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Der Mond hinter einem vergoldetem Kreuz
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Der Mond hinter einem vergoldetem Kreuz

Neue Studie

Vollmond und Schlaf: Welchen Einfluss hat der Mond auf uns?

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Ist der Schlaf bei Vollmond schlechter? Und welchen Einfluss kann der Mond wirklich auf den Menschen haben? Forschende aus den USA haben das untersucht.

  • Der Mond hat unbestreitbar Einfluss auf die Erde – beeinflusst er auch den Menschen?
  • Schläft man bei Vollmond wirklich schlechter? Forschende haben diese Frage untersucht sind zu einer spannenden Erkenntnis gekommen.
  • Aktuelles aus der Weltraumforschung und zum Vollmond.

Dem Mond wird schon lange ein Einfluss auf den Menschen nachgesagt. Doch was ist wirklich dran an Theorien, dass der (Voll-)Mond den Schlaf beeinflusst, dass man nur in bestimmten Mondphasen die Haare schneiden oder bestimmte Pflanzen anpflanzen sollte? Zumindest mit einer dieser Fragen hat sich nun eine Studie beschäftigt: Forschende um den Biologen Leandro Casiraghi haben erforscht, was es mit dem Mond und seinem möglichen Einfluss auf den Schlaf auf sich hat.

Dazu haben die Forschenden von der Universität von Washington Schlafdaten von mehreren hundert Menschen gesammelt. Bei 98 der Proband:innen, die Schlafsensoren am Handgelenk trugen, handelte es sich um indigene Menschen aus drei argentinischen Dörfern. Ein Dorf hatte gar keinen Zugang zur Elektrizität, ein Dorf hatte nur wenig Zugang zur Elektrizität, das dritte Dorf hatte durchgängig Zugang zu elektrischem Strom. Außerdem wurden Schlafdaten von 464 Student:innen aus Seattle ergänzt.

Studie: Welchen Einfluss hat der Mond auf das Schlafverhalten von Menschen?

Doch welchen Einfluss hatte der Mond tatsächlich auf das Schlafverhalten der Studienteilnehmer:innen? Alle Menschen gingen in den drei bis fünf Tagen vor Vollmond später ins Bett und schliefen kürzer. Allerdings unterschied sich der Effekt, je nachdem, wie viel Elektrizität die Menschen in ihrer Heimat zur Verfügung hatten. Menschen ohne Strom schliefen in dunklen Nächten 25 Minuten länger als in Nächten, in denen der Vollmond den Himmel erhellte. Bei Menschen mit eingeschränktem Zugang zu Licht und Strom waren es 19 Minuten, während Menschen, die jederzeit Zugang zu Strom und Licht hatten, in Vollmondnächten nur 11 Minuten weniger schliefen.

Hintergrund dieses Phänomens: Bevor künstliches Licht es möglich machte, den Tag künstlich zu verlängern, wurde das Licht des Vollmonds genutzt. „Zu bestimmten Zeiten des Monats ist der Mond eine signifikante abendliche Lichtquelle, und das ist unseren Vorfahren schon vor Tausenden von Jahren deutlich aufgefallen“, erklärt der Biologe Casiraghi. Darauf lassen auch Berichte der indigenen Teilnehmer:innen der Studie schließen: Sie berichteten den Forschenden, dass es in den Nächten, die vom Mond erhellt werden, besonders viele soziale Aktivitäten gibt. Ältere Indigene hätten berichtet, dass in Nächten mit hellem Mond früher besonders häufig gefischt oder gejagt wurde. „Unsere Daten scheinen zu zeigen, dass Menschen – in unterschiedlichen Umfeldern – aktiver sind und weniger schlafen, wenn Mondlicht verfügbar ist in den ersten Stunden der Nacht“, heißt es in der Studie, die im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlicht wurde.

Der „Blue Moon“, der zweite Vollmond innerhalb eines Kalendermonats, unterscheidet sich nicht von anderen Vollmonden.

Schlaf beginnt in Vollmond-Nächten später und dauert kürzer

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Schlaf in den Nächten vor Vollmond später beginnt und kürzer dauert, wenn das Mondlicht in den Stunden nach dem Sonnenuntergang verfügbar ist“, schreiben die Autor:innen der Studie weiter. Es sei dagegen unwahrscheinlich, dass jemand, der bereits schlafe, vom Mondlicht aufgeweckt werde. Weil das Phänomen der kürzeren Nächte bei allen Proband:innen-Gruppen aufgetreten sei, gehen die Forschenden davon aus, dass menschlicher Schlaf mit den Mondphasen „synchronisiert“ ist – und zwar „unabhängig vom ethnischen oder soziokulturellen Hintergrund und vom Level der Verstädterung“.

Da es schwierig sei, zu beeinflussen, wie Menschen dem Mondlicht ausgesetzt sind und welchen Einfluss die Anziehungskraft des Mondes auf die Erde hat, könne ihre Studie jedoch keine Kausalitäten aufzeigen. Es sei jedoch „schwer zu glauben, dass die Synchronisierung zwischen dem Schlaf und dem Mondzyklus, über die wir berichten, zufällig geschah“, schreiben die Autor:innen weiter.

Längst bekannt: Der Mond hat großen Einfluss auf die Erde

Dass der Mond Einfluss auf die Erde hat, ist längst wissenschaftlich belegt: Er sorgt für Ebbe und Flut, stabilisiert das Klima auf der Erde – und war möglicherweise sogar dafür verantwortlich, dass Leben auf unserem Planeten entstand. Studien zum Zusammenhang zwischen dem Mond und dem menschlichen Schlafverhalten sind immer wieder zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangt: Dass man bei Vollmond schlechter schläft, konnte eine Studie 2014 nicht nachweisen – 2013 hatten Forschende um Christian Cajochen dagegen herausgefunden, dass Menschen bei Vollmond kürzer und weniger fest schlafen.

Für Cajochen ist es naheliegend, dass der Mond grundsätzlich Einfluss auf den Menschen haben könnte: „Wir haben nüchtern betrachtet Evidenz, dass die Sonne unsere Zirkadianrhythmik (Tagesrhythmik) beeinflusst – warum also nicht auch der Erdtrabant?“, fragt er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Um herauszufinden, welche Faktoren konkret wirkten, sei weitere Forschung nötig. „Um wirkliche Kausalitäten zu erkennen, müssten Probanden über einen längeren Zeitraum in einer abgeschlossenen Laborumgebung studiert werden“, erklärt der Forscher, der an der aktuellen Studie nicht beteiligt war. (Tanja Banner mit Material von dpa)

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