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...sie startete zum ersten Flug im Raumtransportverkehr am 12. April 1981 - an Bord die Astronauten John W. Young und Robert L. Crippen auf dem 54 Stunden-Flug.
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...sie startete zum ersten Flug im Raumtransportverkehr am 12. April 1981 - an Bord die Astronauten John W. Young und Robert L. Crippen auf dem 54 Stunden-Flug.

50 Jahre NASA

Weltraumforschung hat Bild vom Kosmos umgekrempelt

Eine ganze Armada fliegender Observatorien der US-Raumfahrtbehörde NASA, der Sowjets und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA hat inzwischen die Erdumlaufbahn bevölkert.

Hamburg (dpa) - Ein halbes Jahrhundert Raumfahrt hat das Wissen vom Weltall revolutioniert und stark erweitert. Eine ganze Armada fliegender Observatorien der US-Raumfahrtbehörde NASA, der Sowjets und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA hat inzwischen die Erdumlaufbahn bevölkert und das Universum etwa im Infrarot-, UV- oder Röntgenlicht gezeigt.

Das Bild vom Kosmos hat sich dadurch grundlegend gewandelt - der Sternenhimmel ist bei weitem nicht so friedlich und beständig, wie er in einer klaren Nacht von der Erde aus erscheinen mag. Allein ein einziger Gammastrahlenblitz beim Explodieren eines Sterns kann innerhalb von wenigen Sekunden dieselbe Energie freisetzen wie unsere Sonne in ihrer gesamten zehn Milliarden Jahren Existenz abstrahlt.

Röntgen-Weltraumteleskope wie "Chandra" (NASA) und "XMM-Newton" (ESA) beobachten, wie Schwarze Löcher ganze Sternensysteme ver- schlingen, Infrarotsatelliten wie "Spitzer" (NASA) schauen der Geburt von Planeten ferner Sonnen zu, und das Radioobservatorium "WMAP" (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe; NASA) hat im Echo des Urknalls die Saat späterer Galaxienhaufen erspäht.

"Manche Beobachtungen könnten wir von der Erde aus gar nicht machen, weil die Atmosphäre einen Großteil der Strahlung aus dem All abschirmt", erläutert der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Johann-Dietrich Wörner.

Spektakuläre Bilder vom All und vieles mehr liefert das NASA- Weltraumteleskop "Hubble". Es hat das Universum für die Wissenschaftler vielfältiger und größer gemacht. So war etwa noch bis zu den Zeiten des Namenspaten Edwin Hubble am Anfang des 20.Jahrhunderts nicht geklärt, ob das Universum überhaupt größer ist als die Milchstraße.

Erst Astronom Hubble bestätigte endgültig, dass der Andromeda-Nebel eine Nachbargalaxie außerhalb unserer Milchstraße ist. Das Weltraumteleskop hat 2004 dann auf einen Schlag rund zehntausend Galaxien in Milliarden Lichtjahren Entfernung aufgenommen - und das in einem Himmelsausschnitt, der noch 50 Mal kleiner ist als der Vollmond am irdischen Firmament.

"Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat das Wissen der Forscher auf vielen Feldern revolutioniert", urteilt Franco Bonacina, Sprecher der ESA, die an "Hubble" beteiligt ist. Das gilt ebenso für das Observatorium "WMAP", das im Jahr 2003 das bislang detailreichste "Babybild" unseres Universums präsentiert hat.

Der Kosmos ist diesen Daten zufolge 13,7 Milliarden Jahre alt und enthält nur zu 4 Prozent die uns vertraute Materie, aus der Sterne, Planeten und Menschen bestehen. 23 Prozent werden von einer unbekannten Dunklen Materie gestellt, die sich nur über ihre Schwerkraftwirkung bemerkbar macht.

Den größten Anteil am Universum hat WMAP zufolge mit 73 Prozent eine völlig mysteriöse Dunkle Energie, durch die sich das Universum offensichtlich immer schneller ausdehnt.

Nicht nur Weltraumteleskope im Erdorbit haben zur Veränderung des wissenschaftlichen Weltbilds entscheidend beigetragen, sondern auch die zahlreichen spektakulären Expeditionen von Raumsonden in das Sonnensystem. Ein Meilenstein etwa war das "Pioneer"-Programm der NASA, das noch vor der offiziellen Gründung der US-Raumfahrtbehörde am 1. Oktober 1958 begonnen hatte. Als Höhepunkt des Programms flogen die Sonden "Pioneer 10" und "Pioneer 11" zu den größten Planeten des Sonnensystems, Jupiter und Saturn und anschließend weiter hinaus ins All.

"Pioneer 10" gilt als erstes menschengemachtes Objekt, das das Sonnensystem verlassen hat. Wie ihre Schwestersonde "Pioneer 11" trägt sie eine vergoldete Aluminiumplakette, in die das Bild einer Frau und eines Mannes eingraviert sind sowie Hinweise auf den Ursprung der Sonde.

Im Jahr 1977 brachen die "Voyager"-Zwillingssonden zu einer spektakulären Tour durch das äußere Sonnensystem auf, in deren Verlauf sie mehr als 80000 Bilder zur Erde funkten. "Voyager 1" erkundete Jupiter und Saturn und verließ dann die Rotationsebene der Planeten, während "Voyager 2" zu Uranus und Neptun weiterflog. Die Sonden untersuchten insgesamt auch 56 Monde dieser vier Planeten, von denen sie 23 erst entdeckten.

Wegen seiner höheren Geschwindigkeit als die "Pioneer"-Sonden ist "Voyager 1" inzwischen mit einer Distanz von mehr als 16 Milliarden Kilometern das am weitesten von der Erde entfernte künstliche Objekt.

Inzwischen sind irdische Sonden auch zu Asteroiden und Kometen gestartet, haben Sternenstaub gesammelt und liefern regelmäßige Berichte zum Weltraumwetter, das von Sonnenwind und Magnetstürmen geprägt ist.

Häufigstes Ziel aller irdischen Raumsonden war jedoch der Mars. Dieser soll nun nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush sogar zum Ziel für Astronauten werden. Das würde wohl selbst das bislang spektakulärste Ereignis der Raumfahrtgeschichte in den Schatten stellen, die Mondlandung von 1969.

Wissenschaftlich indes ist die bemannte Raumfahrt umstritten. Auch die Internationale Raumstation ISS hat bislang kein scharfes wissenschaftliches Profil gefunden. Solche Unternehmungen haben nach Wörners Ansicht jedoch noch einen anderen Wert: "Ohne internationale Kooperation geht es gar nicht. Das hat meiner Ansicht nach auch friedensstiftende Wirkung, das ist ein Beitrag zur Völkerverständigung."

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