1. Startseite
  2. Wissen

Mysteriöses „Wow!“-Signal: Forschende suchen nach Herkunft im Universum

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Das Green Bank Telescope war an der Suche nach der Herkunft des „Wow!“-Signals beteiligt.
Das Green Bank Telescope war an der Suche nach der Herkunft des „Wow!“-Signals beteiligt. © imago/Jim West

Seit 1977 treibt das mysteriöse „Wow!“-Signal Forschende um. Nun untersucht eine neue Studie einen Stern, der Ausgangspunkt des Signals sein könnte.

Frankfurt – Eine Beobachtung aus dem Jahr 1977 beschäftigt Astronominnen und Astronomen bis heute: Damals hatte das „Big Ear“-Radioteleskop der Ohio State University ein starkes und äußerst mysteriöses Signal aus dem Universum aufgezeichnet. Der Astronom Jerry R. Ehmann, der das Signal entdeckte, war so verblüfft, dass er auf einen Ausdruck des Signals „Wow!“ schrieb – seitdem hat das Mysterium einen Namen: „Wow!“-Signal. Woher das Signal stammt, ist bis heute ein großes Rätsel der Astronomie. Denn selbst drei Minuten nach dem Original-Signal konnte es nicht mehr gefunden werden – bis heute hat es niemand mehr wahrgenommen.

20 Jahre nach seiner Entdeckung schrieb Ehmann in einem Aufsatz, alle Möglichkeiten irdischen Ursprungs seien ausgeschlossen worden oder unwahrscheinlich, wohingegen man einen außerirdischen Ursprung nicht habe ausschließen können. „Daraus muss ich schließen, dass eine außerirdische Intelligenz das Signal geschickt haben könnte“, so Ehmann weiter. Bis heute versuchen Forschende immer wieder, herauszufinden, woher das Signal stammte und wie man es reproduzieren kann – ohne Erfolg.

Mysteriöses „Wow!“-Signal aus dem Weltall: Woher stammt es?

Im vergangenen Jahr hat der Amateur-Astronom Alberto Caballero, der das „Habitable Exoplanet Hunting Project“ koordiniert, bei dem Amateur- und Berufsastronom:innen gemeinsam nach möglicherweise bewohnbaren Exoplaneten Ausschau halten, eine Studie zum „Wow!“-Signal veröffentlicht. Darin identifizierte er einen Stern mit dem komplizierten Namen 2MASS 19281982-2640123, der der Sonne in Sachen Temperatur, Größe und Helligkeit sehr ähnlich ist – und sich in der Region des Weltalls befindet, aus der das „Wow!“-Signal zu stammen scheint. Der Stern und 65 weitere seien „ideal, um nach Technosignaturen in der gesamten Region, aus der das ‚Wow!‘-Signal stammt, zu suchen“, schrieb Caballero.

„Technosignaturen“ bezeichnen technologische Anzeichen für intelligentes Leben – beispielsweise Licht, Funksignale, aber auch Chemikalien in der Atmosphäre, die durch Zivilisationen erzeugt werden.

„Breakthrough Listen“ sucht nach Herkunft des „Wow!“-Signals: Keine Technosignatur gefunden

Nun haben Forschende des „Breakthrough Listen“-Projekts (dt.: „Durchbruch Hören“) den sonnenähnlichen Stern 2MASS 19281982-2640123 genauer unter die Lupe genommen und in seiner Umgebung nach einer Wiederholung des „Wow!“-Signals gesucht. Die dazugehörige Studie wurde in den Research Notes of the AAS veröffentlicht. Mit gleich zwei Teleskopen – dem Green Bank Telescope und dem Allen Telescope Array – lauschten die Forschenden ins Weltall hinein. Doch das Ergebnis ist ernüchternd: „Dies ist das erste Mal, dass eine gezielte Suche durchgeführt wurde. Keine Technosignatur-Kandidaten wurden gefunden“, schreiben die Autoren in ihrer Studie, stellen darin jedoch auch fest, dass es in der Region noch zahlreiche weitere Sterne gibt, von denen das Signal hätte ausgehen können.

„Breakthrough Listen“ ist ein Projekt, das mit 100 Millionen Dollar ausgestattet ist, um nach Hinweisen auf technologisch fortgeschrittene Zivilisationen im Universum zu suchen. Das Projekt gehört zu den „Breakthrough Initiatives“, die im Jahr 2015 vom Milliardär Yuri Milner und dem Astrophysiker Stephen Hawking ins Leben gerufen wurden, finanziert werden sie von einer Stiftung Milners. (tab)

Weltraum-Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen Weltraum-Newsletter und erhalten Sie zweimal im Monat die wichtigsten Nachrichten aus Astronomie und Raumfahrt direkt in Ihr Postfach.

Auch interessant

Kommentare