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WHO: Zugang zu Impfstoffen weltweit ungleich verteilt

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Zugang zu Impfstoffen
Laut WHO haben arme und reiche Länder nicht nur im Fall von Covid-19, sondern auch bei anderen Krankheiten einen sehr ungleichen Zugang zu Impfstoffen. © Fabian Sommer/dpa

Was hat der Zugang zu Impfstoffen mit dem Einkommen eines Landes zu tun? Im Vergleich zwischen armen und reichen Ländern zeigt sich eine ungleiche Verteilung - nicht nur bei Corona-Impfstoffen.

Genf - Reiche und arme Länder haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht nur im Fall von Covid-19, sondern auch bei anderen Krankheiten einen sehr ungleichen Zugang zu Impfstoffen. So sei der Impfstoff gegen das Humane Papillomavirus (HPV), das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, nur in 41 Prozent der Länder mit niedrigem Einkommen eingeführt - verglichen mit 83 Prozent der reichen Länder, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Impf-Bericht der WHO.

Auch mangelnde Erschwinglichkeit der Produkte sei ein Hindernis. Manchmal zahlten Länder mit mittleren Einkommen aufgrund von Preisunterschieden sogar mehr als wohlhabendere. „Das Recht auf Gesundheit schließt das Recht auf Impfstoffe ein“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Der Bericht zeige, dass die Dynamik des freien Marktes einigen der ärmsten und am stärksten gefährdeten Menschen der Welt dieses Recht vorenthalte.

Potenzial für Ausbau der Impfstoffherstellung

Aufgrund der Corona-Pandemie seien 2021 insgesamt rund 16 Milliarden Impfstoffdosen im Wert von 141 Milliarden US-Dollar geliefert worden, fast das Dreifache des Marktvolumens von 2019. Die Zahlen zeigten das Potenzial für einen Ausbau der Impfstoffherstellung, so die WHO. Allerdings liege die Produktion in den Händen weniger Hersteller. So lieferten zehn Firmen - ohne Berücksichtigung von Corona - 70 Prozent der Impfstoffdosen. Einige der 20 am häufigsten verwendeten Impfstoffe wie zum Beispiel gegen Röteln und Masern stammten von nur zwei Anbietern.

Monopole auf geistiges Eigentum und begrenzter Technologietransfer schränken laut WHO die Fähigkeit zum Aufbau und zur Nutzung lokaler Produktionskapazitäten ein. Eine Gefahr seien auch die begrenzten Investitionen in solche Vakzine, die wie bei Cholera, Typhus, Affenpocken und Ebola erst bei Ausbrüchen stark gefragt seien. Dies könne „verheerend für das Leben der Menschen sein“, so der Report.

Die Reaktion auf die Corona-Pandemie habe bewiesen, dass Impfstoffe in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit entwickelt werden könnten, hieß es. Außerdem habe sie den Stellenwert von Impfstoffen als öffentliches Gut gefestigt. Um einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen voranzutreiben, fordert der Bericht die Regierungen auf, klare Impfpläne zu entwickeln, die Aufsicht über die Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen zu verstärken sowie sich um regionale Forschungs- und Produktionszentren zu kümmern. dpa

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