Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Krankschreibung wegen Coronavirus Sars-CoV-2 auch telefonisch möglich

  • schließen

Infolge der Coronavirus-Pandemie gibt es neue Regeln für Ärzte. Sie dürfen auch telefonisch Krankschreibungen ausstellen.

  • Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lockert vorübergehend die Vorschriften für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
  • In Zeiten des Coronavirus Sars-CoV-2 reicht in bestimmten Fällen ein Telefonanruf für die Krankschreibung bis zu 14 Tage
  • Wie man den „gelben Zettel“ vom Arzt bekommt, ohne einen Arzttermin zu benötigen

Aktualisierung vom 25. März 2020: In der Coronakrise lockert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Vorgaben für eine Krankschreibung weiter. Ärzte dürfen Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen ab sofort telefonisch für bis zu 14 Tage krankschreiben. Das gilt auch dann, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 besteht. Die Regelung gilt befristet bis zum 23. Juni. Neu ist neben der 14-tägigen Dauer der Krankschreibung auch, dass nun Patienten mit Infektionsverdacht telefonisch krankgeschrieben werden können.

Neue Regelung wegen Coronavirus: Ärzte können per Telefon krankschreiben

Erstmeldung vom 10. März 2020: Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich weiter aus in Deutschland. Wer es nicht muss, sollte größere Menschenansammlungen meiden, lautet eine Empfehlung von Experten. Die raten auch, dass man wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 im Home Office arbeiten sollte, wenn es möglich ist.

Ein weiterer Ratschlag ist, sich bei Krankheitssymptomen krank zu melden - so steckt man Kollegen nicht an und belastet die Ressourcen des Gesundheitssystems nicht unnötig. Denn die werden für Wichtigeres gebraucht - beispielsweise für mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 Infizierte, aber auch für andere Krankheitsfälle.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: „Gelber Zettel“ in Zeiten des Coronavirus Sars-CoV-2

Doch es gibt ein Problem: Bei vielen Arbeitgebern muss man spätestens am dritten - manchmal gar schon ab dem ersten Tag - eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt vorlegen. Dieser Umstand sorgt dafür, dass manch einer krank zur Arbeit geht, während diejenigen, die zum Arzt gehen, Gefahr laufen, sich dort mit weiteren Krankheiten anzustecken.

Ärzte dürfen in Zeiten des Coronavirus Sars-CoV-2 vorübergehend Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Telefon ausstellen. 

Nun gibt es eine Antwort von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sie ermöglicht es Ärzten vorübergehend, Patienten mit „leichten Erkrankungen der oberen Atemwege“ krank zu schreiben, ohne sie vorher persönlich zu untersuchen. Diese Regelung gilt für folgende Personen:

Coronavirus Sars-CoV-2: Nur wer kein Verdachtsfall ist, kann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung telefonisch bekommen

Patienten, die diesen Kriterien entsprechen, können nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt bekommen. Sie gilt für maximal sieben Tage. Die Regelung der KBV gilt zunächst für vier Wochen. „Mit diesem Schritt unterstützt die gemeinsame Selbstverwaltung Patienten und Ärzte gleichermaßen“, heißt es in einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Auf Twitter erklärt die KBV weiter: Die elektronische Gesundheitskarte müsse beim Ausstellen der „telefonischen AU-Bescheinigung“ nicht zwingend eingelesen werden. Praxen könnten bei bekannten Versicherten die Daten aus der Patientenkartei übernehmen. Patienten müssen sich jedoch nach wie vor selbst darum kümmern, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Arbeitgeber und die Krankenkasse erreicht, stellt die KBV klar.

Von Tanja Banner

Rubrikenbild: picture alliance/Arno Burgi/ZB/dpa

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare