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Zwei Super-Erden entdeckt – einer der Planeten könnte lebensfreundlich sein

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Von: Tanja Banner

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Ein Exoplanet umkreist einen Stern. (Künstlerische Darstellung)
Ein Exoplanet umkreist einen Stern. (Künstlerische Darstellung) © NASA/ESA/STScI/Imago

Forschende entdecken zwei Super-Erden – einer der Planeten bekommt ganz besondere Aufmerksamkeit, denn auf ihm könnte flüssiges Wasser möglich sein.

Liège – Um einen kleinen, kühlen Stern, der etwa 100 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, haben Forschende eine spannende Entdeckung gemacht: Gleich zwei Super-Erden umkreisen den Stern, der gleich unter drei verschiedenen Namen (LP 890-9, TOI-4306 und SPECULOOS-2) bekannt ist. Der innere der beiden neu entdeckten Planeten, TOI-4306b, wurde zuerst vom Nasa-Weltraumteleskop „Tess“ entdeckt, das den Weltraum kontinuierlich nach neuen Exoplaneten durchsucht. Forschende der Universität im belgischen Liège nutzten anschließend das erdbasierte SPECULOOS-Teleskopsystem, um den Planeten zu bestätigen und ihn genauer zu charakterisieren.

Dabei entdeckten sie einen zweiten – bisher unbekannten – Planeten, der den kühlen Stern ebenfalls umkreist. Dieser Planet, von den Forschenden SPECULOOS-2c oder LP 890-9c genannt, hat eine ähnliche Größe wie der zuerst entdeckte Planet, doch er unterscheidet sich in einem Punkt signifikant von ihm: Während der von „Tess“ entdeckte Planet seinen Stern innerhalb von 2,7 Tagen umkreist, benötigt der zweite, bisher unbekannte Planet, dafür 8,5 Tage. Der Unterschied ist entscheidend: Nimmt man die Umlaufbahn, die Eigenschaften des Sterns und die des Planeten zusammen, dürfte sich der Planet LP 890-9c in der sogenannten „bewohnbaren Zone“ des Sterns befinden. Damit ist die Region gemeint, in der die Temperatur flüssiges Wasser an der Planetenoberfläche ermöglicht.

Zwei Super-Erden umkreisen kühlen Stern – ein Planet könnte lebensfreundlich sein

„Obwohl dieser Planet sehr nah um seinen Stern kreist, in einem Abstand, der etwa zehnmal kürzer ist als der von Merkur um unsere Sonne, ist die Menge an stellarer Strahlung, die er erhält, immer noch gering“, erklärte Franzisco J. Pozuelos, einer der Autoren einer Studie zu der Entdeckung, die im Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurde. „Das könnte das Vorhandensein von flüssigem Wasser auf der Oberfläche des Planeten ermöglichen – vorausgesetzt, er hat eine ausreichende Atmosphäre“, fuhr Pozuelos fort.

Der Stern, um den die Planeten kreisen, ist etwa 6,5 Mal kleiner als unsere Sonne, seine Oberflächentemperatur ist nur etwa halb so hoch wie die der Sonne. „Das erklärt, warum der Planet Bedingungen haben könnte, die Leben ermöglichen, obwohl er so viel näher an seinem Stern ist als die Erde an der Sonne“, erläuterte Pozuelos. Der Planet, der möglicherweise lebensfreundlich ist, ist etwa 40 Prozent größer als die Erde, weshalb er als „Super-Erde“ eingestuft wird. Auch der erste Planet, der in der Umlaufbahn um den Stern entdeckt wurde, gilt als „Super-Erde“ – er ist den Forschenden zufolge etwa 30 Prozent größer als die Erde.

Planet LP 890-9cErde
Radius: 8718 kmRadius: 6378 km
Umlaufdauer: 8,46Umlaufdauer: 365,2
Entfernung vom Stern: 5.959.979 kmEntfernung vom Stern: 149.600.000 km
Quelle: Universität Liège

Auf Exoplanet LP 890-9c könnte es flüssiges Wasser geben – Forschung geht weiter

Nun richtet sich der Blick der Forschung auf den Planeten LP 890-9c, über den jenseits seiner Größe und Umlaufbahn noch nicht viel bekannt ist. Doch das soll sich ändern: Die Forschenden möchten das neue „James Webb“-Weltraumteleskop der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA nutzen, um mehr über eine mögliche Atmosphäre des Planeten herauszufinden. Ihrer Ansicht nach ist der Planet LP 890-9c das „zweitgünstigste Ziel unter den derzeit bekannten potenziell bewohnbaren terrestrischen Planeten“, heißt es in einer Mitteilung der Universität Liège. Er werde nur noch übertroffen von den „TRAPPIST-1“-Planeten. Dabei handelt es sich um mehrere möglicherweise lebensfreundliche Planeten, die den Exoplaneten „TRAPPIST-1“ umkreisen.

„LP 890-9c befindet sich nahe der inneren Grenze der habitablen Zone und könnte daher eine Atmosphäre haben, die sehr reich an Wasserdampf ist“, erklärte die Hauptautorin der Studie, Laetitia Delrez. „Die Entdeckung von LP 890-9c bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Bedingungen für die Bewohnbarkeit um die kleinsten und kältesten Sterne in unserer Sonnenumgebung besser zu verstehen und einzugrenzen.“ Auch die „TRAPPIST-1“-Planeten sollen vom „James Webb“-Teleskop beobachtet werden. Es wird erwartet, dass das neue Weltraumteleskop die Erforschung von Exoplaneten entscheidend voranbringt. (tab)

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