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Manche Menschen halten das für eine Studioaufnahme.

Verschwörungstheorien zur Mondlandung

Warum sich die Flagge auf dem Mond bewegt - alles rund um Verschwörungstheorien

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Waren die Amerikaner wirklich auf dem Mond? Hartnäckig ranken sich Verschwörungstheorien um die Mondlandung. Was ist dran?  

Es gibt nur wenige Ereignisse, um das sich so viele Verschwörungstheorien ranken wie um die Mondlandung. Wurde sie tatsächlich in einem Filmstudio inszeniert? Als Ursprung dieser Verschwörungstheorien gilt das Buch „We Never Went To the Moon“ von Bill Kaysing aus dem Jahr 1976. Wissenschaftler entmystifizieren regelmäßig die gängigsten Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung.

Das Argument der Verschwörungstheoretiker: Das Abstiegstriebwerk der Mondlandefähre hat keinen Krater auf der Mondoberfläche erzeugt. Verschwörungstheoretiker nutzen dieses Argument, um zu erklären, warum die Mondlandung nicht auf dem Mond stattgefunden haben kann. 

Verschwörungstheorie zur Mondlandung: Warum hinterließ die „Eagle" kaum Spuren? 

Die Erklärung: Schon Neil Armstrong fiel nach der Landung auf, dass es keinen nennenswerten Krater gab. Er sagte: „Der Abstand zum Boden beträgt etwa dreißig Zentimeter. Wir befinden uns hier auf einer ziemlich ebenen Fläche. Ich sehe ein paar durch den Triebwerksausstoß verursachte strahlenförmige Spuren, aber nur in sehr geringem Ausmaß.“ Die Landefähre „Eagle“ bewegte sich während der Landung seitwärts, das Abstiegstriebwerk blieb also nicht lange auf eine Stelle gerichtet. 

Harald Lesch zu Verschwörungstheorien: Alles nur ein Fake?

https://youtu.be/pskmen9v5hQ

Außerdem hatte die „Eagle“ nur eine Masse von rund 7000 Kilogramm. Der Physiker Holm Gero Hümmler rechnet in seinem Buch „Verschwörungsmythen“ nach: Die Gewichtskraft der „Eagle“ betrug bei der geringen Schwerkraft des Mondes nur etwas über eine Tonne – und nur dieses Gewicht musste bei der Landung abgebremst werden. Außerdem würden die Abgase eines Raketentriebwerks im luftleeren Raum fächerförmig auseinanderströmen und nicht wie auf der Erde als gebündelter Strahl auftreten, so Hümmler.

Verschwörungstheorie zur Mondlandung: Was hat es nur mit dieser flatternden Fahne auf sich? 

Das Argument der Verschwörungstheoretiker: Auf dem Mond gibt es keinen Wind. Trotzdem weht die Flagge im Wind, während sie aufgestellt wird. Außerdem sieht man auf den Fotos der Flagge Falten.

Literaturtipp: Holm Gero Hümmler, „Verschwörungsmythen“, S. Hirzel Verlag, 19,80 Euro

Die Erklärung: Im Video von der Mondlandung sieht man, dass die Flagge sich bewegt. Die Flagge wurde aufgestellt, indem der Fahnenmast in den Mondboden gerammt wurde. Durch die entstandene Schwingung bewegt sich die Flagge. Da im Vakuum der Luftwiderstand fehlt, der die Bewegung auf der Erde abbremsen würde, schwingt die Flagge auf dem Mond länger, bis sie zum Stillstand kommt. Die Falten, die auf der Flagge zu sehen sind, lassen sich ebenfalls erklären: Die Astronauten konnten einen Stab, der die Fahne aufspannt, nicht ganz ausklappen – die Fahne wurde so nicht vollständig gespannt. 

Verschwörungstheorie zur Mondlandung: Warum sieht man keine Sterne?

Das Argument der Verschwörungstheoretiker: Auf den Bildern von der Mondlandung sind keine Sterne zu sehen. Der Himmel auf dem Mond ist – wegen der fehlenden Atmosphäre – immer schwarz. Müsste man dann nicht die Sterne sehen?

Die Erklärung: Die Sterne wurden durch die Kameraeinstellungen quasi „verschluckt“. Die Kameras waren so eingestellt, dass die wichtigsten Dinge – die Mondoberfläche, die Astronauten und ihre Ausrüstung – korrekt abgebildet wurden. Da die Mondoberfläche durch die Sonneneinstrahlung extrem hell war, musste die Belichtung entsprechend angepasst werden – mit dem Ergebnis, dass das Licht der Sterne zu schwach war, um abgebildet zu werden. Den Effekt kann man auf der Erde ganz leicht nachstellen, wie auch Hümmler in seinem Buch erklärt: Mit einer Kamera mit Teleobjektiv und manueller Belichtungseinstellung fotografiert man den Mond und einen Teil des umgebenden Himmels. Stellt man die Belichtung so ein, dass die Strukturen des Mondes erkennbar sind, sieht man auf dem Bild keine Sterne mehr. Stellt man die Belichtung so ein, dass man die Sterne erkennen kann, wird der Mond zu einer stark überbelichteten weißen Fläche ohne Struktur. 

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Verschwörungstheorie zur Mondlandung: Was ist mit den Schatten? War die Sonne die einzige Lichtquelle?  

Das Argument der Verschwörungstheoretiker: Auf einigen Aufnahmen vom Mond verlaufen die Schatten nicht parallel zueinander. Müssten sie nicht parallel verlaufen, wenn die Sonne tatsächlich die einzige Lichtquelle ist und keine Scheinwerfer benutzt wurden?

Die Erklärung: Bei diesem Argument der Verschwörungstheoretiker geht es vor allem um Perspektiveneffekte: Betrachtet man Bahngleise, scheinen sie in weiter Ferne am Horizont zusammenzulaufen – obwohl sie garantiert parallel zueinander liegen. Außerdem ist die Mondoberfläche nicht eben, sondern voll von Kratern, Hügeln und Felsen – auch das kann die Schatten verzerren.

Fazit: Kein Argument der Verschwörungstheoretiker ist bei genauerem Hinsehen stichhaltig. Viele der Argumente lassen sich durch einfachste Mittel oder Berechnungen leicht widerlegen. Die Argumente basieren auf „Unwissenheit, Nichtverstehen von Zusammenhängen oder möglicherweise auch bewusster Verdrehung von Tatsachen“, schreibt Hümmler dazu.

Heute noch faszinierend - die Reise zum Mond  

Unser Web-Special erzählt die Geschichte der Mondlandung mit Original-Aufnahmen der Nasa, Grafiken und zahlreichen Fotos - und liefert ein Stück Zeitgeschichte mit Original-FR-Ausgaben von damals.

Die größte Reise aller Zeiten: Vor 50 Jahren betrat der Mensch den Mond. Vorangegangen war ein beispielloser finanzieller und logistischer Kraftakt, verbunden mit dem unbedingten Willen, es zu schaffen. 

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