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Virgin Orbit: Erster Satellitenstart in Europa gescheitert

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Von: Tanja Banner

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Virgin Orbit startet Raketen anders als die Konkurrenz: Eine umgebaute 747 übernimmt den ersten Teil des Transports, später wird die Rakete ausgeklinkt und fliegt ins Weltall. (Archivbild)
Virgin Orbit startet Raketen anders als die Konkurrenz: Eine umgebaute 747 übernimmt den ersten Teil des Transports, später wird die Rakete ausgeklinkt und fliegt ins Weltall. (Archivbild) © dpa/Virgin Orbit/Greg Robinson

Virgin Orbit von Milliardär Richard Branson will erstmals eine Rakete von Europa aus starten. Doch die Mission „Start Me Up“ scheitert.

Cornwall – Es sollte der Beginn der Raumfahrt in Europa werden – doch der Start ist misslungen. Virgin Orbit, ein Unternehmen von Milliardär Richard Branson, wollte erstmals von Großbritannien aus eine Rakete starten und damit Satelliten ins Weltall befördern. Der Start der Mission „Start Me Up“ verlief noch planmäßig: Das Flugzeug „Cosmic Girl“ (eine umgebaute 747) hob ab und flog zur geplanten Abwurfstelle über dem Atlantik.

Dort setzte das Flugzeug die Rakete „LauncherOne“ frei, die die Triebwerke zündete und nach Angaben von Virgin Orbit „erfolgreich den Weltraum erreichte“. Auch das Abtrennen der ersten Raketenstufe funktionierte, doch „während des Zündens der zweiten Stufe der Rakete [...] trat im System eine Anomalie auf, wodurch die Mission vorzeitig beendet wurde“, wie Virgin Orbit später mitteilte.

Virgin Orbit: Erster Raketenstart von Europa aus scheitert

Die Satelliten erreichten den geplanten Erdorbit nicht – mitsamt der Rakete stürzten sie ab und traten wieder in die Erdatmosphäre ein. Der Wiedereintritt wurde von Lanzarote aus gefilmt, wie ein Video auf Twitter zeigt. Das Flugzeug „Cosmic Girl“ ist dagegen wieder erfolgreich auf der Erde gelandet. Eine Untersuchung soll nun klären, was genau passiert ist und wie es weitergehen soll.

Die Mission „Start Me Up“ sollte der erste Raketenstart in den Erdorbit von Europa aus sein. Sie gilt als Teil der britischen Strategie, eine Weltraum-Industrie im Land zu entwickeln. Das Ziel der Mission war, neun kleine Satelliten in einen sonnensynchronen Orbit in einer Höhe von etwa 555 Kilometern zu bringen. Unter den Satelliten befanden sich unter anderem zwei Cubesats des britischen Verteidigungsministeriums sowie Satelliten für verschiedene Startups.

Vor dem fehlgeschlagenen Start in Großbritannien waren in den USA vier „LauncherOne“-Starts nacheinander erfolgreich. Der erste Start einer „LauncherOne“-Rakete im Mai 2020 erreichte den Orbit dagegen nicht. Für Virgin Orbit kommt der Fehlschlag zu einer ungünstigen Zeit: Das Unternehmen kämpft damit, die Zahl der Raketenstarts zu erhöhen, um mehr Einkünfte zu erzielen.

Virgin Orbit ist ein Teil der Virgin Group und bietet Starts für Kleinsatelliten an. Virgin Galactic ist ein weiteres Raumfahrtunternehmen in der Gruppe. Es transportierte im Juli 2021 erstmals Menschen ins Weltall: Virgin-Gründer Richard Branson sowie vier Virgin-Angestellte flogen auf eine Höhe von über 80 Kilometern. Künftig will das Unternehmen Weltraumflüge für zahlende Gäste anbieten. (tab)

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