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Der Virologe Christian Drosten hält nichts von der derzeitigen Diskussion um angeblich falsche Impfquoten.
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Der Virologe Christian Drosten hält nichts von der derzeitigen Diskussion um angeblich falsche Impfquoten.

Pandemie

Virologe Drosten über Aufregung um Corona-Impfquote: „Der totale Klamauk“

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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In Deutschland gibt es Diskussionen um die Impfquote. Doch jüngst veröffentlichte Daten machen für den Virologen Christian Drosten keinen großen Unterschied.

Berlin - Der Virologe Christian Drosten hat in der Debatte um die genaue Corona-Impfquote in Deutschland das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Er halte die einseitige Schuldzuweisung an das RKI und Lothar Wieler nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag (12.10.2021) im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Auch sei das Thema nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin.

Einem Bericht zufolge, der zu einer RKI-Impfbefragung vorige Woche erschienen ist, sind unter Erwachsenen hierzulande vermutlich mehr Menschen geimpft als die Daten aus dem Meldesystem nahelegen. Es hieß, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte. Bereits im August hatte das RKI von „gewisser Unsicherheit“ bei der Interpretation von Impfquoten-Daten berichtet.

Virologe Drosten hält nichts von der öffentlichen Aufregung um die Corona-Impfquote

Drosten sagte hierzu, die die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz sei „komplett umsonst“. Die Situation habe sich nicht geändert. „Das ist einfach der totale Klamauk, was da passiert ist.“ Rechnen müsse man mit der Corona-Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen), sagte Drosten: Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und der RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation „irrelevant“. Die Begleitstudie, eine Umfrage, weise auch einige Einschränkungen auf.

Der Virologe sprach sich weiter dafür aus, Corona-Schutzmaßnahmen nur nach und nach zu lockern: „Das Allerwichtigste ist das Schließen der Impflücken. Und dann öffnen wir schrittweise, ein Schritt nach dem anderen.“ Die Quote solle „so hoch wie es geht“ gesteigert werden.

Virologe Drosten: In Sachen Corona habe die Wissenschaft „geliefert“

Es war die 100. Folge des Podcasts. Das Format soll laut NDR in den kommenden Wochen mit kürzeren Folgen als zuletzt fortgesetzt werden. Im Kern halte er sein Projekt der wissenschaftlichen Informationsvermittlung auf diesem Weg jedoch für erledigt, seit Impfstoffe breit verfügbar seien, sagte Drosten. Die Wissenschaft habe geliefert. „Das Ganze ist jetzt Aufgabe der Politik.“

Von Februar 2020 an hatte Drosten in dem mehrfach ausgezeichneten Format über Erkenntnisse zu Sars-CoV-2 informiert, anfangs täglich. Mittlerweile erscheint der Podcast in der Regel im Zwei-Wochen-Takt. Dabei wechseln sich Drosten und die Virologin Sandra Ciesek ab.

Die Expertin aus Frankfurt sagte am Dienstag, die weitere Entwicklung der Pandemie in Deutschland sei momentan schwierig zu bewerten. Es sei aber schon öfter zu beobachten gewesen, dass die Infektionszahlen nach den Schulferien wieder steigen.

Virologin Ciesek kritisiert Hospitalisierungsinzidenz als „Maß aller Dinge“

Sandra Ciesek übte Kritik an der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz (Covid-19-Neuaufnahmen in Kliniken binnen sieben Tagen) „als Maß aller Dinge“: Der Virologin zufolge bildet der Indikator die tatsächliche Belastung in vielerlei Hinsicht ungenau ab. Sie sprach sich etwa dafür aus, sich die Lage der Universitätskliniken genauer anzuschauen, da diese die Covid-19-Patienten vorrangig behandelten. Auch innerhalb einzelner Krankenhäuser seien Abteilungen unterschiedlich stark belastet. Der NDR berichtete zudem über großen Meldeverzug.

Christian Drosten ergänzte, dass es kein Wunder sei, dass die noch relativ neue Meldepflicht noch nicht reibungslos funktioniere - man könne so etwas aber auch nicht „mal eben schnell verbessern“, so der Virologe. (ktho/dpa)

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