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Erreicht die Bundesrepublik eine CO2-Reduktion, die auf den „Paris-Pfad“ führt, könnten statistisch gesehen bis zum Jahr 2040 rund 160 000 vorzeitige Todesfälle jährlich vermieden werden.
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Erreicht die Bundesrepublik eine CO2-Reduktion, die auf den „Paris-Pfad“ führt, könnten statistisch gesehen bis zum Jahr 2040 rund 160 000 vorzeitige Todesfälle jährlich vermieden werden.

ÖKO-LOGISCH

Weniger CO2 hält gesund

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Eine klimafreundliche Politik reduziert auch die Gesundheitsrisiken drastisch. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Milliardenschäden durch Wetterextreme. Wachstum durch Investitionen in Ökostrom-Anlagen oder Jobverlust durch grüne Politik? Das sind die „harten“ Themen, um die es normalerweise in Klimaschutz-Debatten geht. Oder, weiter gefasst: Macht es ökonomisch Sinn, die Paris-Ziele einzuhalten, also die Erderwärmung per Energiewende unter zwei, am besten aber bei 1,5 Grad zu stoppen. Oder bringt es mehr, höhere Temperaturen zuzulassen und dafür mehr Geld in Strategien zur Anpassung zu stecken?

Darüber kann man ernsthaft diskutieren. Allerdings wird dabei oft ein „weicher“ Faktor unterbelichtet, der nichtsdestotrotz große Bedeutung für uns alle hat: unser Körper. Insofern ist es verdienstvoll, dass internationale Medizinexpert:innen im renommierten Fachmagazin „Lancet“ analysiert haben, wie sich eine an den Paris-Zielen ausgerichtete Politik auf die öffentliche Gesundheit auswirken würde. Zum Beispiel in Deutschland.

160 000 Tote sind vermeidbar

Die Ergebnisse sind erstaunlich. Erreicht die Bundesrepublik eine CO2-Reduktion, die auf den „Paris-Pfad“ führt, könnten statistisch gesehen bis zum Jahr 2040 rund 160 000 vorzeitige Todesfälle jährlich vermieden werden. Im Einzelnen: etwa 140 000 durch eine bessere Ernährung; etwa mehr Obst, Gemüse und Nüsse, dafür weniger Fleisch und verarbeitete Lebensmittel. Rund 15 000 aufgrund von besserer Luftqualität, durch weniger fossile Energieerzeugung. Und etwa 5000 durch mehr Bewegung, das heißt mehr Fortbewegung zu Fuß und per Rad statt im Auto.

Natürlich haben die Mediziner:innen nicht nur Deutschland betrachtet, sondern insgesamt acht Länder, die zusammen 50 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen und 70 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen ausstoßen. Darunter auch China, Indien, die USA, Brasilien, Großbritannien, Indonesien und Nigeria. Machten sie alle eine Paris-kompatible Politik, würde die Zahl der frühzeitigen Todesfälle pro Jahr um mehr als zehn Millionen sinken. Und dabei fällt auf: Deutschland würde im Vergleich zu den anderen Ländern prozentual gesehen am meisten durch eine gesündere, klimafreundliche Ernährung profitieren.

„Paris“ umsetzen – das ist also auch ein Gesundheitsprogramm. Das könnte man in „harte Fakten“, das heißt, in Euro, umrechnen. Weil es das Gesundheitssystem entlastet. Aber das ist dabei wohl nicht das wichtigste.

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