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Sonnenschutzmittel können Nanopartikel enthalten.
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Sonnenschutzmittel können Nanopartikel enthalten.

Gesundheit

Sonnencreme: Nanopartikel können Nervensystem angreifen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Nanopartikel, die auch in Sonnencremes enthalten sind, können die Blut-Hirn-Schranke überwinden, wie Fachleute herausfinden.

Birmingham - Viele Produkte des alltäglichen Bedarfs enthalten mittlerweile Nanopartikel. Kosmetika gehören dazu, Zahnpasta, Lacke, Farben – und sogar Lebensmittel, wo die winzigen Teilchen unter anderem das Verklumpen pulvriger Konsistenzen verhindern oder Saucen aufhellen sollen.

Jetzt hat ein Forschungsteam der britischen University of Birmingham bei In-vitro-Versuchen festgestellt, dass bestimmte Nanopartikel aus Silber und Zinkoxid die Blut-Hirn-Schranke überwinden und der Gesundheit von Astrozyten – Zellen des zentralen Nervensystems – schaden können. Die Ergebnisse wurden in „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht.

Nanopartikel in Kosmetika und Lebensmitteln

Die britischen Wissenschaftler:innen fanden bei ihren Experimenten heraus, dass Silber- und Zinkoxid-Nanopartikel bestimmter geometrischer Formen potenziell toxische Wirkungen entfalten können, indem sie das Zellwachstum beeinträchtigen und eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke verursachen. Letztere stellt eine Barriere dar, die das Gehirn schützt und dafür sorgt, dass nur bestimmte Stoffe aus der Blutbahn dorthin gelangen.

Astrozyten sind Zellen, die neurologische Prozesse beeinflussen – auch solche, die mit der Blut-Hirn-Schranke zu tun haben. Sie versorgen unter anderem Nervengewebe mit Nährstoffen und sind an Reparaturmechanismen im Gehirn und Rückenmark etwa nach Verletzungen oder Infektionen beteiligt.

Frage nach Langzeitschäden durch Nanopartikel in Sonnencreme

„Varianten in der Form, Größe und chemischen Zusammensetzen können in vitro die Fähigkeiten von Nanopartikeln, die Blut-Hirn-Schranke zu penetrieren, dramatisch beeinflussen“, sagt Nanowissenschaftler Iseult Lynch, einer der Studienautoren. Das sei von „überragender Bedeutung“ für maßgeschneiderte medizinische Anwendungen von Nanomaterialien, zum Beispiel bei zielgerichteten Transportsystemen – aber auch im Hinblick auf den möglichen Risiken, die mit verschiedenen Arten metallischer Nanopartikel verbunden seien.

Die Forschenden hatten für ihre Studie ebensolche metallischen Nanopartikel in unterschiedlichen Zusammensetzungen, Größen und Formen synthetisiert und im Reagenzglas überprüft, inwieweit diese in der Lage waren, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen. Am leichtesten gelang das Zinkoxid-Nanopartikel. Diese werden unter anderem als Farbstoffe und sind zum Beispiel auch in Sonnenschutzmitteln enthalten. Silber-Nanopartikel sind finden sich ebenfalls in vielen Kosmetikprodukten, etwa in Anti-Ageing-Cremes.

Die breite Verwendung von Nanopartikeln in Körperpflegeprodukten wird in der Wissenschaft seit Längerem kontrovers diskutiert – vor allem, weil die Winzlinge, sind sie erst einmal im Körper, auch in Organe gelangen können. Unbekannt ist, ob sich die Nanopartikel dort anreichern können und Langzeitschäden wie chronische Entzündungen oder Tumore verursachen können. (Pamela Dörhöfer)

Online: pnas.org/content/118/28/e2105245118/tab-article-info

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