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Die Pläne für den Mond sehen auch eine dauerhafte Basis vor. 

Raumfahrt

Wann wieder Menschen den Mond betreten werden

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2024 ist als Starttermin für die nächste Reise von Menschen auf den Mond angepeilt. Die Nachfolge von Neil Armstrong, des ersten Menschen auf dem Erdtrabanten, soll bei der Nasa eine Frau antreten.

Bis die imposanten Bilder Wirklichkeit werden, dürfte es noch ein weiter Weg sein: Bilder, auf denen Menschen in Astronautenanzügen auf dem Mond arbeiten, assistiert von robotischen Geräten. Bilder, auf denen futuristische High-Tech-Iglus – die Idee ist es, sie auf Basis von 3-D-Drucken zu fertigen – die Oberfläche zieren. Bilder von einer Station, die um den Erdtrabanten kreist, einem „Luna Gateway“ für ankommende und wegfliegende Raumfahrzeuge.

50 Jahre nach der Mondlandung von Apollo 11 wird es locker noch fünf Jahre dauern, bis wieder ein Mensch den Mond betritt – fest steht aber, dass dieses Mal die Erste eine Frau sein soll. So hat es sich die Nasa vorgenommen. Die US-Raumfahrtbehörde peilt als Datum für diesen neuerlichen historischen Moment das Jahr 2024 an. Es ist anzuzweifeln, dass private Raumfahrtunternehmen, die in der Vergangenheit manche verwegen klingenden Pläne präsentiert haben, der Nasa zuvorkommen werden.

Bis eine ganze Siedlung auf dem Mond steht und dort jemand die Arbeit aufnimmt, wird es noch einige Jahre länger dauern. Laut Matthias Maurer, Astronaut bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa, könnte es 2029 so weit sein. Für diesen Zeitpunkt plant China die Inbetriebnahme einer eigenen Basis auf dem Mond.

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Flug zum Mond ist auch heute keine Routine

Auch Jan Wörner, Generaldirektor der Esa, hat bereits vor einigen Jahren die Idee für ein „Luna Village“ präsentiert. Er geht davon aus, dass ein Projekt solchen Ausmaßes nur gemeinsam von mehreren Raumfahrtorganisationen zu stemmen ist. Wörner würde auch gerne die Chinesen stärker in die internationale Kooperation im Weltraum einbinden. Die Esa hat mehrere Missionen von chinesischen Chang’e-Sonden bereits über die Nutzung von Bodenstationen unterstützt – und will das auch beim nächsten Mal wieder tun, wenn Chang’e 5 im Dezember zum Mond fliegen und von dort Bodenproben mit zur Erde bringen soll.

Auch heute noch ist ein Flug zum Mond keine Routine, nicht einmal, wenn es um eine Sonde geht, sagt Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs am Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt. Umso mehr gilt das für eine Reise mit Menschen an Bord. Bei der Nasa wird seit Jahren an einer Rakete gearbeitet, die die Nachfolge der Saturn-V antreten soll, die einst sämtliche Apollo-Missionen sicher ins All katapultierte und bis heute die leistungsstärkste je gebaute Rakete ist.

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Die neue SLS soll die Astronauten allerdings nicht auf einen direkten Kurs Richtung Mond schicken. Die Reiseroute sieht heute anders aus als bei den Apollo-Missionen, erklärt Ferri. So sollen die Astronauten zunächst zu einem Gateway in der Umlaufbahn gebracht werden, um dort aus ihrer Raumkapsel in ein anderes Fluggerät zu wechseln, das sie schließlich zum Mond bringt. Auch beim Rückflug ist ein Stopover in dieser Station geplant.

Luna Gateway: wichtige Neuerung kommender Mondmissionen

Auch an den Raumschiffen wird bereits gearbeitet. Erst Anfang des Monats simulierte die Nasa in Cape Canaveral einen Startabbruch, um die Sicherheit der Kapsel zu testen. Das Kommandomodul dieser neuen „Orion“-Kapsel – in dem dann auch die Astronauten sitzen werden – ist Aufgabe der Nasa, das dazugehörige Servicemodul hat die Esa entwickelt. Vom Prinzip her sieht die „Orion“ den Apollo-Kapseln recht ähnlich – ein auffälliger Unterschied jedoch sind die Solarflügel zur Energiegewinnung anstelle der Brennstoffzellen.

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Zu den wichtigsten Neuerungen kommender Mondmissionen freilich wird das Luna Gateway zählen. Er soll nach und nach aufgebaut werden, sagt Ferri. Auch gibt es Überlegungen, die Station dauerhaft mit Menschen zu besetzen – ähnlich wie heute die Internationale Raumstation ISS. Allerdings wird eine Station rund um den Mond eine ungleich größere Herausforderung darstellen, denn anders als die ISS, die in 400 Kilometern Höhe noch von der Erdatmosphäre geschützt ist, wären die Menschen im Luna Gateway weitaus stärker der Strahlung aus dem Weltraum ausgesetzt.

Strahlung bleibt auch bei möglichen Flügen zum Mars ein großes Problem

Die Strahlung, sie bleibt auch bei möglichen Flügen zum Mars ein großes Problem. Einigkeit scheint mittlerweile bei den Raumfahrtbehörden in der Frage zu herrschen, welchen Himmelskörper Menschen als nächstes Ziel ansteuern sollen: Nachdem lange der Mars im Fokus stand, soll nun doch zuerst wieder der Mond angeflogen werden. Dort gäbe es noch viel zu erforschen, sagt Matthias Maurer, der auf seinen ersten Einsatz im All wartet und auch gerne zum Mond möchte, wie er erzählt. Denn auch wenn ein Großteil unseres Wissens über den Mond von den Apollo-Missionen stammt, so waren die Forschungsaufgaben der Astronauten doch überschaubar und ihre Radien noch bescheiden. So soll sich Neil Armstrong keine hundert Meter von der Landefähre entfernt haben.

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