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Der Mond geht während einer totalen Mondfinsternis auf. Auch bei der anstehenden Mondfinsternis geht der Mond auf, während er bereits durch den Erdschatten wandert.

Totale Mondfinsternis am 27.7.2018

Wenn der Mond blutrot wird

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Nach Sonnenuntergang ist die längste totale Mondfinsternis in diesem Jahrhundert zu beobachten.

Update vom 16. Juli 2019: Deutschland kann sich wieder auf ein Himmelsphänomen freuen. Wir erklären, wann und wie Sie die partielle Mondfinsternis heute am 16. Juli 2019 sehen.

Der Mond fasziniert den Menschen, seit er den Blick bewusst zum Himmel richtet. Mal nimmt er zu und ist so hell, dass er den Nachthimmel erleuchtet, dann nimmt er wieder ab und verschwindet an manchen Tagen sogar komplett. Und immer wandert er am Firmament. Als man noch nicht wusste, dass sich die Erde um die Sonne und der Mond sich um die Erde drehen, war das ein mysteriöses Schauspiel.

Ganz so geheimnisvoll ist der Erdtrabant heute nicht mehr: Wir wissen nicht nur, warum der Mond zu- und abnimmt und über den Nachthimmel zieht – ein paar Menschen haben ihn auch schon besucht. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren wurde der Himmelskörper von mehreren US-Astronauten betreten, doch dann schwand das Interesse an dem Trabanten. Erst in den vergangenen Jahren ist er wieder in den Fokus der Raumfahrt gerückt.

Obwohl der Mond selbst längst kein Unbekannter mehr ist, ist eine Mondfinsternis für viele Menschen trotzdem mystische Ereignis. Dazu trägt wohl auch bei, dass sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis rot färbt – im Volksmund wird das Phänomen „Blutmond“ genannt.

Um zu verstehen, wieso der Mond sich rot färbt, statt komplett zu verschwinden, muss man sich verdeutlichen, wie eine Mondfinsternis entsteht. Die Erde steht zwischen Sonne und Mond. Die Sonne strahlt die Erde an, deren Schatten fällt auf den Mond und verdunkelt ihn. Der Erdschatten blockiert jedoch nicht das komplette Sonnenlicht: Die Erdatmosphäre lässt langwellige rote Lichtstrahlen durch – und der Mond färbt sich scheinbar rot. Dieses Phänomen kann man regelmäßig auch bei farbenprächtigen Sonnenauf- und -untergängen bewundern.

Heute Abend ist mal wieder ein Blutmond auch von Deutschland aus zu sehen. Die Mondfinsternis, deren totale Phase um 21.30 Uhr beginnt, ist rekordverdächtig: Sie dauert vom Beginn bis zum Ende der Totalität ganze 103 Minuten und ist damit die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Das Timing könnte allerdings etwas besser sein: Die Mondfinsternis hat bereits begonnen, wenn der Mond um kurz nach 21 Uhr im Südosten aufgeht. Ab etwa 21.30 Uhr steht der Mond so hoch am Himmel, dass man ihn in ganz Deutschland gut sehen dürfte. Bis 22.21 Uhr ist die maximale Verdunklung erreicht, um 23.13 Uhr tritt der Mond aus dem Kernschatten der Erde aus und gegen 1.30 Uhr ist von dem Himmelsereignis nichts mehr zu erahnen.

Um die Mondfinsternis zu beobachten, sollte man sich eine bequeme Position mit freier Sicht nach Südosten suchen. Häuser, Bäume oder Berge dürften die Sicht auf die Mondfinsternis vor allem zu Beginn erheblich stören, da der Mond sehr tief über dem Horizont steht. Im Laufe der Nacht steigt der Mond am Himmel weiter nach oben und bewegt sich dabei Richtung Süden.

Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man bei einer Mondfinsternis keine spezielle Ausrüstung. Weder ist eine Schutzbrille für die Augen angeraten, noch benötigt man sonstige Ausrüstung. Wer sich den Mond – ob verfinstert oder nicht – genauer anschauen möchte, kann das mit einem Fernglas oder Teleskop tun, ohne sich Sorgen um seine Augengesundheit machen zu müssen. Allerdings kann man das Naturspektakel auch ohne Vergrößerung deutlich sehen.

Neben der Mondfinsternis gibt es einen weiteren Himmelskörper, für den sich heute ein Blick zum Nachthimmel lohnt: Ein Stück unterhalb des verfinsterten Mondes wird ein heller, rötlich leuchtender „Stern“ zu sehen sein. Dabei handelt es sich um den Planeten Mars. Der rote Planet befindet sich am 27. Juli der Sonne am Himmel genau gegenüber – das heißt, er geht auf, wenn die Sonne untergeht und geht unter, wenn die Sonne aufgeht. Experten nennen das Marsopposition, weil der Mars in Opposition zur Sonne steht. Etwa alle 26 Monate geschieht das – und wie bei der Mondfinsternis ist auch im Fall der Marsopposition das Jahr 2018 ein besonderes: Der Mars befindet sich während der Opposition besonders nah an der Erde. Durch die elliptischen Laufbahnen von Erde und Mars schwankt die Entfernung der beiden Planeten zwischen 56 Millionen und 101 Millionen Kilometern – und im Juli 2018 ist die Entfernung mit etwa 57,6 Millionen Kilometer besonders gering.

Wer die totale Mondfinsternis verpasst, hat aber schon bald wieder Gelegenheit, sich den „Blutmond“ mit eigenen Augen anzusehen: In der Nacht vom 20. auf den 21. Januar 2019 verfinstert sich der Mond erneut, zu sehen auch von Deutschland aus. Allerdings sind die Bedingungen deutlich schlechter als im Juli: Erstens dürfte die Chance auf klaren Himmel im Winter geringer sein als im Sommer. Und zweitens liegt die Hauptphase der Mondfinsternis für Langschläfer eher ungünstig: Sie beginnt um 5.41 Uhr und schon um 6.12 Uhr ist die größte Verfinsterung erreicht.

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