1. Startseite
  2. Wissen

Vulkane: Aufbau, Formen und Gefahren der Feuerberge

Erstellt:

Von: Julia Schöneseiffen

Kommentare

Es gibt rund 1500 aktive Vulkane auf der Erde und jährlich kommt es zu 50 bis 70 Ausbrüchen. Doch nicht immer sind die Vulkane gefährlich.

Kassel – Vulkane: Es gibt Tausende der feuerspeienden Berge auf unserem Planeten. Doch nicht nur in Ländern wie Italien, Hawaii und Island sind sie zu finden, sondern auch in Deutschland. Doch wie entstehen sie und wie gefährlich sind Vulkane? Ein Überblick.

Was ist ein Vulkan?Stelle an der Erdoberfläche, an der Magma austritt
Wie viele aktive Vulkane gibt es?Etwa 1500 aktive Vulkane
Welche Aktivitäts-Grade kann ein Vulkan haben?Aktiv, Ausbrechend, Ruhend, Erloschen

Was ist ein Vulkan?

Vulkan wird die Stelle an der Erdoberfläche genannt, an der Magma durch die Erdkruste nach oben transportiert wird und austritt. An den Austrittsstellen bilden sich häufig kegelförmige Vulkanberge. Vulkane können aber auch andere Formen wie Spalten oder Kessel bilden.

Was ist der Unterschied zwischen Magma und Lava?

Der Unterschied zwischen Magma und Lava ist der Ort, an dem sie zu finden sind.

Als Magma wird geschmolzenes Gestein, das sich unter der Erdoberfläche befindet, bezeichnet. Dringt Magma an der Erdoberfläche aus, spricht man von Lava.

Wie entsteht ein Vulkan?

Die Erde besteht aus mehreren Schichten, die teils flüssig und teils fest sind. Die äußerste Schale ist die Erdkruste, welche aus mehreren großen kontinentalen und ozeanischen Platten besteht. Diese reiben aneinander, driften voneinander weg oder schieben sich unter eine andere.

An den Plattengrenzen befinden sich mehr als 90 Prozent aller Vulkane. Die größte Konzentration ist am sogenannten Pazifischen Feuerring zu finden. Er reicht von der Westküste Amerikas bis nach Indonesien und Papua-Neuginea. In diesen Regionen schiebt sich die Pazifische Platte unter eine leichtere Kontinentalplatte. 45 Prozent aller Vulkane befinden sich am Pazifischen Feuerring.

Vulkan Fagradalsfjall in Island in der Nähe von Reykjavik
Der isländische Vulkan Fagradalsfjall ist ein Teil der divergenten Plattengrenze zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte. © Finn Huwald/dpa

Neben den Vulkanen an den Plattengrenzen gibt es zudem die sogenannten Hot Spots. Das sind Vulkane, die mitten auf einer Platte liegen. An Schwachstellen der Erdkruste kann heißes Material aus dem Erdinneren aufsteigen und somit die Kruste langsam aufschmelzen. Ist die Erdoberfläche erreicht, entsteht ein neuer Vulkan. Mit der Zeit können ganze Vulkanketten entstehen, wie zum Beispiel die Inselketten von Hawaii, die Kanaren oder die Kapverdischen Inseln.

Welche Arten von Vulkanen gibt es?

Vulkane lassen sich nach ihrem Aufbau und der Zusammensetzung des Magmas in verschiedene Typen unterteilen.

Es gibt noch weitere Arten von Vulkanen, die sich abhängig vom Auswurfmaterial, der Interaktion mit der Umwelt oder der vorherigen Landschaftsform bilden können. Folgende Formen können unter anderem entstehen:

Die Aktivitäts-Stadien eines Vulkans

Vulkane lassen sich neben ihrer Form auch nach dem Grad der Aktivität unterscheiden:

Über dem Meeresspiegel liegen aktuell etwa 1500 Vulkane, von denen rund 500 als aktiv gelten. Die Zahl der untermeerischen Vulkane ist nicht genau bekannt. Wissenschaftler aber gehen davon aus, dass 60 Prozent aller vulkanischen Aktivitäten untermeerisch stattfinden. Jährlich kommt es weltweit zu 50 bis 70 Vulkanausbrüchen.

Wie kommt es zu einem Vulkanausbruch?

Das zähflüssige Magma sammelt sich in einer Kammer, die mehrere Kilometer unter der Erdoberfläche liegt und durch einen Schlot mit ihr verbunden ist. In der Kammer stauen sich zudem Gase wie Schwefelwasserstoff oder Kohlenstoffdioxid an, die einen enormen Druck aufbauen. Wird dieser zu groß, bricht der obere Gesteinsdeckel auf und das Magma bahnt sich einen Weg an die Oberfläche.

Wie stark der Vulkan ausbricht, ist dabei von der Zusammensetzung des Magmas und der Gase abhängig. Bei manchen Eruptionen wird das Oberflächengestein kilometerweit in die Luft geschleudert. Bei anderen hingegen ergießt sich die Lava lediglich in einem zähflüssigen Strom den Hang hinab. Manchmal wiederum stoßen die Vulkane große Aschemengen aus.

Besonders gefährlich sind die sogenannten pyroklastischen Ströme. Dabei rasen enorm heiße Glutlawinen den Hang hinab. Beim Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus wurde Pompeji von solchen Strömen begraben.

Vorhersage eines Vulkanausbruchs

Trotz moderner Methoden ist es der Wissenschaft nicht möglich, einen Vulkanausbruch zuverlässig zu prognostizieren. Doch es gibt einige Anzeichen, die auf eine Eruption hindeuten können. So gehen ihm meist kleinere, in hoher Konzentration auftretende Erdbeben voraus. Außerdem können Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung und der Temperatur der vulkanischen Gase Hinweis auf einen Vulkanausbruch geben. Vor einem Ausbruch hebt bzw. dehnt sich ein Vulkan zudem häufig aus. Die Neigungs- und Höhenänderungen können mit Neigungsmessern oder Satellitenbildern erfasst werden.

Wie wird die Stärke eine Ausbruchs bestimmt?

Der Vulkanexplosivitäts-Index (VEI) ist ein Maß für die Stärke eines Vulkanausbruchs. Die Skala reicht von null bis acht und ist logarithmisch aufgebaut. Das heißt, jede Stufe ist zehnmal stärker als die vorherige.

StufeStärke des Ausbruchs
Nullkleine, räumlich sehr begrenzte und meist nicht explosive Eruptionen
AchtSehr großer Ausbruch mit mehr als 1000 Kubikmeter Magma

Wie gefährlich sind Vulkane?

Wie gefährlich Vulkanausbrüche für die Menschen sind, hängt stark von den Umständen ab. Die meisten Vulkane befinden sich in abgelegenen Gegenden und sind somit für Menschen nur gefährlich, wenn sie sich auf dem Vulkan oder im Krater befinden. Bei manchen Vulkanen wie zum Beispiel dem Stromboli oder dem Kilauea kann man während der Ausbrüche sogar am Kraterrand stehen und zuschauen.

Zudem treten gefährliche Vulkanausbrüche eher selten auf. Im 20. Jahrhundert wurden nur rund ein Dutzend solcher Eruptionen verzeichnet. Weltweit sind in den letzten 250 Jahren etwa 250.000 Menschen bei Vulkanausbrüchen gestorben. Im Vergleich zu anderen Naturgewalten wie Erdbeben oder Stürmen ist die Zahl der Todesopfer verhältnismäßig gering.

Würden Sie einen Vulkan besteigen?

Die drei gefährlichsten Vulkane weltweit

Der Vesuv zählt zu den am besten überwachten Vulkanen. Momentan ruht der Vesuv und war seit 1944 auch nicht mehr merklich aktiv. Allerdings könnte sich das schnell ändern. Am Fuße des Vulkans liegt die Stadt Neapel, in der fast drei Millionen Menschen leben.

Der Merapi ist ein Schichtvulkan auf der Insel Java in Indonesien. Er liegt in direkter Nähe zur indonesischen Großstadt Yogyakarta. Der Merapi ist hochexplosiv und oft gehen Glutlawinen von dem Hochrisiko-Vulkan ab. Seine Ausbrüche enden oft katastrophal. Zuletzt starben 2010 mehr als 350 Menschen, 300.000 mussten fliehen. Dennoch ist das Gebiet um Merapi dicht besiedelt.

1883 kam es zu einer gewaltigen Vulkanexplosion: Der Krakatau zwischen Sumatra und Java zerstörte sich bei seinem Ausbruch selbst. Tsunamis mit bis zu 40 Meter hohen Wellen überfluteten die angrenzenden Küstenregionen. Seit 1927 entwickelt sich dort ein neuer Vulkan: Anak Krakatau. Er zählt zu einem der aktivsten Vulkane der Erde.

Vulkane in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es Vulkane. Allerdings sind davon keine mehr aktiv. Vor allem das Gebiet der Eifel ist bekannt für zahlreiche ehemals aktive Feuerberge.

Hier finden sich ebenfalls vulkanisch geprägte Gebiete in Deutschland:

Währen die meisten vulkanischen Gebiete als erloschen gelten, gibt es in Deutschland auch zwei ruhende Vulkangebiete: Die Vulkane in der Eifel und in der Oberpfalz. Derzeitige vulkanische Aktivitäten beschränken sich auf die stille Gasfreisetzung im Laacher See in der Eifel. Dort ereignete sich Deutschlands jüngster Vulkanausbruch: vor rund 11.000 Jahren.

Vulkanausbruch in La Palma 2021

In der 14 Kilometer langen Vulkankette Cumbre Vieja im Süden der spanischen Kanareninsel La Palma kam es seit 1971 zu keinem Ausbruch mehr – bis zum 19. September 2021. Der Ausbruch dauerte fast drei Monate an. Der Vulkan schleuderte dabei Lava, Asche und vulkanisches Material aus seinem Inneren. Tausende Menschen verloren ihr Hab und Gut. (jsch)

Auch interessant

Kommentare