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Nasa veröffentlicht Aufnahmen von schwarzem Loch – und erntet scharfe Kritik

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Von: Tobias Utz

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Schwarzes Loch im Weltall
Der erste visuelle Nachweis eines schwarzen Lochs, veröffentlicht im Jahr 2019. © Event Horizon Telescope (EHT) / dpa

Die Nasa teilt Geräusche aus einem schwarzen Loch auf Twitter – und erntet massive Kritik.

Frankfurt – Die Nasa hat mit dem Tweet einer Audiodatei, die Geräusche eines schwarzen Loches zeigen soll, für Aufregung in sozialen Netzwerken gesorgt. „Der Irrtum, dass es keine Geräusche im Weltraum gäbe, stammt daher, weil der meiste Raum ein Vakuum ist, das Schallwellen keine Möglichkeit bietet, sich zu bewegen“, hieß es am Sonntag (21. August) in der Veröffentlichung. Das Statement bezog sich auf ein schwarzes Loch im Zentrum des Galaxiehaufens „Perseus“, in dem laut Nasa-Angaben ausreichend Gas vorhanden ist, worin sich Schallwellen bewegen können.

Neben einigen positiven Reaktionen gab es jedoch auch zahlreiche negative Bewertungen der Nasa-Veröffentlichung. Astrophysiker Chris Lintott, Professor für Astrophysik an der Universität Oxford, ordnete das Thema aus wissenschaftlicher Sicht ein. „Wenn Sie möchten, können Sie diese Wellen als ‚Klang‘ bezeichnen und festlegen, welchem Ton sie entsprechen. Dieser Ton, der so verschoben wurde, dass wir ihn hören können, und mit dem herumgespielt wurde, ist der Klang der Nasa“, sagte er dem Spiegel.

Nasa stößt mit Geräuschen aus schwarzem Loch auf scharfe Kritik

Er glaube nicht, dass man die Wellen als „Geräusche“ bezeichnen könne – selbst, wenn sie durch ein schwarzes Loch verursacht worden seien. Die Bezeichnung sorge bei den Menschen eher für Verwirrung, statt für Aufklärung. Die Audiodatei sei stark durch die Weltraumbehörde der USA bearbeitet worden. Ohne diese seien die Wellen für Menschen überhaupt nicht hörbar, so Lintott.

Die Nasa reagierte auf die Kritik in den sozialen Netzwerken mit einer Erklärung: Der Grund, warum die Klänge aus dem Weltall verstärkt worden seien, sei, dass man Wissenschaft nahbarer machen wolle. „Es wurde nicht absichtlich bedrohlich gemacht, aber der Ton, den Sie hören, ist stark verstärkt, und andere Töne werden aus Lichtdaten interpretiert. Einer der Beweggründe für die Erstellung solcher Datensonifikationen ist der Wunsch, die Wissenschaft mit mehr Menschen zu teilen“, so die Nasa in einem Statement.

Übrigens: Die verbreitete Aufnahme des schwarzen Loches wurde bereits vor fast 20 Jahren mit dem US-Rentgenobservatorium „Chandra“ aufgenommen. Die Nasa erklärte erst im Frühjahr 2022, wie ein schwarzes Loch klingt.

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(tu)

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