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Verschmutzte Flüsse in Entwicklungsländern

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Von: Pamela Dörhöfer

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Frauen versuchen Trinkwasser aus einem Schlammloch zu schöpfen.
Frauen versuchen Trinkwasser aus einem Schlammloch zu schöpfen. © Reuters

Eine Studie zur Süßwasserqualität in Afrika, Asien und Lateinamerika zeigt, dass viele Flüsse zunehmend verschmutzen. Auch die Binnenfischerei ist dadurch bedroht.

Auf die Menschen in den Entwicklungsländern könnten Probleme bei der lebenswichtigen Versorgung mit Wasser und Fischen aus Flüssen zukommen. Denn fast zwei Drittel der Flusskilometer in Afrika, Asien und Lateinamerika sind zunehmend verschmutzt. Rund 300 Millionen Menschen sind dadurch bedroht. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie im Auftrag der Weltumweltroganisation UNEP gekommen, an der auch das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig beteiligt waren. „Die Verschlechterung der Wasserqualität ist die neue Wasserknappheit“, erklärte Joseph Alcamo, Direktor des CESR.

Der Wissenschaftler stellte die Studie auf der jüngsten Umweltversammlung der Vereinten Nationen in Nairobi vor. Die Forscher hatten dafür zwei Jahre lang vorhandene Daten zur Qualität des Süßwassers in den drei Kontinenten ausgewertet und Lücken durch Modellierung geschlossen. Ziel dieser Vorstudie zu einem „World Water Quality Assessment“ war es, sich einen ersten Einblick zu verschaffen, wie es um die Qualität der Fließgewässer und Seen weltweit steht – und welche Konsequenzen das für die Gesundheit und Nahrungssicherheit der Menschen hat.

Viele Fäkalbakterien

Die Forscher nahmen sich dabei vor allem die Wasserqualität vor und analysierten, was die Ursachen der Verschlechterung sind. Sie fanden heraus, dass die Flüsse insbesondere mit Bakterien fäkalen Ursprungs – aus dem Darm von Menschen oder Säugetieren – stark verschmutzt sind.

Ab einer bestimmten Konzentration können diese Keime krank machen, wenn man mit dem verunreinigten Wasser in Berührung kommt. Diese Situation fanden die Wissenschaftler in fast zwei Drittel der Flusskilometer in Afrika, Asien und Lateinamerika vor. Außerdem wies eine etwa annähernd große Fläche auch eine steigende organische Verschmutzung auf, die vor allem die Binnenfischerei bedroht. Die Menschen in Entwicklungsländern, sind davon besonders stark betroffen, weil Fische aus Seen und Flüssen für sie eine wichtige Proteinquelle darstellen.

„Wasserverschmutzung ist ein sehr ernst zu nehmendes Problem in Lateinamerika, Afrika und Asien, das zu einer neuen Form von Wassermangel führt“, sagt Joseph Alacamo: „Eine Verschlechterung der Wasserqualität schränkt die Verwendung von Frischwasserressoucen ein und limitiert diese, wenn sie am nötigsten gebraucht werden.“

Die Wissenschaftler weisen aber auch darauf hin, dass auch starken Verunreinigungen „heutzutage durch ein breites Spektrum von technischen und Bewirtschaftungsmaßnahmen begegnet werden kann.“ (Pamela Dörhöfer)

In Frankreich sterben Tausende Fische in einem Fluss. Fischer beschuldigen den Konzern Nestlé wegen einer möglichen Verschmutzung.

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