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„Verwöhnen Sie sich, so gut Sie können“

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Von: Pamela Dörhöfer

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Wer mit Rauchen aufhört, spart viel Geld.
Wer mit Rauchen aufhört, spart viel Geld. © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Zu Silvester haben wieder viele Raucher und Raucherinnen mit großer Geste die letzte Kippe ausgedrückt. Doch so einfach ist der Umstieg auf ein nikotinfreies Leben nicht. Da kam die Telefonaktion der FR gerade zur rechten Zeit. Fachleute der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gaben dabei Leserinnen und Lesern Tipps, um von der Zigarette loszukommen. Eine Auswahl der wichtigsten Fragen und Antworten.

Ich muss mit der Qualmerei aufhören. Es wird echt zu teuer. Aber ich kann mich nicht hundertprozentig durchringen. Haben Sie einen Tipp?

Vielleicht wächst Ihre Motivation, wenn Sie wissen, wie viel Geld Sie verqualmen. Auf www.rauchfrei-info.de hilft Ihnen dabei ein Ersparnisrechner. Erstellen Sie doch schon einmal eine Liste mit Wünschen, die Sie sich für dieses Geld erfüllen könnten. Als Nichtraucher können Sie dann ein Schraubglas einrichten, in dem sie das Zigaretten-Geld sammeln. Dann sehen Sie, wie es sich vermehrt.

Es fällt mir sehr schwer, mich daran zu gewöhnen, nie wieder zu rauchen. Kann es irgendwie leichter werden?

„Heute bleibe ich rauchfrei und morgen kümmere ich mich um morgen“: Dieser Satz kann Ihnen helfen, wenn Sie die Vorstellung, ab jetzt nie mehr zu rauchen, zu sehr belasten sollte. Die Entzugssymptome werden in der Regel nach den ersten Tagen deutlich schwächer und verschwinden nach einigen Wochen ganz. Jeder einzelne Tag zählt! Sorgen Sie für viel Genuss in ihrem Leben und signalisieren Sie damit Ihrem Gehirn, dass das Leben ohne Zigarette nicht entbehrungsreich wird, sondern im Gegenteil ganz viel Lebensqualität bedeutet.

Seit Silvester rauche ich nicht mehr, aber die Lust auf die Zigarette geht nicht weg. Ist das normal?

Ja, was Sie beschreiben, sind typische Begleiterscheinungen einer Tabakentwöhnung. Machen Sie sich immer wieder klar, dass dieses Verlangen nur ein paar Minuten dauert und dass Sie danach Ihr nikotinfreies Leben wieder viele Minuten und sogar Stunden genießen können. Mit der Zeit werden die „Verlangensattacken“ seltener. Vielleicht schaffen Sie es, sich in diesen Momenten gedanklich in eine andere Welt zu versetzen. Sie könnten zum Beispiel auf einer grünen Blumenwiese liegen, den Duft des Grases und der Blüten einatmen und in den blauen Himmel schauen. Am besten funktioniert das, wenn Sie kurz an die frische Luft oder ans offene Fenster gehen können, die Augen schließen und zehnmal tief durchatmen.

Eine Zigarette brachte mir immer Schwung. Wie schaffe ich es, dass ich als Nichtraucher nicht ohne Antrieb bin?

Halten Sie Ihren Kreislauf auf Trab. Radfahren, Walken und Joggen helfen beim Stressabbau und beugen auch einer eventuellen Gewichtszunahme vor. Bauen Sie – wo immer möglich – Bewegung in den Tagesablauf ein. Steigen Sie eine Station früher aus dem Bus aus, nehmen Sie die Treppe und nicht den Fahrstuhl, nutzen Sie die Mittagspause für einen flotten Spaziergang. Auch Wasseranwendungen helfen: Tauchen Sie die Unterarme in ein Waschbecken, das mit kaltem Wasser gefüllt ist. Morgens können Sie Beine, Arme, Bauch und Brust mit kaltem Wasser abreiben, bis die Haut gerötet und somit die Durchblutung angeregt ist. Außerdem: Trinken Sie viel Wasser, denn auch das regt den Kreislauf an.

Hilfe Beim Aufhören

Beratung für Rauchentwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Telefon 0800 / 831 31 31 Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Ein Rauchfrei-Start-Paket gibt es kostenlos zu bestellen per E-Mail unter order@bzga.de oder per Post an die BZgA, 50819 Köln oder per Fax unter der Nummer 0221/8992257.

Infos und Ausstiegsprogramm findet man im Internet unter www.rauchfrei-info.de

Kurse in Wohnortnähe findet man unter www.rauchfrei-programm.de

Ich habe schon ein paar Mal versucht, das Rauchen zu lassen, bin aber – vor allem wenn ich mit Kumpels abends beim Bier saß – rückfällig geworden. Wie kommt man aus der Nummer raus?

Alkohol kann zu einem echten Gegner bei der Raucherentwöhnung werden. Erstens kann man sich viel schwerer „zusammenreißen“, wenn man Lust auf eine Zigarette bekommt. Zweitens ist beim Bier der Griff zum Glimmstängel „einprogrammiert“, da Sie ja in dieser Situation früher immer geraucht haben. Man kann sich den Ausstieg viel leichter machen, wenn man in der Anfangsphase auf Alkohol verzichtet.

Im neuen Jahr habe ich noch nicht wieder geraucht, bin aber ziemlich unleidlich. Was hilft dagegen?

Verwöhnen Sie sich, so gut Sie können. Suchen Sie sich in der Freizeit Beschäftigungen, die Ihrem Körper und Ihrer Seele guttun. Reden Sie mit Vertrauenspersonen über Ihren Stress. Vielleicht kennen Sie jemanden, der auch schon einen Rauchstopp hinter sich hat. Oder Sie nutzen das Internet. Unter www.rauchfrei-info.de finden Sie im Chat oder im Forum bestimmt ein offenes Ohr.

Zum Jahresbeginn hatte ich mir vorgenommen, endlich mit dem Rauchen aufzuhören und bin wieder rückfällig geworden. Es hat wohl keinen Zweck mit mir …

Der Ausstieg ist aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials von Zigaretten oft schwer und gelingt bei vielen erst nach mehreren Anläufen. Zu Ihrer Ermutigung sei weiterhin gesagt: Zurückliegende Rückfälle können die Erfolgswahrscheinlichkeit für das nächste Mal sogar erhöhen – wenn Sie sich mit den Gründen dafür beschäftigen und sich passende Unterstützung suchen. Vielleicht nehmen Sie sich beim nächsten Versuch mehr Zeit für die Vorbereitung. Hilfe finden Sie zum Beispiel unter www.rauchfrei-info.de und auch mit dem Rauchfrei-Startpaket (siehe Info-Kasten).

Ich will aufhören, rauche aber mehr als eine Schachtel pro Tag. Wahrscheinlich bin ich vom Nikotin schon sehr abhängig. Was tun?

Um besser einschätzen zu können, wie stark Ihre Abhängigkeit von der Zigarette ist, empfehlen wir den weltweit anerkannten Fagerström-Test. Gehen Sie die sechs Fragen in Ruhe durch und kennzeichnen jeweils das Kästchen, das mit Ihrer Antwort übereinstimmt. Zum Schluss klicken Sie auf „Abschicken“ und erhalten wenige Sekunden später das Ergebnis und eine persönliche Empfehlung, wie Sie den Rauchstopp angehen können. Der Fagerström-Test steht unter

www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/machen-sie-den-test.

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