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Vitamin-D-Mangel: Mikronährstoff soll Zehntausende Menschen vor Darmkrebs retten

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Von: Tobias Utz

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Vitamin-D-Mangel als Corona-Risiko
Ein Mangel an Vitamin D kann das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen. (Symbolfoto) © Michael Bihlmayer/Imago Images

Eine Studie greift den Zusammenhang eines Mangels an Vitamin D und Darmkrebsrisiken auf – und prognostiziert 30.000 weniger Todesfälle in Deutschland.

San Diego/Heidelberg – In der Gruppe der Mikronährstoffe ist Vitamin D wohl das meist diskutierte Forschungsfeld der vergangenen Jahre. Neben den teils wilden Wundermittel-Theorien stand insbesondere der Mangel an Vitamin D im Fokus. Im Kontrast dazu fanden Fachleute allerdings auch heraus, dass Überdosen des Vitamins ebenfalls zu Schäden der Gesundheit führen können. Die Quintessenz zahlreicher Studien stellt jedoch fest: Vitamin D fördert ein funktionierendes Immunsystem.

Die neueste Untersuchung in diesem Forschungsfeld hat sich mit dem Zusammenhang von Vitamin D und dem Risiko an Darmkrebs zu erkranken, beschäftigt. Wissenschaftler:innen aus den USA nahmen sich dieses Projekts an. Sie analysierten in ihrer Studie Daten der Nasa-Raumsonde „Aura“, welche die Messung der globalen UVB-Strahlung zur Aufgabe hat. Die Angaben glichen sie mit einem „Global Cancer“-Datensatz zu Darmkrebsraten ab. In die Erhebung wurden die Werte aus insgesamt 186 Ländern und diverse Altersgruppierungen einbezogen. Faktoren, wie Ozonwerte, Hautpigmentierungen oder Lebenserwartungen wurden durch das Forscherteam untersucht. Die Auswahl dieser Parameter begründeten die Wissenschaftler:innen mit Studien, die diesbezüglich einen Einfluss auf die Entstehung von Krebs nachgewiesen haben.

Vitamin-D-Mangel als Darmkrebs-Risiko – Studie untersucht Geografie

Das Ergebnis der Studie war eindeutig: In Ländern rund um den Äquator erwies sich die Darmkrebsrate als deutlich geringer als in Ländern, die aufgrund ihrer geografischen Lage erheblich geringere UVB-Strahlung der Sonne empfangen. Als Beispiele hierfür nannten die Forschenden Deutschland, Kanada oder Schweden. Die Studienergebnisse lieferten somit erste Ansätze für einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Sättigung von Menschen und der Geografie ihres Wohnortes.

30.03.2021, Stadt Füssen im Allgäu, eine Frau geniesst die Sonne mit FFP2-Maske im Schlosspark. (Model Release vorhanden
Das Forschungsteam analysierte den Zusammenhang des Darmkrebsrisikos und einem Vitamin-D-Mangel. (Symbolfoto) © MIS/Imago Images

Dies setzten die Forscher:innen in den Kontext erhöhter Raten von Darmkrebserkrankungen. Bezüglich der Altersstrukturen fanden die Wissenschaftler:innen heraus, dass vor allem Menschen ab einem Alter von 45 Jahren durch Darmkrebs gefährdet sind, was als zusätzlicher Faktor gewertet wurde. Jedoch betonte das Forschungsteam, dass der Anspruch alle Faktoren zu identifizieren, wohl unmöglich zu erreichen sei. Es handele sich lediglich um Korrelationen.

Wissenschaftler:innen aus Deutschland griffen diese Erkenntnisse auf und erstellten Prognosen. In Bezug auf die Bevölkerung im Alter über 50 Jahre sei eine ausreichende Vitamin-D-Vorsorge als Maßnahme zu empfehlen, heißt es in der Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Bis zu 30.000 Darmkrebspatient:innen könnten auf diese Weise vor dem Tod bewahrt werden. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass 82 Prozent der deutschen Bevölkerung in den Wintermonaten keine ausreichende Versorgung mit Vitamin D haben. Im Frühling seien es 73 Prozent, heißt es darin. Die Forscher:innen des RKI empfehlen deshalb: „Wer Vitamin D ergänzen möchte, sollte auf Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 20 Mikrogramm Vitamin D [...] pro Tag zurückgreifen, da diese Dosis nicht mit gesundheitlich bedenklichen Effekten verbunden ist.“

Vitamin D: Youtuberin Mailab trennt Fakten von Mythen

Wie bereits erwähnt, können zu große Mengen an künstlicher Vitamin-D-Zufuhr der Gesundheit auch schaden. Daher ist es ratsam, eine künstliche Beigabe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuvor ärztlich abzuklären. Fachleute empfehlen außerdem die Ernährung umzustellen und zwei- bis dreimal in der Woche Fische wie Hering oder Lachs zu essen. Auch dadurch kann die Aufnahme des wichtigen Vitamins erhöht werden. Zudem sei Bewegung an der frischen Luft wichtig, um Vitamin D über die Sonneneinstrahlung aufzunehmen. (tu)

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