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Immer mal wieder tauchen solche Berichte auf, seit die Wölfe zurück in Deutschland sind.

Studie

Der Wolf ist willkommen

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Eine Mehrheit bewertet die Rückkehr positiv.

Gerade erst war er wieder negativ in den Schlagzeilen: Ein Wolf soll im schleswig-holsteinischen Duvensee zwei Schafe gerissen haben. Immer mal wieder tauchen solche Berichte auf, seit die Wölfe zurück in Deutschland sind. Keine gute PR für die streng geschützten Raubtiere. Ob Wölfe in Deutschland langfristig eine Zukunft haben, hängt aber maßgeblich davon ab, ob die Bevölkerung ihr Dasein toleriert. Allen negativen Nachrichten und Schauergeschichten zum Trotz scheint die Mehrheit der Deutschen die Rückkehr der Tiere für eine gute Sache zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachmagazin „Biological Conversation“ veröffentlichte Studie von Senckenberg-Wissenschaftlern. Die Forscher hatten dafür bundesweit rund 1000 Haushalte telefonisch befragt. Dabei wurde pro Bundesland eine repräsentative Stichprobe der Land- und Stadtbevölkerung interviewt.

Während die meisten Deutschen den Wölfen gegenüber positiv eingestellt sind, sieht die Situation in der Region Görlitz etwas anders aus. Dort sind die Tiere seit 19 Jahren wieder heimisch, im Schnitt leben die Bewohner nur 14 Kilometer vom nächsten Wolfsterritorium entfernt; im Bundesdurchschnitt sind es 140 Kilometer. Diese Nähe beeinflusst auch die Einstellung zur Rückkehr der Tiere, sagt Ugo Arbieu, Leiter der Studie vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Wie eine zusätzliche Befragung von 250 Bewohnern des Landkreises Görlitz ergab, stehen die Menschen dort den Wölfen eher neutral gegenüber. Das heißt: Weder befürworten sie die Rückkehr der Wölfe noch lehnen sie diese ab.

55 Prozent der Bewohner der „Wolfsregion“ informieren sich durch Zeitungen, Fernsehen und Radio über Wölfe

Die Bewohner dieser Region schätzen sich laut der Umfrage so ein, dass sie mehr über Wölfe wissen als die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. „Da jedoch beide Gruppen niemals oder kaum direkt mit einem Wolf zu tun gehabt haben, erwerben sie ihre Informationen fast ausschließlich durch die Nutzung externer Informationsquellen“, sagt Thomas Müller, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Spitzenreiter dabei sind die klassischen Medien: 67 Prozent der Befragten aus ganz Deutschland und 55 Prozent der Bewohner der „Wolfsregion“ informieren sich demnach durch Zeitungen, Fernsehen und Radio über Wölfe. Bücher und Filme spielen eine weitaus geringere Rolle. In der „Wolfsregion“ nutzen 21 Prozent zudem das lokale Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ als Informationsquelle“, sagt Ugo Arbieu.

Wie die Studie zeigt, sind Menschen, die sich zusätzlich mittels Büchern und Filmen über Wölfe informieren, deutlich positiver gegenüber Wölfen eingestellt als jene, die das ausschließlich über Medien tun. Einen ähnlichen Effekt habe das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“.

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