Drei Jahre lang haben Forscher auf der ISS Bakterien im Weltall studiert. (Symbolbild)
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Drei Jahre lang haben Forscher auf der ISS Bakterien im Weltall studiert. (Symbolbild)

Weltraumforschung

ISS: Bakterien überleben drei Jahre lang im Weltall - Forscher haben neue Theorie

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Können kleinste Lebensformen das Weltall überleben? Dieser Frage sind Forscher auf der Internationalen Raumstation (ISS) auf den Grund gegangen.

  • Können Bakterien das Vakuum des Weltalls überleben?
  • Eine Gruppe von Forschern führt ein Experiment auf der Internationalen Raumstation (ISS) durch.
  • Drei Jahre lang werden Bakterien der Strahlung des Weltalls ausgesetzt.

Das Weltall ist ein lebensfeindlicher Ort. Die Temperaturen im Vakuum liegen zwischen minus 270 Grad und plus 100 Grad Celsius bei Sonneneinstrahlung. Ein Mensch könnte einen Aufenthalt ohne nötige Schutzmaßnahmen nur kurz überleben. Doch wie steht es mit anderen Lebensformen, wie etwa Bakterien? Forscher der Tokyo University of Pharmacy and Life Sciences haben in einem Experiment ein verblüffendes Resultat erzielen können.

Internationale Raumstation (ISS): Forscher setzen Bakterien den Bedingungen des Weltalls aus

Die Forscher haben Bakterien des Stammes Deinococcus radiodurans für drei Jahre an der Außenhülle der Internationalen Raumstation (ISS) den harschen Bedingungen des Weltalls ausgesetzt, wie die im Fachmagazin Frontiers in Microbiology veröffentlichte Studie beschreibt. Dabei waren die Bakterien dem Vakuum sowie den großen Temperaturschwankungen ausgesetzt.

Bereits auf der Erde wurden die Bakterien probeweise den simulierten Bedingungen im Weltall ausgesetzt. Dabei überstanden die Probanden die Tests und fanden ihren Weg 2015 mit einer SpaceX-Rakete zur ISS. Anschließend wurden die Bakterien auf Platten angebracht, die durch einen mechanischen Arm von der Außenhülle der ISS ins Weltall gehalten wurden. Nach drei Jahren, in denen die Bakterien den Kräften des Weltalls ausgesetzt waren, wurden sie wieder an Bord der ISS gebracht.

Forscher auf der ISS: Bakterien überleben drei Jahre lang im Weltall

Das Ergebnis: Die äußere Schicht der Bakterien ist zwar abgestorben, bildete aber gleichzeitig einen Schutzschirm für die sich im Inneren der Bakterien befindende DNA. Das Erbgut der Bakterien trug keine Schäden davon. Im Gegensatz zu anderen Bakterien verfügt Deinococcus radiodurans über eine Art Selbstheilung, bei der beschädigte Teile der DNA-Stränge durch Kopien ersetzt werden. Die Forscher der Tokyo University of Pharmacy and Life Sciences vermuten jetzt, dass das Bakterium eine Reise von der Erde zum Mars ungeschützt überstehen könnte und schätzen zusätzlich, dass die ersten Bakterien auf der Erde von selbst dort gelandet sind, und nicht etwa durch Meteoriten transportiert wurden, wie bisher vermutet. (Marvin Ziegele)

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