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Die Venus ist eine Gluthölle. Nun haben Forscher in ihrer Atmosphäre ein Gas entdeckt, das möglicherweise von Mikroben produziert wurde. Gibt es auf der Venus Leben?
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Die Venus ist eine Gluthölle. Nun haben Forscher in ihrer Atmosphäre ein Gas entdeckt, das möglicherweise von Mikroben produziert wurde. Gibt es auf der Venus Leben?

Phosphin-Fund

Gibt es Leben auf der Venus? Daten einer alten Nasa-Mission geben Hinweise

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Könnten in der Atmosphäre der Venus Mikroben leben? Forschende untersuchen alte Nasa-Daten und stützen mit ihren Erkenntnissen eine umstrittene Studie.

Lange Zeit hat der Planet Venus die Weltraumforschung kaum interessiert, doch seit einiger Zeit ist das Interesse am Nachbarplaneten der Erde wieder entflammt: Im Herbst 2020 hatten Forschende um Jane Greaves in einer Studie veröffentlicht, dass sie das seltene Molekül Phosphin in der Atmosphäre der Venus entdeckt hatten – ein möglicher Hinweis auf Mikroben, die es in der Atmosphäre des Planeten geben könnte. Die Studie wurde diskutiert, einige Fachleute widersprachen den Ergebnissen der aufsehenerregenden Studie.

Doch nun bekommen die Forschenden um Greaves Rückendeckung: Ein Forschungsteam um Rakesh Mogul von der California State Polytechnic University hat sich die Daten vorgenommen, die die „Pioneer Venus Multiprobe“ von der Venus gesammelt hat. Die Raumsonde der US-Raumfahrtorganisation Nasa war 1978 zur Venus geflogen und dort kontrolliert abgestürzt. Die Mission hatte zahlreiche Daten zur Erde geschickt, die von der Nasa archiviert wurden und auf die das Forschungsteam um Mogul nun zugegriffen hat. Ihre Studie wurde im Fachjournal Geophysical Research Letters veröffentlicht.

Venus: Nasa-Sonde „Pioneer“ fand schon 1978 Hinweise auf Phosphin in der Atmosphäre

Beim Sturz auf die Venus hatte das Instrument „Large Probe Neutral Mass Spectrometer“ (LNMS) die Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre analysiert. In diesen Daten fanden die Forschenden nun Hinweise auf bisher unbekannte chemische Prozesse. So fanden die Forschenden unter anderem Spuren von Nitrit und salpetriger Säure in den Daten. Beide Chemikalien sind wichtige Bausteine einer anoxygenen Photosynthese. Außerdem habe man Hinweise auf die wichtigsten Bestandteile des irdischen Stickstoffkreislaufs (Nitrat / Salpetersäure, Nitrit / salpetrige Säure, Ammoniak und N2) in der Venus-Atmosphäre entdeckt.

Planet Venus
Entfernung von der Sonne:108.200.000 km
Umlaufzeit um die Sonne:225 Tage
Temperatur:437-497 Grad Celsius
Druck:92 bar
Hauptbestandteile der Atmosphäre:Kohlenstoffdioxid (96,5%), Stickstoff (3,5%), Schwefeldioxid (0,015%)

Die wichtigste Erkenntnis der Forschenden ist jedoch, dass die „Pioneer“-Sonde 1978 in der Atmosphäre der Venus auch eine Signatur aufgezeichnet hat, die auf einen anaeroben Phosphorstoffwechsel hindeutet – das Element Phosphin. Die Entdeckung eben jenen Elements hatten die Forschenden um Greaves im Herbst 2020 veröffentlicht. Die Schlussfolgerung damals: Das Molekül kommt auf der Erde nur als Industrieprodukt vor oder wird von Mikroben produziert. Es könnte also darauf hindeuten, dass Mikroben in der Venus-Atmosphäre aktiv sind. Doch andere Wissenschaftler:innen meldeten Zweifel an, ob es das Phosphin-Signal in den Daten tatsächlich gab.

Gibt es unentdeckte chemische Vorgänge in der Atmosphäre der Venus?

Die Forschenden um Mogul, die die Daten der Nasa-Sonde von 1978 ausgewertet haben, gehen davon aus, dass die chemischen Spuren, die sie entdeckt haben, ein Zeichen für ein Ungleichgewicht in der Venus-Atmosphäre sind. Es könne weitere unentdeckte chemische Vorgänge in den Wolken der Venus geben, so die Forschenden. Außerdem unterstützten die Daten den Verdacht, dass die Atmosphäre der Venus eine bewohnbare Zone für Mikroorganismen sein könnte.

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Die Studie des Teams um Mogul unterstützt damit die Veröffentlichung von Jane Greaves und Kolleg:innen aus dem Herbst 2020. „Keine andere Chemikalie passt so gut wie Phosphin zu den Daten“, betont Mogul, ein Professor für biologische Chemie. Spätestens mit diesen neuen Erkenntnissen dürfte eine Raumfahrt-Mission zur Venus für die Forschung wieder interessant werden. (Tanja Banner)

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