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Von wegen nett und niedlich: In „Super Mario Smash Bros. Ultimate“ geht es ganz schön rabiat zu.

Neue Videospiele

Wildschwein und Ente in der Post-Apokalypse

Verhaltensgestörte Enten, ein unverwüstlicher Actionheld mit Abneigung gegen Unterdrücker und ein Mädchen, das Farbe zurück in die Welt bringt: Die Neuheiten für Konsolen und PC lassen diesen Monat kaum Genre-Wünsche offen.

Zum Jahresende gibt es zahlreiche Neuerscheinungen für Videospieler. Vom Prügler mit Mario und Co. über das spannende „Gris“ bis hin zu furioser Action mit Rico Rodriguez.

„Super Smash Bros. Ultimate“

Mario und seine Kumpel lassen mal wieder die Fäuste fliegen. Erstmals gibt es „Super Smash Bros.“ für die Konsole Nintendo Switch und alles, was im Nintendo-Universum Rang und Namen hat, taucht in „Super Smash Bros. Ultimate“ auf. Und noch mehr: Pokémon Pikachu gegen Marios Erzfeind Bowser? Kein Problem!

Anders als bei anderen Prügelspielen geht es hier nicht darum, die Gegner krankenhausreif zu schlagen. Sie müssen vielmehr aus der Arena bugsiert werden. Und hierfür stehen eine Menge Moves - selbstverständlich charakterbezogen - zur Verfügung.

Sowohl im Multiplayer- als auch im Einzelspielerbereich stehen etlicher Spielmodi zur Verfügung. Die ganz schnellen Varianten sind eher für erfahrenere Spieler geeignet. Grundsätzlich ist aber der Einstieg in das Spiel recht flott und einfach möglich.

„Super Smash Bros. Ultimate“ von Nintendo ist also ein guter Anlass, um einmal über den Tellerrand zu schauen und etwas Neues auszuprobieren. "Super Smash Bros. Ultimate" gibt es exklusiv für die Switch. Der Titel kostet rund 60 Euro und ist ab 12 Jahren freigegeben.

„Subnautica“

„Subnautica“ von Unknown Worlds Entertainment ist ein virtuelles Unterwasserabenteuer. Allerdings ist der Plot nicht gerade einer, von dem man träumen würde. Nach einem Zwischenfall während einer Weltraummission landen Spieler allein mit ihrer Raumkapsel auf einem Planeten, dessen Oberfläche eigentlich nur aus Wasser besteht. Die Aufgabe ist von diesem Moment an: Überleben, kreativ sein und die Rückkehr in die Heimat nicht aus den Augen verlieren.

Nahrung beschaffen, Trinkwasser produzieren - die Grundbedürfnisse können einigermaßen leicht befriedigt werden. Aber um das Abenteuer tatsächlich zu einem guten Ende zu bringen, müssen Rohstoff und Gegenstände zum Bau neuer Ausrüstung gefunden werden. Später tauchen Baupläne für bessere und Unterwasserfahrzeuge und Tools auf.

Auch Videospieler, die das Medium Wasser scheuen, können gut in dieses Überlebensabenteuer eintauchen. „Subnautica“ gibt es für Xbox One und Playstation 4 für je rund 35 Euro. Die PC-Version kostet rund 20 Euro. Der Titel ist ab 6 Jahren freigegeben.

„Gris“

Einen etwas anderen Kampf ums Überleben erfahren Spieler in einem aktuellen Titel von Devolver Digital für Nintendos Switch und PC. „Gris“ heißt das Spiel mit dem gleichnamigen Mädchen als Hauptfigur. Das Spiel wirkt zunächst trist und karg: ein 2D-Plattformer in Schwarz, Weiß und Grau.

Doch der Schein trügt. Gris, das Mädchen, ist ein starker Charakter, der niemals aufgibt und in den Stück für Stück das Leben wieder einzieht. Spieler dürfen dabei mithelfen. Kein Text und keine Stimme stören die dichte Atmosphäre, die allein optisch, musikalisch und durch die Geschichte aufgebaut wird. Der Abschluss einzelner Abschnitte bringt Farbe in das Leben von Gris. Sie entwickelt ihre Fähigkeiten Stück für Stück weiter.

Spielerisch betrachtet ist „Gris“ ein Jump-'n'-Run - kommt aber durch die gesamte Anmutung sehr speziell rüber. Während zu Beginn die Hüpfpassagen dominieren, folgen später weitere Elemente, Fähigkeiten und Rätsel. Ganz erstaunlich: Obwohl jede Anleitung fehlt, weiß man immer, was zu tun ist. Dieser Minimalismus erlaubt maximales Einlassen auf Hauptfigur und Spiel. „Gris“ hat keine Altersbeschränkung und kostet rund 17 Euro.

„Just Cause 4“

Rico Rodriguez ist wieder im Einsatz - und das bedeutet: Explosionen, Explosionen und noch mehr Explosionen. Im Shooter „Just Cause 4“ von Square Enix bekommt das dieses Mal eine Insel namens Solís vor der südamerikanischen Küste zu spüren. Mal wieder ist der Protagonist unterwegs, um ein durch ein unterjochtes Land zu befreien.

Diesmal findet Rico bei seiner Ankunft mafiöse Strukturen eines skrupellosen Familien-Clans inklusive hochgerüsteter Söldnertruppe vor. Um das Ganze für Rico etwas emotional aufzuladen, hat man in die Story geschrieben, dass sein Vater von dieser Insel stammt und dort eines unnatürlichen Todes starb. Rico hat also eine persönliche Rechnung offen.

Zu Fuß, im Auto, Boot oder Fluggerät kämpft sich der unverwüstliche Held in Richtung Freiheit. Es gibt auch zahlreiche Optionen, mit der Umwelt zu agieren, Gegenstände zu manipulieren, oder absurde Explosionsketten jenseits jeder Glaubwürdigkeitsgrenze anzustoßen. Auch ein Tornado lässt sich für eigenen Zwecke einspannen.

„Just Cause 4“ gibt es für Xbox One, Playstation 4 (je 60 Euro) und PC (50 Euro). Das um Gewaltszenen wie auch absurden Humor und Genre-Klischees nicht verlegene Spiel hat keine Jugendfreigabe.

„Mutant Year Zero: Road to Eden“

Eine interessante Mischung aus Action und rundenbasiertem Strategiespiel ist „Mutant Year Zero: Road to Eden“ von Funcom. Die Story: Nach einem Atomkrieg liegt die Welt in Trümmern. Die Natur erobert sich die Reste der Zivilisation zurück, durch die Welt geistern Mutanten, deformierte Wesen und allerlei Getier.

In dieser Welt übernimmt man die Leitung einer Gruppe von Mutanten, der unter anderem eine verhaltensgestörte Ente und ein Wildschwein mit Aggressionsüberschuss angehören. Von der Arche aus, dem Stützpunkt und Kontrollzentrum, erkundet man die Welt und sucht nach Ressourcen. In 30 verschiedene Areale kann das Team vordringen.

Neben dem Erkunden stehen vor allem rundenbasierte Scharmützel im Fokus. Hier stehen verschiedene Waffen und Manöver zur Verfügung. Die Story ist abwechslungsreich, durch die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt bieten sich auch immer wieder interessante taktische Optionen. Neulingen des Genres fällt die Einarbeitung vielleicht etwas schwer, das ungewöhnliche Setting und die optisch sehr gelungene Umsetzung machen „Mutant Year Zero: Road to Eden“ aber zu einem Tipp für Playstation 4, Xbox One und PC. Das Spiel ist ab 16 Jahren freigegeben und kostet rund 35 Euro.

(Von Christoph Lippok, dpa)

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