flug zum Mond. Auch die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX und Blue Origin arbeiten an Raketen für Flüge zum Mond. Das Raumschiff Orion als Kapsel für die Astronauten wird von Nasa und Esa gemeinsam entwickelt. Es soll bis zu vier Menschen transportieren können und wird eine erweitertete Version des Apollo-Kommando- und Servicemoduls aus den 1960er Jahren sein. Das Raumschiff soll zunächst bei einem unbemannten Flug erprobt werden. Noch unklar ist, mit welchen Fluggeräten die Astronauten vom geplanten Gateway zum Mond fliegen und von dort aus wieder die Heimreise antreten sollen. Die Nasa favorisiert getrennte Module für den Auf- und Abstieg. Hilfe könnte dabei von der Privatwirtschaft kommen: Erst im Oktober gab Jeff Bezos bekannt, dass sein Unternehmen Blue Origin zu sammen mit Raumfahrtexperten eine Mondfähre mit Namen Blue Moon entwickelt habe.

Zurück zum Mond: 2024 sollen Astronauten dort landen

Nachdem der Mond seit dem 14. Dezember 1972 keinen menschlichen Besuch mehr bekommen hat, sollen 2024 wieder Raumfahrer dort landen – dieses Mal soll dann auf jeden Fall auch eine Frau dabei sein. Dieses Ziel hat sich die Nasa mit ihrem Artemis-Programm (benannt nach der Mondgöttin und Schwester Apollons in der griechischen Mythologie) gesetzt. Auch private Raumfahrtunternehmen wie „SpaceX“ oder „Blue Origin“ wollen bei Reisen zum Mond mitmischen, möglicherweise mit eigenen Missionen, möglicherweise auch in einer Kooperation mit staatlichen Weltraumbehörden. Wie beim Konzept des Gateways ist auch hier noch vieles in der Schwebe. Derzeit sieht das Konzept der Nasa vor, den Erdtrabanten nicht wie früher bei den Apollo-Missionen direkt anzusteuern, sondern auf dem Gateway zwischenzulanden und dann von dort aus mit einer Fähre weiterzufliegen. Dieses Vorgehen und das ganze Konzept des Gateways hat der zweite Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin, als absurd bezeichnet; eine Kritik, mit der der ehemalige Apollo-Astronaut nicht alleine dasteht.

Mehr als Fußabdrücke hinterlassen: Mondbasis für alle Nationen

Die Idee, auf dem Mond eine allen Nationen offene Infrastruktur in Form eines dauerhaften Habitats zu schaffen, formulierte als Erster Esa-Chef Jan Wörner im Jahr 2015. Angedacht ist, auf der Oberfläche oder teilweise unter- irdisch – auch mit Hilfe von 3D-Druckern – eine Siedlung zu errichten, wo Menschen und Roboter für eine bestimmte Zeit gemeinsam arbeiten und forschen. Das künftige Monddorf soll in internationaler Kooperation entstehen und genutzt werden. Konkret ist das alles aber noch nicht.

In weite Ferne gerückt: Der Mars als Ziel ist nicht völlig abgeschrieben

Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte als nächstes Ziel im Weltraum die Reise zum Mars ausgegeben, sein Nachfolger Donald Trump schwenkte dann wieder auf den Mond und damit den Kurs seines Vorvorgängers George Bush um. Eine bemannte Marsmission ist damit aber nicht völlig abgeschrieben. Wann sie realisiert wird, ist jedoch völlig offen - auch, weil die Raumfahrt nicht unbedingt positiv auf den Körper wirkt. Mittlerweile gehen die Überlegungen der Nasa dahin, nicht von der Erde aus direkt zu starten, sondern zunächst zum Mond und von dort aus zum Mars zu fliegen. Der Grund: Bei einem Start vom Mond wäre der Energieaufwand wegen dessen schwacher Schwerkraft wesentlich geringer als bei einem Start von der Erde aus.

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