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Ein Team von Wissenschaftler untersucht die Herkunft von Froschfleisch in Berliner Supermärkten.
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Ein Team von Wissenschaftler untersucht die Herkunft von Froschfleisch in Berliner Supermärkten.

Froschfleisch

Woher das Froschfleisch kommt

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Ein Team von Forschern prüft die Herkunft von Froschschenkeln in Berliner Supermärkten. Der Verzehr der Tiere kann auch dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben.

In französischen Feinschmeckerrestaurants gelten Froschschenkel als Delikatesse, in tropischen Ländern stehen sie regelmäßig auf dem Speiseplan. Anderen vergeht schon alleine bei der Vorstellung, wie die Tiere getötet werden, der Appetit. Tierschützer kritisieren seit Jahren die Methode, die Hinterextremitäten bei lebendigem Leibe abzureißen als Quälerei. Doch es gibt noch einen anderen Aspekt: Der jährliche Verzehr von 500 Millionen Fröschen – so eine Angabe des Berliner Museums für Naturkunde – kann auch dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben. Denn Frösche sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel und Säugetiere und fressen selbst auch viele Insekten, die für die Landwirtschaft schädlich sein oder Krankheiten übertragen können.

Wenn schon Froschschenkel angeboten werden, so sollten sie deshalb wenigstens nicht von wildlebenden Tieren, sondern von Farmen stammen. Ein Team von Wissenschaftlern des Museums für Naturkunde Berlin, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, hat aus diesem Grund untersucht, woher das Fleisch in Berliner Supermärkten kommt (ja, auch in deutschen Läden kann man Froschschenkel kaufen).

Um herauszufinden, wo und wie die Frösche aufwuchsen, hat das Team um Carolin Dittrich die Zusammensetzung der stabilen Isotope von Stickstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff in den Muskeln und Knochen der Froschschenkel untersucht. Isotope bezeichnen die unterschiedlichen Gewichte und chemischen Eigenschaften, mit denen viele Elemente natürlicherweise vorkommen. Sie können Aufschluss über die Herkunft und Lebensweise eines Individuums geben, da die Isotopen-Zusammensetzung je nach Lebensumfeld oder Nahrung variiert. „So können wir herausfinden, von was sich ein Tier hauptsächlich ernährt hat.“

Und nun zurück zu den Berliner Supermärkten: Die Forscher stellten fest, dass die Froschschenkel „mit großer Wahrscheinlichkeit“ zwar tatsächlich aus den angegebenen Ländern stammten – aber nur teilweise auch wirklich auf Farmen aufwuchsen und nicht in freier Wildbahn gefangen wurden. „Etwa die Hälfte der Tiere wuchs unter natürlichen Bedingungen auf“, sagt Carolin Dittrich. Außerdem stellten die Forscher mit Hilfe von genetischen Untersuchungen fest, dass die Art-Angaben auf den Verpackungen nicht immer korrekt waren. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Methode ein Werkzeug für den Naturschutz und Zoll werden kann, um die Herkunft von Froschschenkeln zu überprüfen und den Handel mit Tieren aus Wildbahn zu minimieren.

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