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Mit der „Tea-Bag-Index-Methode“ kann man herausfinden, wie schnell Organismen im Boden Pflanzenreste abbauen.
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Mit der „Tea-Bag-Index-Methode“ kann man herausfinden, wie schnell Organismen im Boden Pflanzenreste abbauen.

ÖKO-LOGISCH

Wissenschaft mit Teebeutel

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Mit der „Tee Bag Index“-Methode Bodenqualität erforschen: Das machen Schülerinnen und Schüler in der „Expedition Erdreich“ - eine gute Idee des Forschungsministeriums.

Teebeutel als Forschungsinstrument? Darauf muss man erst einmal kommen. Aber es funktioniert. Die „Tea-Bag-Index-Methode“ ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Mit ihr kann man herausfinden, wie schnell Organismen im Boden Pflanzenreste abbauen. Seit dem gestrigen Freitag läuft hierzulande ein Massentest damit. An rund 9000 Standorten in allen 16 Bundesländern werden die Teebeutel als spezielle Sonden eingesetzt, um Daten für eine nachhaltige Bodennutzung und für die Klima-Modellierung zu gewinnen.

Und noch ein Clou: Die Forschenden, die die Teebeutel-Infos liefern, sind keine Akademiker:innen. Es sind – ganz normale Schülerinnen und Schüler. Sie nehmen teil an der „Expedition Erdreich“, die vom Bundesforschungsministerium ins Leben gerufen wurde. Über 300 Schulen sind bei der Aktion dabei.

Aber wie genau funktioniert die Teebeutel-Methode? Pflanzliches Material, hier eben Grün- und Rooibos-Tee, wird, genau abgewogen, in die Beutel gefüllt und dann für drei Monate im Boden vergraben. Dort zersetzt es sich allmählich. Nach dem Ausgraben am Ende des Tests wird der Tee erneut gewogen. Aus dem Gewichtsunterschied zwischen Start- und Endgewicht der Teebeutel lässt sich dann der TBI berechnen, der Tea-Bag-Index.

Expedition in den Boden

Die TBI wird in der „Expedition Erdreich“ als Indikator für die biologische Aktivität im Boden genutzt, ergänzt allerdings um weitere Faktoren. Erhoben werden etwa auch der pH-Wert und die Bodenart, da diese die Zersetzungsrate beeinflussen. Doch weil mit der Teabag-Methode eine ungewöhnlich große Vielzahl von Standorten untersucht wird, ergibt sich ein guter Überblick über den Zustand der hiesigen Böden.

Die „Expedition“ ist das erste so umfassende Bürgerforschungsprojekt in der Bodenwissenschaft in Deutschland. Und schon Kinder und Jugendliche mit dieser ungewöhnlichen Methode an das Thema heranzuführen, ist mehr als sinnvoll. Denn anders als Klima, Ozeane oder Energie ist die Bedeutung des Bodens unterbelichtet, ob in der Schule oder in der öffentlichen Debatte. „Die Gesundheit unserer Böden geht uns alle etwas an“, wie Forschungsministerin Anja Karliczek zum Start der Aktion ganz richtig bemerkte. Sie sind unsere Lebensgrundlage, spielen eine entscheidende Rolle für die Nahrungsmittelproduktion, die Artenvielfalt und den Klimaschutz.

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