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Die Fluchtbewegungen - wie hier von Süd- und Mittelamerika Richtung USA - werden zunehmen.

Öko-logisch

Wasser bis zum Haus

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Nur eine vernünftige Klimapolitik kann erwirken, dass die Zahl der Flüchtlinge nicht sehr stark ansteigt.

Immer mehr Menschen weltweit verlassen ihre Heimat, um sich in einem anderen Staat eine neue Existenz aufzubauen. Ihre Zahl ist seit Beginn des Jahrzehnts um knapp ein Viertel angestiegen – von 221 auf aktuell 272 Millionen. Das hat das für Bevölkerungsfragen zuständige UN-Büro für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten (Desa) in New York gerade mitgeteilt. Die meisten dieser Migranten leben in Europa, nämlich rund 81 Millionen, und in Nordamerika, hier sind es 59 Millionen, gefolgt von Westasien und Nordafrika mit je 49 Millionen. Migranten machen damit nun 3,5 Prozent der Weltbevölkerung aus.

Die Fluchtbewegungen werden zunehmen, das ist wegen ungelöster politischer, militärischer und sozialer Konflikte weltweit sowie der Klimakrise leider sicher. Dabei macht die Migration in andere Länder sogar nur den kleineren Anteil aus, und hier kann sie ja durchaus auch positive Folgen haben. Migranten spielten bei der Entwicklung ihrer Ziel- und Herkunftsländer eine „wichtige Rolle“, kommentierte UN-Untergeneralsekretär Liu Zhenmin denn auch die neuen Zahlen. Etwa, wenn sie Jobs ergreifen können und Geld nach Hause überweisen. Eine sichere, geordnete Migration trage durchaus dazu bei, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN zu erreichen.

Trumps Klima-Turbo

FR-Autor Joachim Wille.

Die meisten Flüchtlinge freilich schaffen es aber nicht in andere Staaten oder gar auf andere Kontinente. Sie suchen Zuflucht im eigenen Land oder in Nachbarländern. Und dort nützen sie der Entwicklung nichts, sondern sind meist Opfer. Und dass diese Flüchtlingsströme noch stark steigen dürften, wenn keine globale wirksame Klima- und Umweltpolitik gemacht wird, dürfte bald klar werden, wenn der Weltklimarat seinen neuen Sonderbericht zu den Ozeanen vorlegt.

Alleine der Anstieg des Meeresspiegels wird 250 bis 280 Millionen Flüchtlinge „erzeugen“, heißt es in dem jüngst bekannt gewordenen Entwurf zu dem IPCC-Report - und zwar selbst, wenn es gelingt, die Erderwärmung bis 2100 unter zwei Grad Celsius zu halten. Niedrig liegenden Inselstaaten und Millionenstädte an den Küsten wären regelmäßig von Extremereignissen wie Überflutungen und Wirbelstürmen betroffen. Besonders würde es neben Küstenmetropolen in China und Indien auch solche in reichen Länder erwischen - hier vor allem in den die USA. Donald Trumps Klimawandel-Turbopolitik hinterlässt auch hier ihre Spuren.

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