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Der Asteroid 2021 PH27 kommt der Sonne so nah, wie kein anderer.
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Der Asteroid 2021 PH27 kommt der Sonne so nah, wie kein anderer.

Weltraumforschung

Entdeckung im Weltall: Asteroid umkreist Sonne in nur 113 Tagen – und kommt ihr erstaunlich nah

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Ein Asteroid verzückt derzeit die Astronominnen und Astronomen. Denn 2021 PH27 kommt der Sonne so nah wie kein Zweiter.

Santiago/Chile – Die Entdeckung ist absolut außergewöhnlich. Der Asteroid 2021 PH27 ist in der Tat einzigartig in seinem Verhalten, kein anderer Asteroid in unserem Sonnensystem kommt seinem Verhalten gleich.

Entdeckt hat ihn der Astronom Scott Sheppard vom Carnegie Institut of Science. Er hatte Daten der Dark Energie Camera (DECam) ausgewertet, die mit einem speziellen Teleskop gewonnen worden waren. Die Bilddaten nahm das Victor M. Blanco 4-Meter Teleskop im Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile auf. Eigentlich nutzen die Wissenschaftler Ian Dell’antonio und Shenming Fu das Teleskop, um gemeinsam mit Sheppard große Galaxienhaufen, auch Galaxien-Cluster genannt, zu untersuchen. Doch statt sich auf Untersuchungen in der Astronomie zu fokussieren, deren Objekte Millionen Lichtjahre entfernt zu finden sind, nahmen sich die Forscher Zeit, nach wesentlich kleineren und vor allem näheren Himmelskörpern in unserem Sonnensystem Ausschau zu halten – mit Erfolg.

Asteroid 2021 PH27
EntdeckerScott Sheppard
Entdeckungsdatum13. August 2021
Orbit113 Tage

Weltraumforschung: 2021 PH27 ist sonnennächster Asteroid

Denn der Asteroid 2021 PH27 hat einige interessante Besonderheiten. Doch an der Entdeckung waren noch wesentlich mehr Wissenschaftler beteiligt. So wurden unter anderem auch die Magellan Telescope genutzt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichte das NOIRLab (National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory) auf seiner Webseite, zu ihm gehört das CTIO. Dort betont der Entdecker des Asteroiden, Scott Sheppard: „Die Zeit an einem Teleskop ist für Astronomen extrem wertvoll, doch die Internationalität einer solchen Entdeckung und die Liebe zum Unbekannten sorgen dafür, dass Astronomen ihre eigenen wissenschaftlichen Projekte auch einmal beiseitelegen, um an neuen und interessanten Entdeckungen wie dieser mitzuwirken.“

Doch was genau macht den Asteroiden so einzigartig? Die Aufnahmen der Teleskope zeigen, dass der Asteroid der Sonne so nah kommt wie kein anderer Asteroid. Seine eher exzentrische, elliptische Flugbahn bringt ihn in eine Nähe zu Sonne von nur noch 20 Millionen Kilometern. Damit „erhöht sich die Temperatur an der Oberfläche des Asteroiden auf fast 500 Grad Celsius. Wenn er derart nah an der Sonne ist, wird er so heiß, dass Blei darauf einfach schmelzen würde“, erklärt Sheppard. Außerdem hat der Gesteinsbrocken mit 113 Tagen den kürzesten Orbit aller bisher bekannten Asteroiden.

Asteroid 2021 PH27: Warum entdeckten Astronomen den Himmelskörper erst jetzt?

Da der Asteroid der Sonne so nahe ist, konnte er nur deshalb entdeckt werden, weil die Astronomen in der Dämmerung nach Himmelskörpern Ausschau hielten. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass er nicht schon viel früher durch ein Teleskop eingefangen werden konnte, so die Fachleute. Der Forscher erklärt zudem, warum derartige Entdeckungen so relevant sind: „Es ist besonders wichtig, die Asteroiden im Inneren der Erdumlaufbahn zu verstehen und diese erdnahen Asteroiden zunächst einmal alle zu erfassen und damit auch alle solche auf dem Schirm zu haben, die am wahrscheinlichsten zum Erdimpaktor werden können. [...] Gerade solche können zur Gefahr werden, die aus Richtung der Sonne auf die Erde zukommen, denn diese sind nur schwer zu entdecken.“ Unter „Erdimpaktor“ versteht man Asteroiden, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einmal auf der Erde einschlagen könnten. Ein solcher ist beispielsweise Asteroid Bennu, dessen Aufschlagwahrscheinlichkeit von der Nasa, der Behörde für Raumfahrt in den USA, jüngst nach oben korrigiert wurde.

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Dies ist jedoch bei Asteroid 2021 PH27 höchstwahrscheinlich nicht der Fall. Wie die Wissenschaftler mutmaßen, wird er eher auf dem Merkur, der Venus oder der Sonne einschlagen oder gar das Innere unseres Sonnensystems verlassen.

Inzwischen ist der Gesteinsbrocken in die Sonnenkonjunktion eingetreten, aus Erdsicht bewegt er sich nun hinter der Sonne. Die Astronomen erwarten, dass der Asteroid von der Erde aus wieder Anfang des Jahres 2022 sichtbar sein wird. Dann kann sein Orbit noch genauer untersucht werden. (Sophia Lother)

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