Die Venus ist der Nachbarplanet der Erde - und auf ihr gibt es offenbar aktive Vulkane. Das Bild entstand aus Aufnahmen der Nasa-Sonde „Magellan“, die auf einen computersimulierten Globus gelegt wurden.
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Die Venus ist der Nachbarplanet der Erde - und auf ihr gibt es offenbar aktive Vulkane. Das Bild entstand aus Aufnahmen der Nasa-Sonde „Magellan“, die auf einen computersimulierten Globus gelegt wurden.

Nachbarplanet der Erde

Forscher entdecken „Feuergürtel“ und kürzlich aktive Vulkane auf der Venus

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Die Venus galt als geologisch inaktiv - doch eine neue Studie könnte das ändern: Forschende haben mindestens 37 kürzlich noch aktive Vulkane auf der Venus entdeckt.

  • Die Venus gilt als geologisch „tot“ oder zumindest „schlafend“
  • Nun zeigt eine neue Studie: Auf der Venus gibt es mindestens 37 kürzlich aktive Vulkane
  • Ist der Nachbarplanet der Erde gar nicht so inaktiv wie bisher angenommen?

Auf Aufnahmen, die die Nasa-Sonde „Magellan“ Anfang der 1990er Jahre von der Venus zur Erde geschickt hat, erkennt man eigenartige, ringförmige Strukturen, so genannte Coronae. Forschende gehen davon aus, dass sie entstehen, wenn Mantelplumes – Säulen aus heißem, geschmolzenem Gestein – aus dem Innern der Venus aufsteigen. Die kreisförmigen Strukturen haben die unterschiedlichste Topografie.

Diese Strukturen haben sich Forschende des Instituts für Geophysik der ETH Zürich und der University of Maryland in Baltimore um die Doktorandin Anna Gülcher genau angeschaut, ihre Ergebnisse wurden nun im Fachjournal "Nature Geoscience" veröffentlicht. Mittels 3D-Simulationen gelang es ihnen, die unterschiedlichen Formen und Größen der Coronae mit den Prozessen zu verknüpfen, die unter der Oberfläche der Venus stattfinden. „Jede Corona-Struktur hat eine spezifische Signatur, die anzeigt, was darunter vor sich geht“, erklärt Gülcher.

Venus: Forschende finden Vulkane, die kürzlich noch aktiv waren

Die Topografie einer Corona auf der Venus hängt davon ab, wie aktiv die darunterliegende Magmasäule ist. Auf mehr als hundert große Coronae auf der Venus haben die Forschenden ihre Erkenntnis angewandt und konnten sie in zwei Gruppen einteilen:

  • Coronae, unter denen ein aktiver Plume mit geschmolzenem Material aufsteigt
  • Coronae, deren Plume erkaltet und inaktiv geworden ist

„Wir können sagen, dass mindestens 37 Coronae in letzter Zeit aktiv waren“, erklärt Laurent Montési, Co-Autor der Studie und Geologie-Professor an der University of Maryland. Die Mehrheit der Coronae mit aktiven Mantelplumes liegen auf einem Gürtel in der unteren Hemisphäre der Venus. „Wir nannten es deshalb in Anlehnung an den Pazifischen Feuerring der Erde den Feuerring der Venus“, erklärt Gülcher. Während jedoch auf der Erde die Plattentektonik für die Lage und Dynamik des Feuerrings verantwortlich sei, stecke auf der Venus ein vertikaler Hotspot-Vulkanismus hinter dem Phänomen, betont die Forscherin in einer Mitteilung.

Aufgenommen von der Nasa-Sonde „Magellan“: Eine Region auf der Venus, in der sich eine Corona befindet. Ihr Durchmesser: Etwa 200 Kilometer.

Venus: Ein Planet, „dessen Inneres noch brodelt und viele aktive Vulkane speisen kann“

„Diese Studie verändert unseren Blick auf die Venus von einem größtenteils inaktiven Planeten hin zu einem Planeten, dessen Inneres noch brodelt und viele aktive Vulkane speisen kann“, erklärt Montési. Die Gegenden, in denen die aktiven Vulkane entdeckt wurden, könnten interessante Ziele für „künftige Raumfahrt-Missionen“ darstellen, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrer Studie.

Seit 2010 ist keine Mission mehr zur Venus aufgebrochen

Doch derzeit steht wieder einmal der Mars im Mittelpunkt der Raumfahrt: Im Jahr 2020 sollen gleich drei Missionen zum roten Planeten aufbrechen – während die Venus kaum Beachtung findet. Seit der japanischen Raumsonde „Akatsuki“ 2010 ist keine Mission mehr zur Venus aufgebrochen. Das mag auch daran liegen, dass der Planet ein äußerst schwieriges Pflaster ist: Dank eines extremen Treibhauseffekts herrschen dort Temperaturen von durchschnittlich 464 Grad Celsius und ein Druck von 92 Bar. Die Atmosphäre der Venus ist dicht und undurchsichtig, sie besteht zu großen Teilen aus Kohlendioxid; Wolken bestehen überwiegend aus Schwefelsäuretröpfchen.

Venus:zweitinnerste Planet des Sonnensystems
Entfernung zur Sonne:108 Millionen Kilometer
Umlaufzeit um die Sonne:225 Tage
durchschnittliche Temperatur:464° Celsius
Druck: 92 bar

Allerdings war die Venus wohl nicht immer ein lebensfeindlicher Ort: Vor gut 40 Jahren hatten die „Pioneer“-Missionen der Nasa herausgefunden, dass es auf der Venus möglicherweise einst flüssiges Wasser und stabile Temperaturen zwischen 20 und 50 Grad Celsius gab – und zwar über Milliarden Jahre hinweg. (Von Tanja Banner)

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