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Die totale Mondfinsternis vom 27. Juli 2018 war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

Totale Mondfinsternis 2019

Wenn der Mond sich verfinstert

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Am Montag findet die nächste totale Mondfinsternis statt. Wer den "Blutmond" sehen will, sollte den Wecker früh stellen.

Update vom 16. Juli 2019: Deutschland kann sich wieder auf ein Himmelsphänomen freuen. Wir erklären, wann und wie Sie die partielle Mondfinsternis heute am 16. Juli 2019 sehen.

2019 ist das Jahr des Mondes: Nach der chinesischen Landung auf der Rückseite des Erdtrabanten stehen noch weitere Missionen zu dem Himmelskörper in den Startlöchern. Außerdem wird in diesem Jahr der 50. Jahrestag der ersten Mondlandung gefeiert. Da passt es gut, dass sich der Mond gleich im ersten Monat des Jahres von seiner schönsten Seite zeigen wird: als so genannter „Supermond“ und „Blutmond“.

Die Entfernung des Mondes zur Erde schwankt, im Schnitt liegt sie bei etwa 384.000 Kilometern. Am 21. Januar nähert sich der Mond der Erde bis auf 357.000 Kilometer an, was im Volksmund als „Supermond“ bezeichnet wird. In der Wissenschaft wird dieser Begriff dagegen nicht verwendet – genauso wenig wie der Begriff „Blutmond“, der die rötliche Färbung des Mondes bei einer totalen Mondfinsternis beschreibt.

Wer den „Super-Blutmond“ (auch dieser Begriff wird in der Wissenschaft nicht verwendet) – die einzige totale Mondfinsternis des Jahres 2019 – sehen will, muss früh aufstehen. Am Montag um 3:36 Uhr beginnt das Himmelsspektakel damit, dass der Vollmond in den Halbschatten der Erde eintritt. Das ist noch nicht am Himmel zu sehen – erst ab 4:10 Uhr kann man eine Veränderung am Mond feststellen. Es lohnt sich, den Wecker spätestens auf 5:41 Uhr zu stellen: Dann beginnt die totale Phase der Mondfinsternis. Um 6:12 Uhr ist die maximale Verfinsterung des Mondes erreicht, um 6:43 Uhr endet die totale Phase und der Mond taucht nach und nach wieder aus dem Erdschatten auf.

Bei einer Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond für kurze Zeit in einer Reihe, der Mond wandert dabei durch den Schatten, den die Erde wirft und wird nach und nach von ihm bedeckt. Weil der Mond selbst nicht leuchtet, sondern nur das Licht der Sonne reflektiert, wird er durch den Schatten verdunkelt. Die Erdatmosphäre lässt jedoch langwellige rote Lichtstrahlen durch, so färbt sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis rot – ein so genannter „Blutmond“ entsteht. Dieses Phänomen kann man auch bei farbenprächtigen Sonnenauf- und –untergängen bewundern.

Beachten muss man bei der Beobachtung einer Mondfinsternis nicht viel, man benötigt keine spezielle Ausrüstung und – im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis – auch keinen Schutz für die Augen. Einzig der Beobachtungsstandort ist wichtig. Am frühen Morgen des 21. Januar sollte man einen Standort mit Blick in Richtung Westen haben. Da der Mond schon recht tief über dem Horizont steht, sollte der Blick in diese Himmelsrichtung möglichst unverstellt sein. Der Vollmond wird im Westen tief am Himmel stehen und dort während der Verfinsterung langsam in Richtung Horizont sinken.

Im Gegensatz zur längsten totalen Mondfinsternis des Jahrhunderts, die man Ende Juli 2018 bequem am sommerlichen Abendhimmel beobachten konnte und deren Totalität 103 Minuten dauerte, wird die totale Phase der winterlichen Mondfinsternis nur 62 Minuten dauern. Doch trotz der Kürze der Totalität ist auch dieses Himmelsereignis sehenswert – schon alleine, weil es danach bis März 2025 dauert, bis es wieder eine totale Mondfinsternis über Deutschland zu sehen gibt. Die nächste partielle Mondfinsternis findet dagegen noch in diesem Jahr statt: Am 16. Juli wird sich der Mond teilweise verfinstern – und dieses Mal liegt die Mondfinsternis zeitlich günstiger: Der Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung ist um 21:31 Uhr.

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