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Zere Atmaca

Zaza

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Zaza ist eine Sprache, die mit dem kurdischen verwandt ist und von der alewitischen Minderheit in Ost-Anatolien gesprochen wird.

Für Zere Atmaca ist jeder Tag, den sie in New York lebt, ein Glück. „Ich kann hier einfach nur ich selbst sein, frei sein“, sagt sie in ihrem noch immer holprigen Englisch.

Atmaca kam vor vier Jahren nach New York, wo sie heute nukleare Medizintechnik studiert und sich nebenbei Geld als Kutscherin im Central Park verdient. Sie ist in Ostanatolien als Angehörige der alewitischen Minderheit aufgewachsen. Ihre Muttersprache ist Zaza, eine dem Kurdischen verwandte Sprache aus dem Nordwesten des Iran, die wegen politischer Instabilität und der Unterdrückung von Kurden und Alewiten bedroht ist.

Auch Atmaca und ihre Familie haben diese Unterdrückung miterlebt. Ihre Großeltern flohen 1938 vor der blutigen Niederschlagung des Zaza-Aufstandes in Dersim. Atmaca spricht von „Genozid“. Sowohl in ihrem türkischen Internat, als auch während ihres Studiums in Istanbul fühlte Atmaca sich als Außenseiterin. „Insbesondere als Alewi Frau hat man es schwer in der Türkei.“

In New York spielt das jedoch alles keine Rolle mehr. „Da fragt keiner mehr danach, ob ich drei oder 30 Tage faste oder mein Haar bedecke“, sagt sie. „Und ich kann offen Bücher in Zaza lesen, ohne Angst vor Repressionen zu haben.“ Das Heimweh plagt sie dennoch. Sie spricht beinahe jeden Tag mit ihren Geschwistern und Eltern in der Türkei – in Zaza natürlich.

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