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Die Regenwälder der Erde sind gigantische CO2-Speicher.
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Die Regenwälder der Erde sind gigantische CO2-Speicher und müssen erhalten bleiben.

Öko-logisch

Was uns der Wald erspart

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Den Amazonas zu schützen, zahlt sich aus. Denn der Regenwald ist ein gigantischer CO2-Speicher.

Den Regenwald zu schützen, zahlt sich aus. Selbst die Regierung von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, die das Absägen und Abfackeln am Amazonas gerne toleriert bis fördert, ist solchen Argumenten nicht ganz unzugänglich. Nur: Finanzieren soll es das Ausland, wenn Wälder stehenbleiben statt sie Agrar-, Holz- oder Rohstoffindustrie auszuliefern. Zumindest ließ Bolsonaros Wirtschaftsminister schon mal das Konzept für einen weltweiten Sauerstoff-Handel entwickeln, aus dem Brasilien Einkünfte für den im Amazonaswald produzierten Sauerstoff beziehen würde.

Auch wenn diese Idee nicht so richtig zündet: Grundsätzlich ist es nicht abwegig, dass Industrieländer, die ihre eigenen Urwälder meist schon vor Jahrhunderten beseitigten, in den Tropenwaldschutz investieren. Das trägt zur Stabilisierung des Weltklimas bei und nützt daher längerfristig auch ihnen selbst. Dass sich das Ganze zudem ökonomisch hervorragend rechnet, hat nun eine internationale Forschergruppe nachgewiesen: Jeder dort investierte Dollar spart danach 5,40 Dollar für sonstigen Klimaschutz.

Staubsauger für CO2

Die Fachleute unter Leitung des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC betonen, dass Klimaschutz ohne Technik natürlich nicht zu machen ist – darunter Windparks und Solarkraftwerke, ein Pipeline-Netz für grünen Wasserstoff als Energieträger der Zukunft und auch riesige „CO2-Staubsauger“, die überschüssige Treibhausgase dereinst wieder aus der Atmosphäre ziehen sollen. Doch sie betonen: „So wichtig innovative Technologien sind – der bedeutsamste Schauplatz beim Kampf gegen die Erderhitzung ist der tropische Regenwald.“

Auch die Regenwälder der Erde als gigantische CO2-Speicher zu erhalten und degradierte Flächen zu renaturieren, ist teuer. Die Forschenden beziffern den Aufwand für die Zeit bis 2070 auf 6,2 Billionen Dollar. Im Vergleich zur Modellvariante ohne Regenwald aber spare die Menschheit Klimaschutz-Aufwendungen von 33,5 Billionen ein. Andere Vorteile (etwa Erhalt der Artenvielfalt, Schutzraum für indigene Völker und lokale Umweltqualität) noch nicht einmal mitgerechnet.

Ersetzen kann der Tropenwaldschutz die Energiewende natürlich nicht. Doch die Forschenden zeigen: Er kann helfen, ein allzu schnelles Aufbrauchen des CO2-Restbudgets für das Zwei-Grad-Erwärmungslimit zu verhindern. Oder ehrgeizigere Klimaziele in Reichweite zu halten.

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